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Urlaubsfreuden für alle
Ein Mosaik aus Farben und Gefühlen erwartete mich auf einer wunderbaren Reise nach Tunesien. Der wüstenhafte Süden Tunesiens macht mehr als die Hälfte des Staatsgebietes aus. Zwischen gewaltigen Sanddünen und Salzseen liegen mehrere Oasen. Die größte ist Tozeur; bekannt sind auch Nefta, Tamerza und Douz. Diese Orte sind mit 4- und 5 Sterne Hotels gut erschlossen und bieten vor allem im Winterhalbjahr ein interessantes Reiseziel mit Schönwettergarantie.
In nur wenigen Stunden erreichen Sie von den Küstenorten Tunesiens eine andere, exotische Welt:„Sahara Light“ mit weiten Dünen, grandiosen Sonnenuntergängen und traumhaften Oasen. Das Rauschen des Wassers, sprudelnde Quellen aus 1001 Nacht, die in die Seguias (Bewässerungskanäle) weitergeleitet werden, die milde Frische der Gärten und die grüne Pracht der Palmen mit ihren satten, hellen Datteln, all das macht die Oasen zu einem magischen Ort. Jede Oase hat ihre Besonderheiten.
Mein Besuch führte mich nach Tozeur, die Hauptstadt des Djerids, die im Herzen einer der berühmtesten Oasen der Welt liegt. Der Name der Stadt geht auf das berberische Wort „tasart“ = Wasserstelle zurück. Das Wort Jerid bedeutet „ Land der Palmen“ und Tozeur gilt als der größte Dattelerzeuger. In früheren Zeiten war Tozeur auch eine Art Wüstenhafen, ein aktives Zentrum der Handelskarawanen. Die Stadt erreichte den Höhepunkt ihrer Blüte im 16 Jahrhundert und der Reichtum dieses geschichtsträchtigen Ortes war in der Vergangenheit durch Karawanenhandel, Woll- und Seidenweberei sowie der Dattelproduktion begründet.
Bei einer Besichtigung des ältesten Viertels der Stadt „Ouled Hadef“ führte mich mein Begleiter durch enge Gassen, hohe Mauern und gewölbte Passagen – ein Labyrinth aus Schatten und Licht. Ein Spaziergang hier ist wahrlich bezaubernd. Dicke Gewölbe überdecken die Strassen, an denen man romantische kleine Plätze, Heiligtümer und mit Ziegelsteinen dekorierte Moscheen findet.
Die Oase in Tozeur besitzt weite Palmenwälder. Hier fühlt man sich wie im Paradies. Die Datteln kamen ursprünglich mit den Phöniziern nach Nordafrika. Die Palmenhaine sind privat bewirtschaftet. Bei einer Kutschfahrt durch die Haine und dem Besuch eines „Dattelbauern“ habe ich eine Menge interessanter Dinge erfahren können. „Palme“ war bisher für mich „Palme“. Wussten Sie aber, dass es weibliche und männliche Palmen gibt? Ursprünglich wurden fast nur weibliche Dattelpalmen gepflanzt, da eine männliche an die 50 weibliche Palmen befruchten kann. Der Ertrag der Ernte hängt im Wesentlichen davon ab, wie es den Menschen gelingt, die Befruchtung zu steuern. Die Reife- und Erntezeit ist im Herbst. Eine Palme kann bis zu 100 kg Früchte jedes Jahr produzieren und die Bäume werden ca. 80 -100 Jahre alt. Die Ernte der Datteln ist atemberaubend. Handarbeit und Kletterkünste sind hier gefragt. Wie Akrobaten klettern die Pflücker an den Stämmen empor und lassen die Datteln an Schnüren zu ihren Begleitern herab. Für uns Touristen gab es eine Kostprobe von frisch geernteten Datteln – einfach köstlich, sie zerschmelzen auf der Zunge wie Schokolade.
