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Tannheim

Wer das gewisse Etwas sucht, findet es im Tannheimer Tal

Mit seinen zahlreichen Seen, seinen Bergen und einem ausgezeichneten Wegenetz auf einer Höhe von 1 100 Metern, bietet das im österreichischen Tirol gelegene Tannheimer Tal optimale Voraussetzungen für einen aktiven und erholsamen Urlaub. Es wurde zu recht als Europas schönstes Hochtal bewertet und in Österreich zu den Wanderdestinationen der Jahre 2007 bis 2009 gewählt.

 

Tannheim vom 1 862 Meter hohen Neunerköpfle aus gesehen

 

Auf mehr als 300 km Wanderwegen und zahlreichen Routen, die durch eine weitestgehend erhaltene ursprüngliche Bergwelt führen, geht der Weg unter anderem zu 31 bewirtschafteten Almenhütten. Ein 70 km langer Rundwanderweg verbindet die sechs Orte Nesselwängle-Haller, Grän-Haldensee, Tannheim, Zöblen, Schattwald und Jungholz miteinander.

Der Erholungswert in der Region wird durch die wunderschönen Bergseen Vilsalpsee - im Naturschutzgebiet Vilsalp gelegen und den Haldensee deutlich verstärkt.

Natur pur am Vilsalpsee

Der Vilsalpsee  - der zu den schönsten Bergseen Tirols zählt - ist auf 1 165 Metern, etwa vier km von Tannheim gelegen. Er präsentiert sich von einer ganz besonderen Seite: Tiefblaues Wasser, schneebedeckte Berge, eine faszinierende Flora und Fauna. Das 16 qkm große Naturschutzgebiet um den See, ein Paradies für Spaziergänger und Wanderer, zählt zu den Schätzen der Region. Hier finden sich noch viele geschützte Arten, für die sich anderswo längst kein Lebensraum mehr bietet. Allein die Flora umfasst mehr als 700, zum Teil sehr seltene Pflanzen und viele heimische Tiere. Und das Besondere: Die Zugangsstraße zum See ist zwischen 10:00 und 17:00 Uhr für den allgemeinen Fahrverkehr gesperrt. Der See ist leicht zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bimmelbähnchen, der Pferdekutsche oder auch mit Pendelbussen zu erreichen.

 

Das größte Gipfelbuch der Alpen

Fauna und Flora auf vier Routen Wanderer können das alpine Idyll rund um Vilsalp-, Traualp- und Lachensee auf vier gut gekennzeichneten Wegen erkunden, die sich teilweise auch für weniger Geübte eignen. Die Rundwanderung um den Vilsalpsee dauert etwa 90 Minuten, vorbei an grünen Wiesenhängen, steilen Kalkwänden und dem imposanten 400 Meter hohen Bergaicht-Wasserfall. Aufgrund seiner Höhenlage und der niedrigen Wassertemperatur bietet der Vilsalpsee einen entsprechenden Lebensraum für Bach-, Regen- und Seeforellen, Seesaiblinge und Barsche. Der Weg zur Landsberger Hütte Der Vilsalpsee ist Ausgangspunkt für die beliebte Bergwanderung zur Landsberger Hütte auf 1 805 Meter. Die rund dreistündige Tour umfasst alle Höhenstufen und Lebensräume des Naturschutzgebiets. Wer die Augen offen hält, erspäht besonders auf den blumenreichen, alpinen Rasengesellschaften oberhalb der Waldgrenze viele geschützte Arten wie Orchideen, Edelweiß, Alpenaster, Enziane und Arnika. Weiter unten finden sich Frauenschuh, Korallenwurz, Türkenbund, Schwarze Akelei oder Kleines Zweiblatt. Murmeltiere und Gämsen können oft aus nächster Nähe beobachtet werden. Im Sommer lassen sich auch Rothirsche blicken, die zum Grasen bis an den Vilsalpsee herunter kommen. Zu den geschützten Arten, die hier heimisch sind, gehören unter anderem Alpensalamander, Erdkröte, Grasfrosch, Feldhase und Dachs. Im Frühling und bis in den Sommer blühen hier Alpenanemonen, Goldpippau und Berglöwenzahn, schließlich die Gelben Enziane. Dazwischen gedeihen seltene Arten wie die Grüne Hohlzunge, die Mondraute und die Kugelorchis. Vorbei am tiefblauen Traualpsee führt der steile und zum Teil steinige, durch Drahtseile gesicherte Weg entlang des Lachensees zur Landsberger Hütte. Oben können sich die Wanderer ausruhen, das herrliche Panorama genießen und sogar auf den Sonnenuntergang warten: Das verfügbare Matratzenlager bietet 170 Plätze, darüber hinaus gibt es 30 Betten in Mehrbettzimmern.

