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Achensee

Auf Erkundungstour um den Achensee

Es wird als Tirols Ferienregion Nr. 1 bezeichnet , das sog. Triumvirat Karwendel, Rofan und Achensee. Ob und warum das so ist, soll nachfolgend nicht erläutert werden. Es geht vielmehr um jene touristischen Highlights am und um den Achensee, die es in jedem Fall wert sind, dass auf sie aufmerksam gemacht wird. Dazu gehören Attraktionen mit einem größeren und solche mit bisher noch geringeren Bekanntheitsgrad.


Mit einstelliger Geschwindigkeit hoch hinaus

Das Städtchen Jenbach (563 m; 6 898 Einwohner) liegt an der Schnittstelle der Urlaubsgebiete Zillertal, Inntal und Achensee. Es ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Hier treffen sich die Bahnstrecken der Österreichischen Bundesbahn (Spurweite 1 435 mm), der Achenseebahn (1 000 mm) und der Zillertalbahn (760 mm).
ür die Fahrt von Jenbach zum Achensee benötigt die Achensee-Dampf-Zahnradbahn 45 Minuten. Schon kurz nach Verlassen des Bahnhofs beginnt die Zahnradtrasse und wenig später folgt die größte Steigung mit 165 Promille. Vom Berghang hat man eine herrliche Sicht über das Inntal und auf die Bergwelt bis zu den Stubaier Alpen und den Wilden Kaiser.
Nach 25 Minuten wird mit acht km/h und einem bewältigten Höhenunterschied von 440 m der höchste Punkt der Bahntrasse (970 m) in Eben erreicht. Hier endet die Zahnstrecke.

 

Der Zug fährt danach mit rund 20 km/h weiter durch Maurach bis an das Ufer des Sees und erreicht auf 931 m Höhe die Endstation Seespitz-Schiffstation. Diese Kombination ist einzigartig, denn nirgendwo sonst führt eine Bahn vom Tal hinauf zu einer höher gelegenen Schiffsanlegestelle und das bereits seit 1889.
Die Lokomotive wurde in der Wiener Lokomotivfabrik Floridsdorf gebaut. Sie hat ein ausgerüstetes Gewicht von 18,3 t, verbraucht pro Fahrt 350 kg Steinkohle und drei cbm Wasser. Jährlich befördert die Bahn etwa 104 000 Passagiere. Bundespräsident Horst Köhler und die ehem. US-Außenministerin Madelene Allbrigth gehörten unlängst zu den Fahrgästen.

Der Fahrpreis einer einfachen Fahrt beträgt 22 Euro, eine Berg- und Talfahrt 28 Euro. Für Gruppen gibt es deutliche Ermäßigungen. Kinder unter sechs Jahren werden kostenfrei befördert; von sechs bis 15 Jahre haben sie 50 Prozent Ermäßigung. Mehr zur Achenseebahn AG unter www.achenseebahn.at

 

Bernhard Marchi (l.) ist seit 19 Jahren Geschäftsführer der Achensee-Dampf-Zahnradbahn. Er hält viele Kontakte zu ebensolchen exklusiven Bahnen in verschiedensten Ländern der Welt, bis in die USA

Eine Seefahrt die ist schön

Das gilt auch für eine Schifffahrt auf dem Achensee. Im Jahre 1887 hatte der Abt des Benediktinerstifts Fiecht die für den Tourismus bahnbrechende Idee zu diesem „Spektakel“. Heute bilden vier Schiffe mit Kapazitäten zwischen 40 und 600 Personen die stolze Flotte der Achenseeschifffahrt. In den fünf Monaten des Betriebs (Mai bis Oktober) legen die Schiffe zusammen bis zu 15 000 km zurück und befördern rund 240 000 Passagiere.
Am 10. August 2007 gab es Anlass zum Feiern: Das neue MS „Stadt Innsbruck“ wurde von Hilde Zach, Bürgermeisterin der Stadt Innsbruck, getauft und ging anschließend mit viel regionaler Prominenz auf Jungfernfahrt. Es ersetzt die „St. Benedikt“, die außer Dienst gestellt wird. Das neue Flaggschiff kostete stolze 4,3 Mio. Euro, im Vergleich zum ersten Schiff der Flotte, das es seinerzeit für 23.600 Gulden gab.
Der Fahrpreis einer Rundfahrt beträgt 13 Euro. Für Gruppen gibt es deutliche Ermäßigungen. Kinder unter sechs Jahren werden kostenfrei befördert; von sechs bis 15 Jahre haben sie 50 Prozent Ermäßigung. Mehr zur Achensee- und Innschifffahrt unter www.tirol-schifffahrt.at

