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Starkes Autojahr
Mit Rekordständen bei Produktion, Export und Umsatz: „Wir erwarten neue Rekordstände bei Export, Produktion und Umsatz. Der Pkw-Inlandsmarkt liegt deutlich über Vorjahr – und die Zahl der Mitarbeiter konnte bei Herstellern und Zulieferern spürbar gesteigert werden. Die Bilanz ist also durchweg positiv“, betonte VDA-Präsident Matthias Wissmann in Berlin. Anhand der vorliegenden Zahlen der ersten elf Monate können wir das Automobiljahr 2011 heute schon bewerten und Ihnen einen ersten Ausblick auf das kommende Jahr geben.
Allerdings wird sich diese dynamische Entwicklung nicht linear für das kommende Jahr fortschreiben lassen. Wir erwarten mehr Gegenwind, 2012 wird ein hartes Arbeitsjahr. Aber insgesamt sind wir auch für 2012 dann zuversichtlich, wenn es gelingt, die Finanzmärkte zu stabilisieren.
Wir gehen etwas vom Gas, aber halten das Tempo.
Weltweit wird die Automobilnachfrage weiter wachsen. Und unsere Mitgliedsunternehmen werden alles daran setzen, um ihre gute Marktposition weiter auszubauen.
Der Pkw-Inlandsmarkt wird im Gesamtjahr 2011 um rund 8 Prozent auf über 3,1 Mio. Einheiten steigen. Damit erreichen die Neuzulassungen wieder das Niveau der Jahre 2007 und 2008. Während sich vor allem der Absatz von Firmenwagen mit einem Plus von knapp einem Fünftel sehr erfreulich entwickelt, verläuft die Nachfrage der privaten Kunden seit einigen Monaten spürbar verhaltener (plus 4 Prozent). Die Ursache hierfür sehen wir in der Verunsicherung, die über die Turbulenzen an den Finanzmärkten und die Schuldenkrise in einigen Euro-Ländern in den Markt getragen wird.
Und natürlich sind auch höhere Spritpreise wenig hilfreich. So sind die Kraftstoffkosten in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 12 Prozent gestiegen. Bereits im Vorjahr war ein Anstieg um 11 Prozent zu verzeichnen.
Die Neuwagenpreise hingegen sind nahezu stabil. Wenn also der Autokostenindex, der die Kostenbelastung des Autofahrers misst und sowohl den Kaufpreis des Neuwagens als auch dessen Unterhalt abbildet, im bisherigen Jahr um mehr als 4 Prozent über Vorjahr liegt, dann ist das fast ausschließlich auf die Verteuerung der Kraftstoffe zurückzuführen. Die deutsche Automobilindustrie hält mit neuen, kraftstoffeffizienten Autos dagegen.
Deutliche Fortschritte bei CO2-Minderung: Bei der Effizienzsteigerung unserer Autos kommen wir schneller voran als unsere Wettbewerber. Die neu zugelassenen Pkw deutscher Konzernmarken haben aktuell einen CO2-Wert von 143,8 g/km. Das entspricht einem Durchschnittsverbrauch von nur noch 5,8 l/100 km und ist ein Rückgang um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. In allen zehn Segmenten – vom Kleinwagen bis zum Familien-Van – weisen wir im bisherigen Jahresverlauf niedrigere CO2-Durchschnittswerte auf als die Importeure. Mit hoch effizienten Motoren und konsequentem Leichtbau benötigen unsere neuen Autos immer weniger Sprit. Das trägt zum Klimaschutz bei und schont gleichzeitig den Geldbeutel des Autofahrers an der Zapfsäule. Unsere Hersteller bieten bereits über 400 Modelle mit einem CO2-Wert von weniger als 130 g/km an. Die Anzahl hat sich innerhalb von nur einem Jahr um gut 50 Prozent erhöht.