Auf zu den Zweitausendern Wer absolut trittsicher und schwindelfrei ist, kann von der Landsberger Hütte aus die umliegende Gipfelwelt erkunden: Die Steinkarspitze (2 068 m), die Rote Spitze (2 130 m), die Lachenspitze (2 126 m), die Lailachspitze (2 274 m) und die Schochenspitze.

Dieses Gipfel-Hopping dauert acht bis zehn Stunden und erfordert ziemlich gute Kondition. Ebenfalls - eher für Geübte - ein Genuss ist die vierte Wanderroute, die von der Vilsalpe weiter zum 2 249 Meter hohen Gaißhorn führt, einem der schönsten Gipfel des Gebietes. Die Gehzeit beträgt etwa vier Stunden. Als Belohnung wartet ein unverfälschtes Naturpanorama in alle Himmelsrichtungen.

 

Einst Wohnhaus, seit 2004 Privatbrauerei, das „sHöf Bräuhaus“ in Tannheim

Interessantes rechts und links des Weges  Aufgrund des enormen Vogelreichtums wurde das Naturschutzgebiet Vilsalpsee auch als internationales Vogelschutzgebiet ausgewiesen. In der alpinen Stufe sind Schneehuhn, Schneefink, Alpenbraunelle, Birkhuhn, Steinschmätzer, Hausrotschwanz und Turmfalke zuhause. Auf den Almweiden ist der Bergpieper auffällig. In den Zirben bewachsenen Höhen sowie den darunter liegenden Latschenfeldern und Gehölzgruppen leben unter anderem Hänfling, Birkenzeisig, Zitronengirlitz, Fichtenkreuzschnabel und Ringdrossel. Als Ausgangspunkt für Expeditionen im Naturschutzgebiet bietet sich der Vilsalpsee an.

Frei und unbeschwert genießen

Mit der Gondelbahn von Tannheim aus oder über den Aufstieg Richtung Usseralp geht´s hinauf auf das Neunköpfle in 1 862 Meter Höhe. Oben angekommen, erwarten den Gast ein freier Blick auf die umliegende Bergwelt der Alpen, in das einzigartige Tannheimer Tal sowie eine Vielfalt an Betätigungsmöglichkeiten.

Hier kann man sich in das drei Meter hohe und mehr als zwei Meter breite größte Gipfelbuch der Alpen eintragen, nebenher Allgemeines über die Entstehung der Gipfelbücher erfahren und die lustigsten Gipfelbuchsprüche lesen.

Interessant und lehrreich ist der neue „9Erlebnisweg“ rund ums Neunerköpfle. Er richtet sich speziell an Naturfreunde und eignet sich insbesondere Familien mit Kindern. An elf Stationen kann man sich zum Teil mittels interaktiver Spiele über die vielfältige Flora und Fauna in der Bergwelt sowie hier lebende Tiere informieren.  

Für besonders Wagemutige besteht von hier oben aus die Möglichkeit, mit einem unbeschreiblichen Gefühl, lautlos wie ein Vogel - allein oder beim Tandem fliegen mit einem erfahrenen Paragliding-Piloten - durch die Lüfte zu schweben und das Tal aus der Vogelperspektive zu genießen. www.tannheimer-bergbahnen.at.

Österreichs beliebteste Wanderroute

Nach einem Votum von mehr als 5 500 befragten Wanderern, bei dem es um die attraktivsten Wanderrouten in Deutschland, Österreich und der Schweiz ging, ist die Drei-Seen-Tour im Tannheimer Tal Spitzenreiter und setzte sich gegen 60 Mitkonkurrenten durch. Ausgangspunkt der 14,5 km langen Tour - für die rund fünfeinhalb Stunden veranschlagt sind - ist die Talstation der Neunköpflebahn. Der Aufstieg erfolgt bequem mit der Gondel zur Bergstation. Von da aus Richtung Landsberger Hütte bis zur Strindenalpe. Dann weiter dem Saalfelder Höhenweg folgend zur Gappenfeldalpe. Auf halbem Weg liegt rechts die 2 084 Meter hohe Sulzspitze. Bei gutem Wetter kann man von ihrem Gipfel die Zugspitze sehen.

Es folgt ein leicht ansteigender Weg und wer aufpasst, kann Murmeltiere beobachten. Nach einem etwas steileren Wegstück bietet sich ein wunderbarer Ausblick auf die imposante Lailachspitze (2 274 m). Von der danach folgenden Schochenspitze aus zeigt sich die Landsberger Hütte, die Lache, der Traualp- und der Vilsalpsee, die der Tour den Namen gaben.