Kapitän Ernst Fankhauser kreuzt seit 23 Jahren auf dem Wasser und ist davon zehn Jahre bei der Tirol-Schifffahrt, die sowohl den Inn als auch den Achensee bedient

Stippvisite von Ort zu Ort

Achenkirch (930 m; 2 065 Einwohner) liegt am Nordufer des Sees. Eine familiäre Atmosphäre verschafft Kindern spielen ohne Ende und garantiert Erwachsenen sportliche Vielfalt wie Reitkurse, Ausritte mit den weißen Paradepferden des größten privaten Lippizanergestüts Österreichs, ausgedehnte Bikingtouren in idealem Gelände, das gesamte Spektrum des Wassersports sowie Tennis und Golf. Hier ist der Sitz des Tourismusverbandes Achensee.

Maurach (935 m; 2 041 Einwohner) , das Bilderbuchdorf zwischen See und Bergen, liegt eingebettet im Karwendel- und Rofangebirge auf einem sonnigen Hochplateau. Das klare Seewasser lockt zum Baden an den weitläufigen Stränden. Surfer und Segler finden ideale Bedingungen am sog. „Alpenfjord“. Hier sind auch die Talstation der Rofanseilbahn und die „Achenseer Museumswelt“, die eine historische Zeitreise durch das Achental vermittelt.

Pertisau (940 m; 650 Einwohner) ist mit seinem einnehmenden Panorama Ausgangspunkt für den Alpenpark Karwendel, eines der schönsten Bergwandergebiete Europas. Der Ort hat in seinem Zentrum eine Stele, auf der die Botschafter der Ferienregion Achensee verzeichnet sind. Mit diesem „Titel“ werden Stammgäste geehrt, die mindestens sieben Nächte pro Kalenderjahr in der Ferienregion weilten. Das Ganze beginnt nach fünf Treuejahren mit einer Stammgäste-Ehrung. Der Betreffende bekommt eine bronzene Ehrennadel und eine Urkunde hinter Glas. Ab 20 Jubiläumsjahren wird der Gast zum Achensee-Botschafter ernannt, erhält die Botschafterkarte in Bronze und eine Ehrennadel in echt Silber. Wer es gar auf 50 Jahre bringt, bekommt die Botschafterkarte in Diamant und eine Ehrennadel in echt Gold mit Brillant.
Von Pertisau gelangt man u. a. zur Gramai-Alm, ein Familien- und Erlebnisparadies im Alpenpark Karwendel auf 1 267 m Höhe mit blühenden Almwiesen, faszinierender Berg- und Tierwelt sowie der Kas- und Speckalm aus dem 16. Jahrhundert.
Der Ausflugsgasthof Gramai ist nur sieben km vom Ort entfernt und mit Pkw (Maut 3,50 Euro), Bus, Rad und zu Fuß (eigener Wanderweg) von Anfang Mai bis Mitte Oktober bequem erreichbar. Mehr zur Gramai-Alm unter www.gramaialm.at

Auch bei weniger freundlichem Wetter - wie hier auf dem Weg zur Gramai-Alm - ist ein Ausflug in den Alpenpark stets empfehlenswert

Steinberg am Rofan (1 015 m; 306 Einwohner) liegt weit abseits vom Trubel. Es nennt sich liebevoll das „Schönste Ende der Welt“, weil es nur einen offiziellen Hin- und Rückweg in das Dorf gibt. Wanderungen führen hier durch wildromantische Landschaften, wie auch zwei Etappen des bekannten „Adlerweges“: Vom Kaiserhaus nach Steinberg und von Steinberg weiter zur Erfurter Hütte an der Rofanseilbahn-Station. Neben Kur- und Schönheitsanwendungen findet der Urlauber absolute Ruhe, wie beispielsweise im „Waldhäusl“ der Familie Huber. Ein gemütliches Haus in sonniger Lage, direkt am Waldrand gelegen, mit toller Küche und kuschelig renovierten Zimmern. Es ist der Ausgangspunkt zum Guffert (2 195 m) und liegt direkt an der im Winter beleuchteten Rodelbahn.

