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Skipisten im ewigem Eis
Skispaß und Einkehrschwünge in der Stubaier Gletscherwelt: Frisch gefallener Schnee knirscht unter den Ski, da könnte man jubeln vor Freude. Die ersten Strahlen der flach stehenden Wintersonne erreichen morgens als Erstes den Schlepplift am Daunferner auf dem Stubaier Gletscher bei Innsbruck. Ein paar leichte Abfahrten gehören zum Aufwärm- und zum Muskellockerungsprogramm. Dann lockt der neue Schlepplift Daunscharte. Die blaue Abfahrt ist genau richtig zum morgendlichen Einfahren. Gleich geht es wieder zurück mit dem neuen Lift und die rote Abfahrt wird getestet.
Die Pisten bieten für jeden etwas
„Komm, lasst uns die große Runde machen und das Gebiet erkunden“, schlägt Andy, der Skilehrer vor. Gut eingefahren geht es auf der leichten, breiten Abfahrt zurück zur Bergstation Gamsgarten. Der Sessellift Eisjoch bringt die Skifahrer bergwärts. Gemütlich im Sessellift sitzend kann man bei den Kunststücken der Snowboarder im „Moreboard Stubai Zoo“ Park zuschauen. Mutige Boarder üben Saltos und andere springen wagemutig von hohen Schanzen. Oben angekommen eröffnet sich dem Skifahrer ein Blick auf die Ötztaler Alpen. Ein paar Schwünge sind es nur bis zum Verbindungsschlepplift Windachferner, der einen zur Jochdohle in 3150 Metern Höhe bringt. Schon der Ausblick in der klaren Winterluft auf das Zuckerhütl, dem höchsten Berg der Stubaier Alpen und die Dolomiten ist gigantisch und die Vorfreude auf die Abfahrt steigt. Die futuristisch gebaute Hütte erstrahlt herausgeputzt in Glas, Metall und Holz. Kreisrund schwebt sie über dem Gaißkarferner im Gletschereis. Sie ist Österreichs höchste Einkehrstation und auf jedem Fall eine Pause wert. Nach soviel Aussicht ist Action angesagt. Es geht im Skikarussell um die Schaufelspitze weiter. Die Abfahrt führt bis zum Schlepplift Gaiskarferner, der einen in Windeseile wieder zur Jochdohle zurückbringt. Die nächste Abfahrt endet am Zweier-Sessellift Pfaffengrat, der einen zum Fernauferner bringt. Ein paar Meter muss man oben auf dem Grat Anschieben und dann geht es zügig auf der 6,5 Kilometer langen Abfahrt bis zur Mittelstation der beiden Bahnen Eisgrat und Gamsgarten. Es ist einfach, der Spur von Andy zu folgen. Die Piste ist, wie alle Pisten im Skigebiet, gut präpariert. Fast von alleine schwingen die Ski. Auf der Abfahrt tummeln sich nur wenig Skifahrer, also kann man sich ein bisschen dem Geschwindigkeitsrausch hingeben.
Hin und wieder bleibt Andy stehen, um seinen Aspiranten ein paar Ratschläge zu geben, wie, mehr Vorlage oder mehr in die Knie gehen. Mit einem: „passt scho“, von ihm geht es weiter. Die Runde ist mit der Fahrt zur Bergstation Gamsgarten wieder geschlossen.
Mittagspause: Der Einkehrschwung ist oberste Pflicht. Die moderne Bergstation Gamsgarten bietet einfach alles, was das Herz begeht. Das Selbstbedienungsrestaurant und das Restaurant „Zur goldenen Gans“ erfüllen die unterschiedlichsten kulinarischen Wünsche. Die Auswahl ist groß, es gibt Gerichte der regionalen Küche genauso wie internationale Gerichte. Im Sportgeschäft kann man die Ausrüstung trendgerecht vervollständigen. Skischule, Skiservice und Zeitungskiosk runden das Angebot ab. Es gibt genügend Liegestühle mit gemütlich warmen Decken für Frischluftfanatiker oder Sonnensklaven. Dohlen lauern auf dem Dach und versuchen im Sturzflug auch mal einen Happen von den Tischen im Freien zu ergattern.
Jetzt ist Schluss mit lustig. Nach ein paar Abfahrten am Eisjoch geht es ans Eingemachte. Standvermögen und Ausdauer erfordert die anschließende alpine Tourenabfahrt „Wilde Grub’n“ zur Talstation Mutterberg. Die zehn Kilometer hochalpine Abfahrt geht ganz schön in die Beine, die Oberschenkel brennen. Wenn einem bei einem Steilstück das Herz in die Hose rutscht, so ist das mit Andy kein Problem, er kennt leichte Umfahrungen und die Abfahrt wird zum Kinderspiel.
Die Helden der Piste sind müde, die Knie werden zu Pudding und der Muskelkater kündigt sich schon dezent an. Dagegen hilft nur der Einkehrschwung. Es ist Après Ski Zeit. Neben der Talstation lockt der heiße Sound von der Schirmbar an der Mutterbergalm. Wer noch genug Kondition hat, kann zu Schlagermusik in Skischuhen tanzen. Die Snowboarder und Skifahrer verpulvern mit Feiern und Flirten ihre letzten Energien. Hier herrscht immer Partystimmung und es werden die Dates für den Abend in den Diskotheken „Nachtkastl“ und „Rumpl“ gemacht. Wer es etwas ruhiger, aber trotzdem zünftig mag, der kehrt in der Tschangelair Alm ein. Aus der Küche zieht der köstliche Duft von Kaiserschmarrn und der Kachelofen strömt wohlige Wärme aus. Für gute Stimmung sorgen zwei Burschen mit Ziehharmonika und Gitarre. Das Verwöhnprogramm nach einem langen Skitag ist hier genau richtig.