Ab dem Frühling „kräutert“ es

Das erste und bisher einzige Alpenkräuterdorf Tirols ist das kleine Bergdorf Jungholz. Hier gibt es seit kurzem eine Handvoll Kräutervermieter, eine Kräuterspirale, ein Kräutertor, einen Kräuterlandhof und einen Kräuterwirt. Im Ortskern, unmittelbar an der Kirche, kann man acht Monate des Jahres - von April bis November - einen 350 qm großen Kräutergarten bewundern und frische Wild-, Tee- und Duftkräuter schnuppern. Gertrud Lochner, die 66-jährige Initiatorin und 1. Vorsitzende der Interessengemeinschaft Kräuterdorf Jungholz,  hat sich nach Beendigung ihrer beruflichen Tätigkeit im Tourismusverband mit Leib und Seele den Kräutern verschrieben und viele Einheimische zum Mitmachen motiviert. Und so wundert es auch nicht, dass in Jungholz Kräutersalbe hergestellt, Kräuterbrot gebacken, Kräuterseifenkurse veranstaltet werden und auf der Speisenkarte beim Kräuterwirt viele Kräuterschmankerl und Kräuterspezialitäten zu finden sind.

Engste „Kräutervertraute“ von Gertrud Lochner ist Lili Stangl, staatlich anerkannte Kräuterpädagogin. Sie betreibt einen Kräuterlandhof, veranstaltet Fachseminare und zeigt bei Kräuterwanderungen unter dem Motto „Sehen, fühlen, erkennen“ die Delikatessen am Wegesrand und hilft beim Erkennen heimischer Wildpflanzen. Von ihr kann der Gast alles zu den rund 50 verschiedenen Kräutern von Arnika bis Zinnkraut erfahren und wird dabei oftmals staunen, was da so alles am Wegesrand wächst, was zu Kräuterpflanzen gehört und vor allem genießbar ist.  

Wenn der Urlaub ins Rollen kommt

Nicht erst nach dem die Teilnehmer der Österreich- (2001) und der Bayernradrundfahrt (2005) oder der Deutschland Tour (2007) durch die Region gerollt sind, genießt das Tannheimer Tal unter Radsportbegeisterten einen guten Ruf. Die große Vielfalt der Streckenprofile, eine abwechslungsreiche Naturkulisse und geringer Verkehr auf den Straßen machen das breite Interesse aus. Es gibt nur wenige andere Orte, wo man die nötige Ruhe und Muße findet, seine Radsportleidenschaft zu frönen.

Die beiden beliebten „Königsetappen“ - nur zwei der insgesamt 22 schönsten Rennradtouren mit insgesamt 2 500 km Radsporterlebnis durch das Tannheimer Tal - sind die „Tirol-Runde“ mit 216 km Länge und 2 247 Höhenmetern und die “Vier-Pässe-Tour“ über 206 km und 2 602 Meter Höhendifferenz.

Auch die Mountainbiker kommen in dieser Bergwelt auf ihre Kosten. Zahlreiche Touren des 70 km langen Streckennetzes führen auf die umliegenden Almen der Tannheimer und Allgäuer Alpen.

Und wenn eine Region so auf den Radsport fixiert ist, wundert es nicht, dass seit einigen Jahren größere Radsport-Events organisiert und erfolgreich durchgeführt werden. Zum einen sind es gezielte Trainingslager und längere Rennradtouren, zum anderen ein Rad-Marathon, der im Juli dieses Jahres erstmals gestartet wurde. Drei Strecken über 63 km mit 1 340 Höhenmetern, 130 km mit 588 Höhenmetern und 230 km mit 2 676 Höhenmetern standen zur Auswahl. Insgesamt 1 112 Teilnehmer - darunter 104 Frauen - gingen an den Start und machten dieses Event zu einem ganz besonderen Ereignis.

„Das Tannheimer Tal ist ein idealer Startpunkt für lange Rennradtouren in die umliegenden Regionen wie zum Bodensee oder an den Arlberg“, resümierte Michael Keller, ehem. Mountainbik-Bundestrainer Österreichs und jetzt Geschäftsführer des Tourismusverbandes Tannheimer Tal.

Gemütlich - heimelig - fröhlich   

Wo Tiroler Gastlichkeit drauf steht, sollte sie auch drin sein. Für die gastronomischen Oasen der Familie Kleiner in Tannheim trifft das in jedem Fall zu: im Hotel & Cafehaus „Drei Tannen“ ebenso, wie im „sHöf Bräuhaus“.

Priska und Kurt Kleiner errichteten im Jahre 2004 in einem der ältesten Wohnhäuser Tannheims ihre Privatbrauerei. Helles, Dunkles und Weizenbier fließen seit dem im modernen Sudkessel gebraut durch die Zapfhähne. „Mit Tannheimer Gebirgswasser, besten Zutaten und der Freude an der ´Brauerei´ garantieren wir den Geschmack unserer Biere“, erklärt Kurt Kleiner, gelernter Kfz-Mechaniker, bei einer Führung durch den Brauraum und fügt hinzu: „Alles was man gern macht, funktioniert auch.“ Recht hat er, wie man im Haus sofort spürt.