Wiesing (568 m; 2 084 Einwohner), ein kleiner Ort am Eingang zur Sport- und Vitalregion Achensee, ist ein beschauliches, familienfreundliches Feriendorf. Eingebettet in das mächtige Rofangebirge im Norden, in die Moränenhügel des Inntal-Gletschers im Osten und bewaldeter Bergrücken verfügt es über ein mildes Klima. Der einzigartige Almabtrieb und zahlreiche traditionelle Dorfaktivitäten machen das Dorf besuchenswert. Mehr zu den Orten der Achensee-Region unter www.achensee.info

Die Achensee-Dampf-Zahnradbahn an der Endstation Seespitze. Hier erfolgt der Umstieg auf die Schiffe Achenseeflotte

Ein Tor zu den Alpen

In Maurach befindet sich bei 950 m die Talstation der Rofanseilbahn, die eines der schönsten Alpengebiete erschließt. Nach nur fünf Minuten Bergfahrt ist sie auf 1 840 m Höhe und bringt Sie zum Ausgangspunkt herrlicher leichter Wanderungen in das Rofangebirge, bis zum Hochiss in 2 299 m Seehöhe. Alle umliegenden Ziele sind auf gut begehbaren Wegen erreichbar und auch für Familien mit Kindern geeignet. In den Monaten Mai bis Juli, während der Blütezeit, wird die Region zum außerordentlichen Erlebnis.
Unmittelbar neben der Bergstation trifft man auf die 60 Jahre alte „Erfurter Hütte“ des Deutschen Alpenvereins (DAV), die seit 35 Jahren von Hans Kostenzer bewirtschaftet wird. Die Sektion Erfurt des DAV wurde 1882 gegründet und drei Jahre später die Hütte eingeweiht. Zwischen 100 und mehr als 1 000 Gäste kommen täglich - je nach Wetterlage - hierauf, um sich zu erholen, die herrliche Aussicht zu genießen oder ihre Wanderungen anzugehen. Hängergleiter haben neben der Hütte ihren Start- und Landeplatz.
Im Winter ist das Gebiet geradezu ideal: Anfänger und Experten finden auf den Pisten der Bergregion alle „ihre Strecken“.
Die Erfurter Hütte - 2004 mit dem Umweltsiegel des DAV ausgezeichnet - ist von Pfingsten bis Mitte Oktober und von Weihnachten bis Ostern geöffnet. Neben gastronomischen Angeboten stehen zur Übernachtung weniger anspruchsvolle Lager und Zimmer zur Verfügung.
Mehr zur Rofanseilbahn unter www.rofanseilbahn.at zum Deutschen Alpenverein (DAV) unter www.alpenverein-ettlingen.de


Wandern auf den Schwingen des Adlers

Den Adlerweg, dessen Verlauf auf der Karte dem Tiroler Wappentier gleicht, ist der Hauptwanderweg durch ganz Tirol. Allein entlang der Hauptroute kann man in 31 Etappen rund 23 000 Höhenmeter im Anstieg zurücklegen. Der Weg beginnt in St. Johann im Tiroler Unterland, führt entlang des Wilden Kaisers, weiter durch die Brandenberger Alpen, das Rofan- und Karwendelgebirge, die Lechtaler Alpen und endet in St. Anton am Vorarlberg. Der höchste Punkt wird auf der Etappe zwischen der Berliner Hütte und dem Schlegeisspeicher mit dem Schönbichler Horn (3 134 m) erreicht.
Den Adlerweg säumen Gasthäuser, Almen und Hütten, die zum Rasten und Übernachten einladen. Wer sich dem Weg anvertraut, wird in die Natur, die Tradition und in die Kultur Tirols hineingeführt.
Mehr zum Adlerweg unter www.adlerweg.tirol.at


Die Faszination des brennenden Ölsteins

Im Jahre 1902 entdeckte Martin Albrecht am Seeberg nahe der Gaisalm am Achensee zufällig dunkelbraune Felsbrocken, die er sofort als Ölschiefer identifizierte. Mit einfachsten Werkzeugen wurde alsbald im Mariastollen der Ölstein unter Tage händisch abgebaut, zerkleinert und in primitiven Graphittiegeln ausgebrannt. Auf diese Weise wurde das erste Tiroler Steinöl am Achensee gewonnen.
Sechs Jahre später entdeckte Albrecht im Bächental (1 370 m), einem abgelegenen Seitental des Karwendelgebirges, eine wesentlich mächtigere Ölschieferlagerstätte. Hier errichtete er nach der Zerstörung der Anlage am Seeberg 1917 ein neues Werk, in dem noch heute der Abbau erfolgt.
Ölschiefer entstand vor rund 180 Mio. Jahren aus Ablagerungen abgestorbener Tiere am Meeresboden. Er wurde bei der Entstehung der Alpen durch eine urgewaltige Eruption aus der Flut empor gedrückt. Das aus dem Ölschiefer geschwelte Steinöl wird noch heute nach überlieferten Rezepturen veredelt. Die Produkte sind durch ihre einmalige harmonische Zusammensetzung und einen hohen Gehalt an natürlich gebundenem Schwefel vielfältig wirkungsvoll. Das Steinöl hat eine wohltuende und pflegende Wirkung für Mensch und Tier. Die pharmazeutischen (u. a. Fango, Fossil-Badeöl, Fußbalsam) und kosmetischen (u. a. Duschgel, Körpermilch, Hautbalsam) Erzeugnisse erfahren auch international große Beliebtheit. Sie steigern das Wohlbefinden bei Rheuma, Gelenkschmerzen und Verspannungen. Ärzte, Heilpraktiker und viele zufriedene Kunden bestätigen seine Wirksamkeit. In der Sport- & Vitalregion Achensee gehört es deshalb zur Selbstverständlichkeit, dass Tiroler Steinölkuren angeboten werden.
Die spannende, über 100-jährige Geschichte des Steinöls kann man hautnah im „Tiroler Steinöl Vitalberg Erlebniszentrum“ in Pertisau - täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr - verfolgen und anschließend im Verkaufsraum nach fachkundiger Beratung entsprechende Produkte erwerben. Mehr zum Tiroler Steinöl unter www.steioel.at