Besonders eindrucksvoll sind die CO2-Fortschritte bei Firmenwagen deutscher Konzernmarken. Die CO2-Emissionen sind hier um gut 5 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Differenz zwischen dem CO2-Ausstoß von Firmenwagen und privat zugelassenen Pkw, die Anfang 2008 noch knapp 10 Gramm betrug, hat sich im Oktober 2011 auf das hauchdünne Delta von nur noch 1,5 Gramm verringert. Offensichtlich legen die Flottenmanager beim Neuwagenkauf zunehmend Wert auf kraftstoffeffiziente Fahrzeuge – die unsere Hersteller im Angebot haben. Wie wichtig das Firmenwagensegment ist, wird daran deutlich, dass knapp ein Drittel aller Pkw-Neuzulassungen darauf entfällt. Übrigens dominieren bei Firmenwagen Modelle der Kompakt- und Mittelklasse. Die Oberklasse ist lediglich mit 1,5 Prozent vertreten.
Pkw-Export auf Rekordniveau: Der Pkw-Export bleibt auch 2011 ein wesentlicher Pfeiler der deutschen Automobilindustrie. Die Nachfrage nach Autos „Made in Germany“ ist weltweit auf allen wichtigen Märkten lebhaft. Im Gesamtjahr steuern wir auf ein Export-Rekordniveau von 4,55 Mio. Einheiten zu, ein Plus von 7 Prozent gegenüber Vorjahr (4,24 Mio. Pkw). Gegenüber dem Krisenjahr 2009 hat sich damit die Pkw-Ausfuhr um rund ein Drittel erhöht!
Die Exportquote bei Personenkraftwagen liegt bei 77 Prozent. Damit finden drei von vier Autos, die in Deutschland produziert werden, ihre Käufer im Ausland. Es unterstreicht die Attraktivität unserer Produkte, dass die Exporte im bisherigen Jahresverlauf relativ unbeeinflusst von der Finanz- und Schuldenkrise sind.
Hinzu kommt, dass wir – im Gegensatz zu manchen Wettbewerbern – global sehr gut aufgestellt sind. So geht weniger als ein Drittel (31 Prozent) unserer Pkw-Exporte in die Eurozone, wobei bislang sogar noch ein leichter Zuwachs (+1 Prozent) zu verzeichnen ist. Das „sonstige Europa“ – inklusive Türkei und Russland – steht für weitere 30 Prozent unserer Exporte. Die Ausfuhr in diese Region erhöhte sich im bisherigen Jahresverlauf um 11 Prozent. Jedes siebte Auto, das in Deutschland gebaut wird, wird nach Amerika verkauft, jedes Achte nach China. Die Exportnachfrage nach deutschen Autos nahm auch in diesen beiden Märkten zu (+6 Prozent bzw. +20 Prozent).
Deutsche Hersteller gewinnen weltweit Marktanteile: Im bisherigen Jahresverlauf konnten die deutschen Hersteller ihre Marktanteile rund um den Globus ausbauen. Mit Ausnahme des Mercosur (Südamerika), wo sie ihren Marktanteil von gut einem Fünftel stabil hielten, wuchsen sie weltweit in allen wichtigen Automobilregionen schneller als der Markt. In China steigt der Absatz deutscher Konzernmarken mehr als doppelt so schnell wie der Gesamtabsatz. In diesem Jahr werden die deutschen Marken dort erstmals deutlich mehr als 2 Millionen Pkw absetzen, ihr Marktanteil beträgt rund ein Fünftel. In den USA – dort sind die deutschen Konzernmarken im November mit plus 28 Prozent doppelt so schnell gewachsen wie der Gesamtmarkt – kommt bereits jeder achte Pkw, der neu zugelassen wird, von deutschen Herstellern, in Russland jeder Sechste, in Westeuropa jeder Zweite.
Im Jahr 2011 wird der Weltautomobilmarkt auf gut 65 Mio. Einheiten steigen. Jedes fünfte Auto, das weltweit verkauft wird, trägt ein deutsches Markenzeichen.