Meine Reise führte mich weiter zu den „Chotts“. Chotts nennt man die ausgetrockneten Salzseen, die je nach Jahreszeit ihre Farbe und ihr Aussehen ändern. Dieses Spiel zwischen schneeweißem Glitzern, blauen lagunenartigen Seewasser und mondlandschaftsähnlichen Ebenen aus Fatamorganas haben die Menschen seit jeher fasziniert. Bis heute haben die Chotts nichts von ihrer Anziehungskraft auf die Besucher verloren. Diese leere Weite, in einigen Orten durch ausgetrocknete Salzkrusten und in anderen Orten mit Salzkristallinausblühungen bedeckt, lässt jeden staunen.
Wir fuhren mit den Jeeps zum Chott el Djerid, dem Tor zur Sahara. Mit 117 km ist er der ausgedehnteste Salzsee.
Früher musste man schon ein Abenteurer sein, um eine Chottüberquerung zu wagen. Heute fährt man mit Jeeps über sichere und schöne Strassen und dennoch ist der Zauber genauso stark geblieben.
Als Erinnerung an diese märchenhafte Landschaft nimmt sich jeder Tourist eine Blume der Wüste – die „Sandrose“ mit, die bei einem Halt an einer der Touristenstationen, den „Wüstencafes“ in verschiedenen Farben angeboten werden. Die Sandrose verdankt ihre sehr lange Entstehungsphase den Salzseen, denn sie entsteht nur an Orten, an denen die Wüste auf einen Salzsee trifft.
Unsere Jeepkarawane fuhr weiter in die tunesische Oasenstadt „Douz“, dem Tor zur Wüste. Auf dem Weg dahin machten wir Rast auf dem Lagerplatz „Mehari“ in der Gegend von Zaafrane. Inmitten der goldenen Sanddünen, die sich soweit das Auge reicht erstrecken, findet man eine majestätische Kulisse für besondere Aufenthalte.
Der Lagerplatz „Mehari“ bietet dem Besucher Unterbringungsmöglichkeiten in Zelten, oder Strohhütten, Sanitärbereiche mit warmen und kaltem Wasser, einen Schwimmingpool, ein überdachtes Restaurant und ein Kaid (großes Berberzelt) für Meetings und Seminare bis zu 120 Personen.
Ein traumhafter Ort für Incentives, Events, Ausflüge auf Kamelrücken oder mit Quads. Ein Touristenzug, der „SAHARA EXPRESS” verbindet das Dorf Douz mit dem Camp MEHARI. Ein gemütlicher Zug mit viel Spaß und einem ganz neuen Erleben in der tunesischen Sahara.
Auf der Weiterfahrt zur Oasenstadt Douz konnten wir die unterschiedlichen Facetten der Sahara kennen lernen. Die Oase Douz ist die große Drehscheibe des Nomadenhandels. Jedes Jahr im Dezember findet hier das große Saharafestival statt und lässt für das Publikum die traditionellen Bräuche wieder aufleben. Als ob alle Helden aus 1001 Nacht im selben Moment Auferstehung feierten: Es leben Fantasia, Jagdszenen, Schlangenbeschwörer, Märchenerzähler, Zeremonien Kamelkampf, ein Sinnesrausch für Augen und Ohren.
Von Douz aus kann man hervorragende Meharitouren (Dromedarkarawane) oder mit dem Geländewagen Safaris unternehmen. Die tunesische Sahara ist eine der sichersten Gebiete. Man muss nicht unbedingt ein kompletter Abenteuerfreak sein, um die Magie der Wüste, die komplette Einsamkeit in unendlichen Weiten spüren zu wollen. Hier kann man das Gefühl der absoluten Freiheit erleben.
Ein Zwei-Stunden-Ritt mit dem Dromedar war die Krönung unserer Reise. Außer dem Himmel und goldfarbenen Sandhügeln war auf dem Ritt nichts mehr zu sehen, die Tromedarstation mit den Touristen war weit, weit entfernt.
Jetzt kann ich verstehen, dass die Wüste süchtig macht. Man wünscht sich einfach weiter zu reiten, in der Nacht am Feuer zu sitzen, im Wüstensand gebackenes Brot zu essen oder im offenen Berberzelt die Sterne zu zählen…
Einfach mal die Zeit zu vergessen und versinken in einen wunderschönen Traum – dem Traum von 1001 Nacht.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Margot David.
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