Das „Tiroler Steinöl Vitalberg Erlebniszentrum“ in Pertisau am Abend

Lieber klein, als groß und mit Kopfweh

Früchte in flüssiger Form von Edelbränden sind ein außerordentliches Geschmackserlebnis. Sie fachgerecht zu verarbeiten und den Kunden in bestmöglichster Qualität zu offerieren gehört zu den Grundsätzen von Hans Konstenzer, der in Maurach, unmittelbar an der Achensee-Bundesstraße, eine Edelbrennerei betreibt.
Seit seinem 18. Lebensjahr ist der Tiroler mit der Herstellung von Weinen befasst. „Mein guter Lehrmeister sowie dessen Wissens- und Know-how-Vermittlung haben mich als Autodidakt zum Destillator geformt“, erklärt er seinen beruflichen Entwicklungsweg, der ihn irgendwann zum Umstieg auf Spirituosen führte.
Erfolgreich setzt er bekannte, aber auch eigene Rezepturen ein, probiert hier und dort, und hat Erfolg. Das bestätigen die zahlreichen Diplome und Goldmedaillen, die die Wände der Schau- und Verkaufsräume zieren. Seit 2004 stellt er sich in Wettbewerben der Konkurrenz und wurde u. a. 2005 „Newcomer des Jahres“.

 

Hans Konstenzer suchte schon bald - der nur seine Ehefrau und zeitweise die Kinder als Arbeitskräfte an seiner Seite hat - neue Herausforderungen und widmet sich seit etwa drei Jahren der Whisky-Brennerei. 60 Obstsorten, u. a. aus Deutschland, Ungarn, der Ukraine und Österreich sowie Getreide für Spezialbrennerei aus Würzburg sind neben zahlreichen speziellen Zusätzen die Basis seiner wohlschmeckenden Produkte. Bis zu 15 000 kg Früchte - die vor der Verwendung händisch geputzt und gewaschen werden - sind für 25 Liter Schnaps erforderlich. Das Achenseeklima nutzend, reift das edle Getränk nach den erforderliche Prozeduren bis zu drei Jahre in neuen französischen Eichenfässern - die Schotten verwenden im Gegensatz zu ihm benutzte Cherryfässer. Über 40 Edelbrände, zahlreiche Schnäpse, Spirituosen und Liköre umfasst das aktuelle Angebot. Vergrößern will sich der erfolgreiche Edelbrände-Hersteller nicht. „Lieber klein, als groß und mit Kopfweh“, lautet sein Motto. Mehr zur Geschichte und zum Warenangebot der Edelbrennerei unter www.schnaps-achensee.at

 

Stolz präsentiert Hans Konstenzer sein
„Spirituosenlager“

 

 

 

 

 

Kontakt

 

Tourismusverband Achensee
Rathaus 387, A-6215 Achensee
Tel. 0043 5246 5300, Fax 0043 5246 5333
e-Mail: info@achensee.info

www.achensee.info

 

Wenn Sie sich einen Überblick zur Ferien- und Erlebnisregion Achensee verschaffen wollen, lesen Sie den Beitrag „Urlaub in aller Frische“

Viele tausend Gästebetten stehen in der Ferien- und Erholungsregion Achensee in den zahlreichen Pensionen, Gasthöfen und Hotels für Erholung suchende Urlauber zur Verfügung. Stellvertretend für alle Gastgeber besuchten wir das Hotel „Sonnenhof“ in Pertisau. Lesen Sie dazu den Beitrag „Schnuckelig mit Trend zum Luxuriösen“

 

Ein Beitrag und Fotos für ReiseTravel von Bernd Schenke, eu@reisetravel.eu

 

 

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