Inlandsproduktion mit neuem Höchststand: Die Pkw-Produktion im Inland wird 2011 die 5,9-Millionen-Marke übertreffen, auch das ein neuer Rekordwert und ein Plus von 7 Prozent. Gegenüber dem Jahr 2009 ist die Inlandsfertigung damit um rund 1 Mio. Einheiten höher! Unsere Unternehmen haben in den vergangenen Monaten oft nahe der Kapazitätsgrenze produziert. Die deutsche Automobilindustrie insgesamt erreicht im 4. Quartal 2011 eine Kapazitätsauslastung von fast 90 Prozent, 5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahresquartal. Im Pkw-Bereich stieg sie um knapp 4 Prozentpunkte auf gut 90 Prozent, im Nutzfahrzeugbereich sogar um 10 Prozentpunkte auf 91 Prozent. Bei den Zulieferern hat sich die Kapazitätsauslastung um knapp 5 Prozentpunkte auf rund 88 Prozent erhöht.
Die hohe Auslastung konnte durch die enorm flexiblen Produktionsbedingungen in unseren Werken sichergestellt werden. Hierzu wurden intensiv Zeitarbeitskonten genutzt und, neben einer höheren Stammbelegschaft, auch weitere Zeitarbeiter eingestellt.
Der Auftragsbestand aus dem Inland ist weiterhin hoch. Auch der Bestelleingang aus dem Ausland, der seit Sommer 2009 stetig Zuwächse verzeichnet, hat ein gutes Polster aufgebaut.
Deutlicher Anstieg der Beschäftigung: Das Wachstum bei Produktion, Export und Neuzulassungen wird von einem erfreulichen Anstieg der Beschäftigung begleitet. Derzeit hat die deutsche Automobilindustrie knapp 730.000 direkte Mitarbeiter, ein Plus von 23.600 Beschäftigten. Bei den Herstellern wurde die Belegschaft um 10.000 direkte Mitarbeiter auf knapp 410.000 erhöht, bei den Zulieferern wuchsen die Stammbelegschaften um 11.600 auf 289.200 direkt Beschäftigte, bei Anhängern und Aufbauten um 2.000 auf 30.800 Mitarbeiter. Hinzu kommen über 60.000 Zeitarbeiter, deren Zahl sich noch einmal deutlich erhöhte. Aufgrund der guten Marktlage konnte ein Teil der Zeitarbeiter in unbefristete Beschäftigungsverhältnisse übernommen werden.
Pkw-Produktion im Ausland legt weiter zu: Bereits 2010 lag die Pkw-Auslandsproduktion höher als die Inlandsfertigung. Im laufenden Jahr setzt sich dieser Trend fort. Im Gesamtjahr 2011 werden die deutschen Automobilhersteller rund 7 Mio. Pkw in ihren ausländischen Werken fertigen. Das ist ein Zuwachs um 15 Prozent. Diese Entwicklung spiegelt das dynamische Wachstum in Asien und Amerika wider. Unsere Hersteller verfolgen dabei die erfolgreiche Strategie, die Produktion dem Absatz folgen zu lassen. Weiterhin gilt die Faustformel: Drei neue Arbeitsplätze im Ausland schaffen oder sichern einen Arbeitsplatz im Inland.
Umsatz steigt auf rund 360 Mrd. Euro: Es spricht für die Werthaltigkeit unserer Fahrzeuge und ihren Premiumcharakter, dass der Umsatz der deutschen Automobilindustrie 2011 deutlich stärker wächst als der Absatz: Für das Gesamtjahr erwarten wir ein Plus von 13 Prozent auf 358 Mrd. Euro und damit einen neuen Höchstwert. Der Umsatz der Automobilhersteller wird bei 280 Mrd. Euro (+12 Prozent) liegen, der der Zulieferer bei knapp 70 Mrd. Euro (+13 Prozent). Das kräftigste Wachstum erzielen die Anhänger- und Aufbautenhersteller mit knapp 30 Prozent auf gut 8 Mrd. Euro.
