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Kruger-Nationalpark - Traum jedes Naturliebhabers

Am 11. Juni 2010 wird das Eröffnungsspiel der Fußball WM in Südafrika ausgetragen und Monate davor und danach werden wie üblich im ganzen Land die Preise explodieren. Deshalb steht das Land im Süden von Afrika im kommenden Jahr auf manchem Reisewunschzettel. Erstes Reiseziel für die Touristen ist im Nordosten Südafrikas der Krugerpark, fünf Autostunden auf vorwiegend zweispurig ausgebauten Autobahnen von Johannesburg entfernt. Der zu den weltweit größten Wildschutzgebieten zählende Park (Nord-Südausdehnung über 350 Kilometer) besitzt insgesamt 24 dorfartige Camps.

Die Abendsstimmung im Krugerpark ist nur auf einer Tour mit den Wildhütern zu erleben, denn die Tore der Camps schließen pünktlich um 18 Uhr

 

Krugerpark vor mehr als 100 Jahren eröffnet

 

Die Samenzelle wurde bereits 1898 gelegt. Der burische Präsident der damaligen Republik Transvaal, Paul Kruger, richtete das Sabie Wildreservat ein. Das Reservat sollte den rapiden Rückgang des Wildbestandes eindämmen, hervorgerufen durch Wilderer, die mit Elfenbein und Fellen Handel betrieben. Durch Zusammenlegung der Wildreservate Sabie und Shingwedzi entstand 1926 der Nationalpark, der den Namen des Gründungsvaters Paul Kruger erhielt. Überwiegend ist das Parkgebiet fast eben und in weiten Teilen mit Gras- und Buschwerk bedeckt. Weiter südlich wechselt das Grasland in eine oft hügelige Baumsavanne. Für viele Besucher ist der Gedanke faszinierend, dass in diesem Buschland die ersten menschlichen Vorfahren lebten.

 

 

Die Zahl der Elefanten im Park liegt bereits bei 11.000 und es werden immer mehr

Der Elefant ist das einzige Tier im Wildschutzgebiet, das systematisch seinen eigenen Lebensraum zerstört.

 

 

Das neueste Camp heißt Mopani

 

Weit im Norden liegt Mopani, das neueste Camp. Die familienfreundliche Anlage wurde 1989 eröffnet. Manager Garth Holt und sein 90köpfiges Team stellen sich vor und nach der Fußball-WM auf mehr Gäste ein. “Täglich können bei uns 506 Touristen übernachten. Sie werden hier ganz nah an der Natur sein und bei uns besonders Elefantenherden beobachten können “ sagt Holt. Die Häuser in Mopani sind für bis zu sechs Personen eingerichtet, klimatisiert und haben ein Bad, Kochgelegenheit und einen Grillplatz. In anderen Camps sind in vielen kleinen Hütten der Kühlschrank und das Abwaschbecken auf einer kleinen überdachten Terrasse vor der Tür untergebracht. Das warme Klima macht es möglich.

Unterkünfte hier in Mopani sind bereits ab 50 Euro zu erhalten. Für private überwiegend luxuriöse Camps ist mindestens die zwei- bis dreifache Summe zu veranschlagen. Ganz exklusive Lodges bieten höchsten Komfort mit Butler und eigenem Wellnesszentrum. Wie jedes Camp hat auch Mopani eine Tankstelle, ein Restaurant, außerdem einen kleinen Swimmingpool.

