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Weißenberg

"Alte Pfefferküchlerei"

Ein kleines verträumtes Städtchen, im Oberlausitzer Bergland zwischen Bautzen und Zittau, zeigt Interessantes zum Thema Pfefferkuchen. Abseits der großen Verkehrswege erwartet hier ein Museum ganzjährig Gäste. Dessen Besuch ist – nicht nur in der weihnachtlichen Stille und der winterlichen Geruhsamkeit - ein besonders schönes Vergnügen.

 

 

 

Weißenberg: Eine Stadt in Sachsen

 

Weißenberg: Bereits im "Prager Urteil" von 1623 zu Gunsten der Kommune freigesprochen, ein Freikauf für 8 500 Taler und 24 Silbergroschen. Im letzten Weltkrieg stark zerstört, danach erneut aufgebaut. Im Mittelpunkt steht das Museum "Alte Pfefferküchlerei", auf dem Marktplatz. Ein alter städtischer Handwerksbetrieb, seit Jahrhunderten im Besitz der Familien Bräuer - Opitz wurde, 1937 durch Legat, der Stadt übereignet und am 14. September 1941 als Museum eröffnet. Mitten im Krieg, für spätere Friedenszeiten. Schon damals eine weitsichtige - nicht nur touristenfreundliche - Erkenntnis, für ein museales Haus voller Pfefferkuchen-Ideen.
Aber keineswegs nur zur Weihnachtszeit und nicht nur für Kinder. Nein! Familienfreundlich ist das Ganze und preiswert dazu. Jeder kann mitmachen Hier kann sich Jeder am "Gebildgebäckbacken" beteiligen und je nach persönlicher Innovation dekorativ Gestalten. So ist man Museumsbesucher und eigener kreativer Pfefferkuchenbäcker zugleich.
Die Gebäckzubereitung selbst ist schon sehr alt. Aus gestoßenen und geriebenen Getreide, mit Flüssigkeit vermengt, in der Sonne oder auf heißem Stein, fladenartig, gebacken, so war der Anfang. Im Ursprung schon seit über 5 000 Jahren. Reisende und Kaufleute brachten die Kunst des Honigkuchenbackens nach Europa. In Städte wie Nürnberg, Brüssel, Pulsnitz, aber besonders nach Weißenberg in Sachsen. Nach dem bekannt werden der Gewürze aus fernen Ländern, die alle unter dem Sammelbegriff "Pfeffer" gehandelt wurden, setzte man diesen dem Honig- oder Lebkuchen zu. Der Name "Pfefferkuchen" wurde geboren.

 

Pfefferkuchen zum Weihnachtsfest


Im Museum Alte Pfefferküchlerei ist eine Menge über diesen Ursprung zu erfahren. So gehörte zur Tradition einer Pfefferküchlerei auch die eigene Formherstellung. Gesellen und vor allem die Meister zeichneten sich durch geschickte Herstellung von Model - den Formen aus. Die Zunftordnung von 1534 legte fest, dass zum Gesellenstück auch das Stechen eines eigenen Models gehörte. Interessante künstlerische Kostbarkeiten aus früheren Zeiten sind gut erhalten. Ebenso sehenswert die liebevoll gestalteten Lebkuchen-Kunstwerke, nicht nur die bekannten Hexenhäuser.

Danach ist der Backofen, ein eigentümliches Gebilde, zu bestaunen. Direkt neben dem eigentlichen Ofen im Keller. Ab hier laufen Röhren, als Schornsteine, nach oben. In dieser Backstube kann der Besucher sein Gebäck gestalten und backen. Kleine und große "Kunstwerke", in der Ausstellung, zeugen vom Interesse vieler Besucher.

 

Da hat es das Weißenberger Museum leichter, es wurde mit der "Europa Nostra Ehrenmedaille" ausgezeichnet. Eine von 33 EU-Auszeichnungen in 13 Ländern Europas. Insbesondere "die sorgfältige Restaurierung des einzigartigen Zeugen eines traditionellen Lebkuchenbetriebes und die heutige Gestaltung als Museum" waren dafür ausschlaggebend.
"Diese Auszeichnung ist für uns eine Freude. Zusammen mit der erfolgten Anbindung an die Autobahn 4 - für uns an die weite Welt - wird unsere Stadt nach vorn Streben", so der Bürgermeister von Weißenberg. "Wir sind zwar keine touristische Stadt, aber besuchenswert und wir betrachten uns als ein Tor Richtung Osten".
Kleines sympathisches Weißenberg, mit seiner Pfefferküchlerei, eine weltweit einmalige Attraktion. Auch ein Bummel durch die Geschäfte und Boutiquen ist interessant und ein freier Parkplatz findet sich.

 

 

 

 

Kontakt

 

Museum „Alte Pfefferküchlerei“
Am Markt, D-02627 Weißenberg
Tel 035876 – 40 429

www.oberlausitz.de

Das Museum hat Dienstag bis Freitag von 09.00 bis 12.00 und 13.00 bis 16.00 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 13.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

Unser Autor Gerald H. Ueberscher (e-Mail: ueberscher-redaktion@t-online.de) besuchte Weißenberg in Sachsen.

 

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