Die Perspektiven für das Automobiljahr 2012 sind, weltweit betrachtet, durchaus positiv. Der globale Pkw-Absatz wird 2011 um 6 Prozent auf 65,4 Mio. Einheiten zulegen. Außer Japan und Westeuropa weisen alle wichtigen Regionen positive Wachstumsraten auf. Für das Jahr 2012 erwarten wir – unter günstigen Umständen – einen Weltautomobilmarkt von 68 Mio. Einheiten und damit ein Wachstum von 4 Prozent.
Westeuropa mit Risiken: Allerdings hängt vieles davon ab, wie sich Westeuropa entwickelt. Wir gehen derzeit davon aus, dass sich der Markt auf dem Niveau des Jahres 2011 (12,8 Mio. Einheiten) stabilisiert. Sollte die Lage an den Finanzmärkten angespannt bleiben, ist auch ein leichter Rückgang vorstellbar. Auch für diesen Fall haben unsere Unternehmen Vorkehrungen getroffen. Sie sind flexibel genug, um einen eventuell schwächeren Westeuropa-Markt international ausgleichen zu können. Bislang gehen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute davon aus, dass die Eurozone um 0,4 Prozent wachsen könnte. Allerdings werden auch in diesem Szenario eine Stabilisierung der Finanzmärkte und damit ein Vertrauensschub vorausgesetzt.
Asien bleibt auf Wachstumskurs: Asien bleibt auf Wachstumskurs. Allerdings ist dort die Inflation durchaus spürbar. In China liegt die Teuerungsrate bei knapp 6 Prozent, die dortige Regierung muss handeln und tut dies auch. Eine restriktivere Kreditvergabe wirkt bremsend auf Investitionen und Konsum. Auch Indien mit einer Inflationsrate von 10 Prozent ergreift geld- und kreditpolitische Maßnahmen. Das Wachstum beider Länder wird daher 2012 etwas geringer ausfallen als bisher – aber immer noch deutlich höher sein als das der Industriestaaten: Der chinesische Pkw-Markt wird 2012 um 8 Prozent auf gut 13,2 Mio. Einheiten steigen, für Indien erwarten wir ein Plus von 10 Prozent auf gut 2,9 Mio. Neufahrzeuge. Beide Länder gemeinsam stellen damit bereits knapp ein Viertel des Pkw-Weltmarktes dar.
US-Markt auch 2012 robust: Der US-Markt für Light Vehicles legt im Gesamtjahr 2011 um 10 Prozent auf 12,7 Mio. Einheiten zu. Für 2012 erwarten wir ein Plus von 5 Prozent auf 13,4 Mio. Einheiten. Offenbar wird die Automobilnachfrage von der weiterhin hohen Arbeitslosenquote (9 Prozent) und dem schwierigen Immobilienmarkt weniger berührt, als manche Experten vermuteten. Wir gehen davon aus, dass sich im US-Wahljahr 2012 die zu erwartende Bestandserneuerung bei Light Vehicles, die Markteinführung zahlreicher neuer Modelle, die Stabilisierung der Benzinpreise sowie niedrige Finanzierungsraten zudem positiv auf die US-Nachfrage auswirken werden.
Brasilien mit Potenzial: Die brasilianische Volkswirtschaft wird im nächsten Jahr um knapp 4 Prozent wachsen, die Inflationsrate hingegen geht etwas zurück (auf 6 Prozent). Für 2012 rechnen wir mit einer leichten Beruhigung des hohen Wachstums, das der brasilianische Light-Vehicles-Markt in den letzten Jahren vorgelegt hat. Mit einem Plus von 3 Prozent auf 3,6 Mio. Einheiten wird 2012 der positive Trend auf einem erfreulich hohen Niveau fortgeführt. Die deutschen Hersteller verfügen über einen Marktanteil von mehr als einem Fünftel. Die mittel- und langfristigen Perspektiven für diesen Markt sind ebenfalls gut: auf 1.000 Einwohner kommen erst 165 Autos, zudem steigen die Durchschnittseinkommen und die Mittelschicht wird größer.