Abends steht der Hoferwirt, in Neustift, auf dem Programm. Das Ambiente in der alten Zirbenholzstube aus dem Jahre 1880 ist so richtig heimelig, dass man am liebsten gar nicht mehr gehen möchte. Alfred Klinger, aus Graz, schwingt hier im Doppelpack mit Werner Zittera, dem Besitzer des Hoferwirts, den Kochlöffel. Die Kombination ist rundum gelungen, Alfred bringt die Erfahrung und Kreativität in der Kochkunst mit und Werner die Liebe zur Landwirtschaft und Tradition. Sie bieten die besten Voraussetzungen für eine schmackhafte Küche, die bodenständig und ehrlich ist.
Ski fahren macht süchtig. Am nächsten Tag schlägt Andy eine Übungsstunde im Carven vor. Als Erstes werden die Skistöcke an den Pistenrand gesteckt, die werden jetzt nicht mehr gebraucht. Es fängt ganz leicht mit Schrägfahrten an. Dabei muss man sich auf die Kanten stellen und die Knie zum Hang drücken. Die nächste Lektion ist die Kurventechnik. „Mit dem Radius spielen“, lautet Andys Anweisung. Leichter gesagt als getan, dazu wird der Hang immer steiler. Leicht breitbeinig ist die Grundstellung. „Eine kontrollierte Spur im Schnee wie einen schmalen Strich ziehen, bloß nicht seitlich abrutschen“, lautet hier die Anweisung. Es ist gar nicht so leicht, rasante große Bögen im Schnee zu ziehen. Die versprochene eingebaute Kurve im Carver lässt auf sich warten. So einfach, wie es aussieht, ist die Sache eben doch nicht. Aber da die Wintersaison gerade erst begonnen hat, gibt es für manchen Skifahrer noch Hoffnung. „Und fahren wir morgen wieder die große Runde?“ fragt Andy. Klar doch, welche Frage. Und das Beste ist, der Stubaier Gletscher bietet die Schneegarantie schlechthin.
Neustift liegt etwa 28 Kilometer südlich von Innsbruck im hinteren Stubaital.
Gletscher: Die besondere Höhenlage von 1750 bis 3200 Metern und die Beschneiung kritischer Pisten garantiert Schnee von Oktober bis Juni. Für Skifahrer, solche, die es werden wollen und Nicht-Skifahrer bietet das Gletscher-Gebiet genug Fun und Abwechslung. Rund 110 Kilometer Abfahrten und 23 Liftanlagen stehen den Sportlern zur Verfügung. Die Rennstrecke mit Zeitmessung, eine Loipe und ein Eiskletterturm auf dem Gletscher sorgen für Abwechslung. Schlecht-Wetter-Alternativen sind die Rodelbahn vom Elfer, geöffnet 4-mal wöchentlich 19.30 bis 21.00 Uhr, Hallenbad mit Sauna und Wasserrutsche in Neustift, Schlitten- und Kutschenfahrten, Loipe im Tal, Kegelbahn, Tennis- und Squash-Halle. Winterwege führen zu gemütlichen Almen, wie Doadler Alm und Kartnall Alm.
Service: Der Skibus und die Parkplätze an der Talstation in Verbindung mit einer Liftkarte sind kostenlos.
Kinder: Mit Zauberteppichen, Übungsliften, Wellenbahn und Torläufen machen den Ski-Zwergerl die ersten Bögen im „Big Family Park“.
Kontakt
Tourismusverband Stubai Tirol
A-6167 Neustift im Stubaital
Tel.: 0043-501881-0, e-mail: info@stubai.at, - www.stubai.at
Stubaiergletscherbahn: www.stubaier-gletscher.com, www.stubaiergletscher.com, Telefon: 0043-5226-8141
Unterkunft:
Urlaub am Bauernhof: Ladestatthof***, Gabi und Karl Pfurtscheller, Außerrain 89, A-6167 Neustift im Stubaital, Tel. 0043-5226-2723, e-mail: info@ladestatthof.at, Internet: www.ladestatthof.at
Hotel Hoferwirt, ***.Angelika und Werner Zittera, A-6167 Neustift im Stubaital, Tel.: 0043-5226-2201, e-mail: info@hoferwirt.at, Internet: www.hoferwirt.at
Sporthotel Neustift, ****S Rudi Pfurtscheller, Moos 7, A-6167 Neustift im Stubaital, Tel.: 0043-5226-2510, e-mail: info@sporthotel-neustift.at, Internet: www.sporthotel-neustift.at
Milderer Hof,****, Familie Gudrun und Herbert Hofer, Franz-Senn-Straße 166, A-6167 Neustift/Milders, Tel.: 0043-5226-2219, e-mail: office@mildererhof.at, Internet: www.mildererhof.at
Jagdhof SPA Hotel, ***** Familie Pfurtscheller, Scheibe 44, A-6167 Neustift, Tel.: 0043-5226-2666, e-mail: mail@hotel-jagdhof.at, Internet: www.hotel-jagdhof.at
Ein Beitrag für ReiseTravel von Gabi Dräger.
Unsere Autorin arbeitet als Reisejournalistin in München.
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