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Radwege - Fluchträume oder Hindernisparcours?

Unter dem Motto „Innerorts - Raum für alle!?“ greifen die Gewerblichen Berufsgenossenschaften, die Unfallkassen und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) ein Thema auf, das jeden Verkehrsteilnehmer betrifft: die Unfallsituation in Städten und Gemeinden. Nirgendwo bewegen sich so viele unterschiedliche Verkehrsteilnehmer auf so engem Raum wie in Ortschaften. Fußgänger, Radfahrer, Kinder, Auto- und LKW-Fahrer, Busse und Motorradfahrer teilen sich diesen Verkehrsraum. Das bedeutet ein erhöhtes Konfliktpotential und damit leider auch mehr Unfälle.

 

Dr. Carmen Hagemeister zum Thema: Warum Radfahrer Radwege (nicht) lieben

 

 

Manche Radfahrer fordern Radwege, andere lehnen sie ab. Weitere häufige Führungen für Radfahrer außer der allgemeinen Fahrbahn sind Radfahrstreifen oder die Freigabe von Gehwegen für Radfahrer. Wie beurteilen Radfahrer diese separaten Führungen? Welche Merkmale machen ihre Nutzung attraktiv, welche unattraktiv? Gibt es Radfahrer, die eher Wert auf Komfort legen, betonen andere Sicherheit, fordern noch andere, dass sie schnell vorankommen? Diese Fragen sollten mit Hilfe eines Fragebogens im Internet beantwortet werden, den 488 Personen bearbeiteten. Die Radverkehrsführungen wurden hinsichtlich zwölf Planungskriterien eingeschätzt. Insgesamt und bei elf Kriterien wurde der Radfahrstreifen am besten bewertet, gefolgt vom Radweg und schließlich dem freigegebenen Gehweg. Allein beim Überholabstand belegte der Radfahrstreifen den schlechtesten Platz.

 

   Es fand sich kein Hinweis darauf, dass es Gruppen von Radfahrern gibt, die unterschiedliche Kriterien betonen, etwa Sicherheit versus Tempo. Vielmehr hängt die Einschätzung der verschiedensten Kriterien zusammen: Nur wo man hindernisfrei auf guter Oberfläche fährt, kann man dies zügig, konfliktfrei und gefahrlos tun. Wer das Eine bemängelt, bemängelt auch das Andere. Es fanden sich Unterschiede in der Einschätzung verschieden fahrbahnorientierter Personen: Je eher eine Person bei den verschiedenen Führungen auf der Fahrbahn fährt, desto kritischer beurteilt sie die Führungen für den Radverkehr hinsichtlich aller Kriterien. Als Bedingungen, Radwege und Radfahrstreifen nicht zu nutzen, wurden am häufigsten Hindernisse und schlechte Oberflächen genannt. Bei Radwegen wurden mehr Bedingungen genannt, sie nicht zu nutzen, was ihren insgesamt schlechteren Zustand zeigt.

 

   Damit Radwege nicht mehr als Hindernisparcours erlebt werden, müssten sie deutlich verbessert werden. Radfahrstreifen, die besser beurteilt werden, statt Radwegen würde die Situation in den Augen der meisten Radfahrer verbessern. Wer nicht nur Radwege, sondern auch Gehwege als Fluchträume nutzt, erkauft subjektive Sicherheit mit objektivem Risiko; deshalb sollte über die Risiken des Gehwegfahrens aufgeklärt werden. Maßnahmen, die die Separierung von Rad- und Kraftverkehr überflüssig machen, würden den Interessen sowohl stark als auch wenig fahrbahnorientierter Radfahrer dienen.

 

Kontakt

 

Technische Universität Dresden

Institut für klinische Psychologie

Hettner Straße 1, D-01069 Dresden

 

www.tu-dresden.de

 

Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR)

Beueler Bahnhofsplatz 16, D-53225 Bonn

Telefon (0228) 40001-0 - Fax (0228) 40001-67, e-Mail: info@dvr.de

 

www.dvr.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Geru.

 

 

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