Deutsche Automobilindustrie global gut aufgestellt: Es zeichnet die deutsche Automobilindustrie gegenüber vielen Wettbewerben aus, dass sie global breit aufgestellt ist. So können potenzielle Nachfragerückgänge in einzelnen Regionen durch andere Wachstumsregionen aufgefangen werden. Der hohe Premiumanteil der deutschen Hersteller wappnet sie überdies gegen mögliche Schwankungen im Volumenmarkt. Daher gehen wir davon aus, dass 2012 das hohe Exportniveau von 2011 gehalten werden kann. Wir erwarten für das kommende Jahr ein Exportvolumen von mindestens 4,55 Mio. Einheiten.
Auch beim Pkw-Inlandsmarkt rechnen wir für 2012 mit einer stabilen Entwicklung und einem Volumen, das mit über 3,1 Mio. Pkw dem Absatz von 2011 entspricht. Angesichts der Prognosen für Export und Inlandsmarkt ergibt sich für das kommende Jahr eine ebenfalls stabile Inlandsproduktion mit einem Volumen von mindestens 5,9 Mio. Neufahrzeugen.
Weiter zunehmen wird im Jahr 2012 die Auslandsproduktion unserer Hersteller. Neue Werke wurden eröffnet, die Kapazitäten ausgebaut. Außerhalb Deutschlands ist China der bedeutendste Produktionsstandort unserer Hersteller. Dort läuft inzwischen mehr als ein Viertel aller im Ausland gefertigten Fahrzeuge deutscher Konzernmarken vom Band, in diesem Jahr sind das rund 1,8 Mio. Einheiten. In Brasilien und Spanien produzieren unsere Hersteller 2011 jeweils rund 750.000 Pkw.
Auch die deutschen Zulieferer sind international sehr gut aufgestellt. Allein in China sind sie mit 180 Produktions- und Montagestätten vertreten. Sie leisten einen ganz erheblichen Beitrag zur Effizienzsteigerung unserer Fahrzeuge und damit zur CO2-Minderung. In den nächsten zehn Jahren kann damit der Kraftstoffverbrauch von klassischen Antrieben – Clean Diesel und Benziner – noch um ein Viertel gesenkt werden. Auch in den Bereichen Sicherheit und Komfort – etwa bei neuen Fahrerassistenz- und Bremssystemen sowie Kameras am Fahrzeug für die Rundum-Erkennung – setzen unsere Zulieferer Maßstäbe.
Dynamische Nutzfahrzeugmärkte: Lassen Sie mich, auch mit Blick auf die im September 2012 in Hannover stattfindende 64. IAA, noch kurz auf das Nutzfahrzeuggeschäft eingehen. Der globale Nutzfahrzeugmarkt ist im Jahr 2011 weiter robust. Nachdem der Weltabsatz schwerer Lkw (über 6t) 2010 um mehr als ein Drittel auf 2,9 Mio. Einheiten sprunghaft gestiegen war, erwarten wir für das Gesamtjahr 2011 ein Plus von 7 Prozent auf 3,1 Mio. Einheiten. In Westeuropa wächst der Markt für schwere Lkw 2011 um mehr als ein Viertel, in den neuen EU-Ländern sogar um rund 70 Prozent. Der russische Markt zeigt ein Plus von mehr als einem Drittel, die USA von knapp 40 Prozent. Auch in Brasilien ist das Wachstum zweistellig (plus 14 Prozent). Der chinesische Markt, der in den beiden Vorjahren sehr stark gewachsen ist (2009: +20 Prozent; 2010: +44 Prozent), legt vorübergehend eine Atempause ein und wird 2011 ein Volumen von knapp 1,2 Mio. Einheiten aufweisen (-9 Prozent). Vor allem der Wegfall der Prämien in China – insbesondere für Minibusse – ist für den Rückgang verantwortlich. Bereits im kommenden Jahr rechnen wir wieder mit einem Wachstum von mindestens 3 Prozent.