 

 

Begegnung mit dem Nashorn im Kruger Nationalpark

 

Naturschutz und Tourismus verbinden

 

Hier in Mopati wird die Euphoriewelle des WM-Fußballs nicht dazu führen, die Gästezahlen kurzfristig aufzustocken. In dem staatlich organisierten Wildpark scheint der Gewinn, den zahlende Touristen in die Camps strömen lassen, nicht bedingungslos Vorrang eingeräumt. „Landschaft und Naturschutz stehen in unserer Arbeit an erster Stelle“, betont Manager Holt. Dieser Grundgedanke wird hoch gehalten, bestätigt Dr. David Mabunda, Chief Executive der SANParks in Südafrika: „Der Krugerpark hat zwei Weltkriege überstanden, die quälenden Jahrzehnte der Apartheid und auch die manchmal schmerzlichen Jahre des Übergangs zur Demokratie. Doch der Park war und ist immer ein Symbol dafür, wie Erhaltung der Natur und Tourismus miteinander zu verbinden sind.“

Keine leichte Aufgabe, wenn jährlich mittlerweile zwei Millionen Menschen den Park besuchen. Zwar erstreckt sich der Park auf einer Fläche von fast 20 000 Quadratkilometer, das entspricht etwa der Fläche des Bundeslandes von Sachsen-Anhalt. Allerdings wird die Belastung der Natur mit seiner Tierwelt dadurch wesentlich reduziert, dass nur fünf Prozent des Gebiets vom Tourismus berührt werden. Außerdem wird jeder Tourist an den Eingangstoren des Parks registriert und jeder, der übernachten möchte, braucht eine bestätigte Buchung.

 

 

Garth Holt, Chef vom Mopani Buschcamp. „Bei uns kann der Besucher besonders gut Elefantenherden beobachten“.

 

Jagen nur mit der Kamera

 

Den in Südafrika unter Einheimischen wie Besuchern beliebten Begriff von den „Big Five“ hört Manager Holt nicht so gern. Es ist der Sammelbegriff für Löwen, Elefanten, Nashörner, Büffel und Leoparden. Die Einstufung stammt von den Jägern und umfasst die Tieren, die am gefährlichsten sind, aber beim Abschuss auch den größten Profit versprechen. „Heute sollten die Big Five als ein Symbol für die afrikanische Tierwelt stehen, die nicht mehr mit dem Gewehr, sondern mit der Kamera gejagt wird, “ sagt Garth Holt. Allerdings räumt er ein, dass Wilderer nach wie vor eine Gefahr darstellen, so lange noch damit Profit zu machen ist. Besonders gefährdet seien die Nashörner. Der Preis für ein Kilogramm Horn vom beträgt Nashorn beträgt bis zu 10.000 US-Dollar. Das Horn ist besonders auf dem asiatischen Markt als Potenzmittel gefragt.

 

Es gibt zu viele Elefanten

 

Ein besonders drängendes Problem für die Naturschützer im Krugerpark ist die wachsende Zahl der Elefanten. Ein Elefant vertilgt im Durchschnitt bis zu 350 Kilogramm pflanzliche Nahrung. Oft wird dabei die Rinde abgeschält und der gesamte Baum abgebrochen oder entwurzelt. Der Elefant ist das einzige Tier im Park, das systematisch seinen eigenen Lebensraum zerstört. Eine Regulierung per Abschuss ist national wie international umstritten. Schon als vor Jahren die Elefantenzahl bei 8.000 lag, läuteten die Alarmglocken. Derzeit wird ihre Zahl im Park auf 11.000 geschätzt. Eine große Chance sieht Manager Holt darin, dass seit 2002 die Grenzen des Krugerparks zu den Nachbarstaaten Mosambik und Simbabwe geöffnet und ein Great Limpopo Transfortier Park geschaffen wurde. Hier sind endlose Weiten für die Wanderungen der Elefanten entstanden. Gleichzeitig sei allerdings gesichert, dass den Besuchern bei uns in Mopani und anderswo, so Holt, noch genügend Elefanten über den Weg laufen. „Bislang hat sich leider die Öffnung der Grenzen bei den Elefanten noch nicht genügend herumgesprochen.“  

www.sanparks.org  

Ein Beitrag und Fotos für ReiseTravel von Ronald Keusch

 

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lesen Sie hier bitte einen weiteren Bericht:

 

Johannesburg und das Apartheid Museum

 

 

 

 

 

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