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Chronik eines Ortes
„Die liebe Himmelsmutter hat sich gewürdigt, sich in Werfenweng ein stilles Plätzchen auszusuchen, um da die Bitten so mancher Wallfahrer zu erhören", so schreibt ein Historiker über unseren Ort, beziehungsweise über dessen Wahrzeichen, unsere schöne Marienkirche.

Heute wird Werfenweng als "Ferienort" angepriesen, im Winter als „Nest im Schnee".
Werfenweng hat sich im „Wandel der Zeiten" wohl etwas verändert - äußerlich - und wenn man auch nicht gerne darüber spricht - innerlich - !
Beginnen wir mit unserem historischen Rückblick dort, wo gegen Ende des ersten Jahrtausends die ersten Holzfäller den Waldreichtum nützten. Nach der Rodung größerer Waldflächen entstanden Wiesen, Hütten und Bauernhöfe. Dies beweist uns eine alte, aus dem Jahre 1090 stammende Urkunde, in der berichtet wird, dass eineinhalb Höfe aus „Wenga in Pongowe" dem Stift Admont unter Erzbischof Thiemo übergeben wurden. Der Name Werfenweng leitet sich ab, einerseits von der geographischen Nähe Werfens, andererseits vom Wort „Wenge", welches Wald bedeutet, beziehungsweise „Gweng", das Weidegrund heißt. Dieses, heute noch waldreiche Gebiet, das auch fruchtbares Weideland aufweist, liegt auf einer klimatisch interessanten Höhe zwischen 900 und 1.000 Metern.
Das Flächenausmaß dieses breiten Hochtales, das zu den „schönsten und flachsten Gegenden des Gerichtsbezirkes Werfen“ gezählt wurde, beträgt 4500 Hektar. In diesem Gebiet, in dem sich vornehmlich Bauern aus der näheren Umgebung angesiedelt hatten, wurde im Jahre 1509 die Kirche „zu Maria Geburt“ in Weng eingeweiht. (Der Name „Werfenweng" hatte sich erst im 19. Jahrhundert eingebürgert.)

In den folgenden Jahrhunderten wurde die Kirche, die in ihren Anfängen nur wenigen Leuten Platz bot, erweitert, im 18. Jahrhundert baroclcisiert und im darauf folgenden Jahrhundert wiederum regotisiert, so, wie wir sie heute kennen. Die Statue am Hochaltar stammt allerdings aus dem 15. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammen auch zwei Legenden über die Entstehungsgeschichte der Wallfahrt zu „Unserer Lieben Frau“, welche in einem kleinen Büchlein von Pater Virgil Waß nachzulesen sind. Eine wundertätige Quelle schaffte Linderung bei verschiedenen Leiden. Diese Quelle ist mittlerweile versiegt. Ein Bildstöckl in der Nähe dieser historischen Stätte erinnert uns noch an den „Ursprung der Wallfahrt zu Ehren der Gottesmutter in Werfenweng. Eine düstere Zeit brach zwischen 1731 und 1732 über unsere Region herein. Die „Protestanten“, dazu zählten auch 80 Prozent der einheimischen Bevölkerung, mussten die Scholle verlassen und flüchten.
Die Hofnamen der landwirtschaftlichen Güter blieben: Der Wenghofer, der Eilersberger, der Hundsdorfer, der Stampfer, der Mayrhofer, der Frommer, um nur einige zu nennen, verweisen auf die Namen der ausgewanderten Geschlechter. Die Wiederbesiedlung dauerte 20 Jahre. Es waren Bauern aus der Umgebung, dem Zillertal, Bayern und aus Schwaben.
Um diese Zeit, in der Schulchronik mit 1748 angegeben, wurde die erste Bürgerschule gegründet. Diese einklassige Volksschule war im heute noch bestehenden Mesnerhaus untergebracht. Lehrer war der Mesner und Mönchsbruder Anton Bachiel. (Im Jahre 1902 wurde eine eigene Schule, ein Holzbau errichtet, der 1960 einem neuen Schulgebäude, dem jetzigen, weichen musste.) Die Bürger Werfenwengs, es waren vaterlandstreue Bauern, beteiligten sich im Jahre 1809 unter Führung des Schützenhauptmannes Peter Sicherer beim Kampf am Paß Lueg gegen die napoleonischen Krieger.
Die Verstorbenen wurden in frühern Jahrhunderten in Pfarrwerfen beigesetzt, zurzeit, als die Pest wütete, unter dem „Pestkreuz am Aberg" und seit 1830 am „Beerdigungsplatz" in Werfenweng, dem heutigen Friedhof. 1907 wurde in Werfenweng die „Freiwillige Feuerwehr" gegründet.