Für 2012 erwarten wir, dass der Weltmarkt für schwere Nutzfahrzeuge (über 6t) um 7 Prozent auf gut 3,3 Mio. Fahrzeuge steigen wird. Für Westeuropa rechnen wir mit einem leichten Plus von 4 Prozent, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Der russische und japanische Lkw-Markt werden um jeweils ein Viertel zulegen, für den US-Markt erwarten wir ein Plus von 17 Prozent. Der internationale Transporter-Markt (bis 6t), der 2011 um 2 Prozent auf knapp 5,6 Mio. Einheiten steigt, wird 2012 aller Voraussicht nach um 3 Prozent auf knapp 5,8 Mio. Einheiten wachsen.
Überraschend stark hat sich 2011 der Inlandsmarkt für Nutzfahrzeuge über 6t entwickelt. Für das laufende Jahr rechnen wir daher mit einem Plus von 22 Prozent auf 90.000 Einheiten. Gegenüber 2009 ist der deutsche Markt damit um fast die Hälfte gewachsen. Für 2012 ist mit einem leichten Zuwachs in Höhe von 2 Prozent zu rechnen. Beim Absatz der leichten Nutzfahrzeuge (bis 6t), der im laufenden Jahr um 14 Prozent auf rund 230.000 Einheiten zulegte, wird im nächsten Jahr eine Seitwärtsbewegung prognostiziert.
VDA Fazit: Nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2011 – dem zweiten Wachstumsjahr in Folge – wird die Drehzahl im kommenden Jahr etwas zurückgenommen, aber die Reisegeschwindigkeit bleibt zügig.
Wenn die Politik den Finanzmarkt in den Griff bekommt und damit das Vertrauen der Konsumenten stärkt, wird es ein Autojahr mit Potenzial. Trotz Unsicherheiten in manchen Ländern – die weltweite Nachfrage nach Autos steigt weiter. Und unsere Unternehmen sind so flexibel, dass sie mit ihrer Fertigung „atmen“ können. Damit lassen sich eventuelle Nachfragerückgänge in einzelnen Märkten ausgleichen. Klar ist aber auch: 2012 wird kein Spaziergang, sondern ein hartes Arbeitsjahr.
Wir gehen mit realistischem Optimismus in das kommende Jahr. Unsere Unternehmen bringen spannende und sehr verbrauchseffiziente neue Modelle auf den Markt. Sie bauen ihre internationale Präsenz weiter aus und sichern damit Wachstum und Beschäftigung auch hier in Deutschland.
Langfristig bleibt die Automobilindustrie Wachstumsbranche: Bis zum Jahr 2020 wird der Weltautomobilmarkt nach Ansicht der Experten um 40 Prozent auf 90 Mio. Einheiten steigen. Die deutsche Automobilindustrie hat das Ziel, an diesem dynamischen Wachstum auch künftig überproportional dabei zu sein.
Allerdings muss auch das Umfeld stimmen. Hier ist die Politik ist gefordert. Entscheidend ist, dass in allen Ländern Europas eine glaubwürdige Stabilitätskultur einkehrt und umgesetzt wird. Mit Reden allein ist es nicht getan. Den Worten müssen Taten folgen. Wir unterstützen mit Nachdruck ein verlässliches Sanktions-Regime in der Euro-Zone. Strategien zur generellen Vergemeinschaftung von Staatsschulden sind auch deshalb problematisch, weil dadurch die Bereitschaft der einzelnen Länder erlahmt, vor der eigenen Haustüre kraftvoll zu kehren.
Hinzu kommt, dass in der EU immer wieder der Versuch gemacht wird, wirtschaftlich dynamische Länder zu bremsen. So gibt es in der EU Ansätze, Exportüberschüsse zu bestrafen. Das ist eindeutig der falsche Weg. Die Lösung kann nur darin bestehen, dass die weniger Erfolgreichen sich besonders anstrengen und ihre Hausaufgaben machen – und nicht darin, dass versucht wird, die Erfolgreichen in ihrem Tempo zu drosseln. Nicht die Schwächsten dürfen die Maßstäbe setzen, sondern die Innovativsten und Besten.
Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA) – Behrenstrasse 35, D-10117 Berlin, www.vda.de
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