Dass der Gerstensaft schmeckt und wohl bekömmlich ist, bestätigen die zahlreichen Gäste die im „sHöf Bräuhaus“ einkehren, wöchentlich bis zu 1 000 Liter Bier genießen und natürlich auch die bodenständige Tiroler Hausmannskost oder gar Tiroler Gerichte mit dem nötigen Pfiff verkosten. www.hoef-braeuhaus.at

Das traditionsreiche Haus „Drei Tannen“ gelangte 2007 in den Besitz von Familie Kleiner. Es wurde schrittweise behutsam renoviert und wird von Tochter Michele geleitet. Mit 65 Zimmern, einem modernem Restaurant, einer modernen Cafe-Lounge, einem Kaffeegarten und einer 350 Jahre alten Bauernstube findet jeder Gast sein „Plätzchen“. Ein ausgewähltes Speisenangebot - oftmals in Form von Themenbuffets -, Kaffeespezialitäten, selbst gemachtes Eis, Haus gebackener Kuchen und div. Getränke sind wahre Gaumenfreuden. www.dreitannen.at

Entführung in vergangene Zeiten

„Das Leben, wie es wirklich war“, heißt es beim Besuch des Heimatmuseums in Tannheim/Kiezen. Ein altes Bauernhaus, das 1990 umgerüstet wurde und nun vom ortsansässigen Museums-Verein e. V. betreut wird, entführt auf 700 qm Ausstellungsfläche in längst vergangene Zeiten. Wohnräume im Stil unserer Vorfahren, alte Arbeitsgeräte für Handwerk, Garten und Haus, Fahrzeuge - darunter noch funktionsfähige von der Feuerwehr aus dem Jahre 1882 - Musikinstrumente, Tenne, Schmiede und Stall erinnern an das einstige Brauchtum.

Selbst mit Hand bedienbare Messtechnik auf dem Prinzip der Zentrifugalkraft zur Fettgehaltbestimmung der Milch aus dem Jahre 1930 und besonders haltbare und widerstandsfähige Holzwasserleitungen, die noch bis 1960 zum Einsatz kamen, kann man bewundern.

Kapellen und Kirchen 

Im Tannheimer Tal kann der Gast 24 Kapellen und Kirchen besuchen.

Die um 1724 erbaute Tannheimer Pfarrkirche bildete einst den religiösen Mittelpunkt des gesamten Tals. Nach dem Stubaistift ist sie die zweitgrößte Landkirche der Diözese Innsbruck. Sie verfügt noch heute über ein historisch besonders wertvolles Geläute der berühmten Tiroler Gießerfamilie Löffler; dem einzig vollständig erhaltenen in Tirol.

Vater-unser-Weg

Anlässlich des 200-jährigen Herz-Jesu-Gelöbnisses des Landes Tirol hat die Pfarrgemeinde Grän im Jahre 1996 einen Meditationsweg errichtet. In idyllischer Landschaft gelegen, lädt er zu einem besinnlichen Spaziergang ein.

Die acht „Vater unser Bitten“ wurden aus Granit künstlerisch gestaltet und sind am Wegesrand zu sehen. Der Ostdorfer Lyriker Helmut Hauser war davon derart beeindruckt, dass er eine Kantate schuf, die von Robert Pappert meisterlich vertont wurde.

Der Einstieg in den „Vater-unser-Weg“ ist am Rundwanderweg Grän-Lumberg, nordöstlich von Tannheim.

Anreise

Bahn:  Bis Sonthofen und von dort 24 km mit dem Linien-Bus; bis Pfronten/Ried und von dort 16 km mit dem Linien-Bus; bis Reutte und von dort 24 km mit dem Linien-Bus.

Pkw: Ob aus Amsterdam, Brüssel, Paris, Hamburg oder Berlin – Europas Norden hat Direktanschluss über die Autobahn Ulm - Kempten - Oy - Ausfahrt Oberjoch - Tannheimer Tal.

Flug: Mit TUIfly ab Berlin-Tegel, Hamburg und Köln/Bonn nach Memmingen im Allgäu.

 

Kontakt

 

Tourismusverband Tannheimer Tal

Oberhöfen 110; A-6675 Tannheim

Tel. +43567562200, Fax +435675622060

info@tannheimertal.com; www.tannheimertal.com

 

Ein Beitrag für ReiseTravel mit Text/Fotos von Bernd Schenke; eu@reisetravel.eu

 

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