Aufgrund von Erzählungen und Bildern hat 1902 bzw. 1908 im hiesigen Ort bereits eine Musikkapelle bestanden. Zwischen 1914 und 1918, der Zeit des ersten Weltkrieges hatte Werfenweng von allen Gemeinden Salzburgs, auf die Einwohnerzahl bezogen, die meisten Kriegsopfer zu beklagen. 1922 wurde ein privates Kraftwerk errichtet, welches durch stete Zuwanderung und aufgrund von Neubauten bald überlastet war und als „Werfenwenger Lichtspiele" in die örtliche Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes „einging". Zur selben Zeit wurde die erste Telefonverbindung von Pfarrwerfen zum Wenghof installiert und die Gemeindevertretung entschloss sich, den Gemeindeschreiber zu entlasten und kaufte die erste Schreibmaschine.
Zwischen 1934 und 1938 wurde, wie es damals üblich war, unter großem persönlichen Einsatz, eine, für damalige Verhältnisse, brauchbare Zufahrtsstraße von Pfarrwerfen nach Werfenweng gebaut. Nun war es möglich, größere Transporte durchzuführen. Während des zweiten Weltkrieges wurde Werfenweng nach „Dorfwerfen" eingemeindet, aber 1948 per Landesgesetz zur selbständigen Gemeinde erklärt. 1974 wurde, nachdem von der Gemeinde die Räumlichkeiten geschaffen wurden, ein Postamt errichtet. Seit 15 Jahren gibt es auch eine reguläre Müllabfuhr. Strebsame, tüchtige und verantwortungsbewusste Bürgermeister, sowie Gemeindevertreter waren gegenüber der Zeitentwicklung in wirtschaftlicher und kultureller Weise äußerst aufgeschlossen. Ihnen ist es zu verdanken, dass Werfenweng ein „Name" wurde, der nicht nur innerhalb unserer nationalen Grenzen bekannt ist. Lifte, Güterwegebau, Kanalisation und Ortsbildgestaltung waren Aufgaben, die in fairer Zusammenarbeit aller Bürger und Parteien zufrieden stellend gelöst wurden.
Das letzte Großprojekt, welches in unserer Gemeinde unter großen finanziellen Opfern verwirklicht wurde, war der „Gemeindemehrzweckbau" mit einem ästhetisch eingebundenen Gemeindeplatz.
Dass die dicken Bücher der örtlichen Gemeindechronik weiterhin mit historischen Daten beschrieben wird, sei den Gemeindeverantwortlichen und deren Bürgern ein Satz von Hermann Hesse mitgegeben:
Alles ist ein Werden, nicht ein Sein. So ist auch das, was Ihr „Kultur" nennt, nichts Fertiges, Abgeschlossenes, das man nur zu erben braucht.

Es bleibt stets genauso viel von „unserer Kultur“ lebendig und wirkt weiter, als eine neue Generation versteht, sich die Dinge zu Eigen zu machen und weiterleben zu lassen.
Kontakt
Tourismusverband Werfenweng
Wenig 138, A-5453 Werfenweng
Tel. 0043 (0) 6466-4200, tourismusverband@werfenweng.org
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Das Buch ist vor Ort erhältlich und kann unter: tourismusverband@werfenweng.org bestellt werden.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Dir. Wolfgang Popp, Fotos Gerald H. Ueberscher
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weitere Berichte über Werfenweng finden Sie hier:
Der Weihnachtsmann fliegt auf Werfenweng
„Meine Küchenbrigade ist immer für Sie da!“
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