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Teterow

Ostseefestival der Gutskultur

Was 2008 als „MittsommerRemise“ im Mecklenburger Parkland begann, entwickelt sich jetzt zum „Ostseefestival der Gutskultur“. Insgesamt 30 Guts- und Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern öffneten 2009 für die kürzeste Nacht des Jahres am 20. Juni ihre Tore. Neu dabei waren historische Adels-Orte in der Mecklenburger Schweiz und im Peenetal. Klassische Klänge auf einer Insel mit Herrenhauskulisse. Abendsonne beim Spaziergang durch alte Parkanlagen. Gespräche mit Gutshausbesitzern bei einem Glas Wein am Lagerfeuer. Führungen durch alte und neue Gemäuer. Wildschweinessen inmitten des Duftes edler Rosen: Das und vieles mehr erlebten die über Tausend Neugierigen von Rittergut Nustrow bei Rostock bis Schloss Teschow nahe Teterow.                                                                            

  

Mecklenburg-Vorpommern ist das Land der Gutshäuser und Schlösser. Mehr als 2000 herrschaftliche Wohnsitze sind in der Region zu finden. Rund 250 davon werden touristisch genutzt, als Hotel, Ferienwohnung oder Museum. Umgeben von Parks und Gärten besitzen diese Gebäude ihren eigenen Charme und nicht selten eine sagenhafte Geschichte. Die Herrenhäuser und Schlösser sind in den unterschiedlichsten Baustilen anzutreffen, ob Feldsteinbau, Backsteingotik, Renaissance oder Klassizismus. Ende des 18. Jahrhunderts war der großflächige adelige Gutsbetrieb bereits das bestimmende Element in der mecklenburgischen Landschaft. Reine Bauerndörfer waren selten und durch die für Mecklenburg typischen Gutsdörfer ersetzt worden. „Der Erhalt von Schlössern und Gutshäusern und somit die Wiederherstellung des ursprünglichen Dorfcharakters ist auch ein Ansinnen des „Vereins der Schlösser, Guts- und Herrenhäuser Mecklenburg-Vorpommern“. Die in dem Verein vertretenen 22 Schlösser und Herrenhäuser sind beinahe flächendeckend in der äußerst reizvollen Landschaft des Nordens gelegen; ihnen allen gemein ist die touristische Nutzung. So stellen sie nicht nur die Kulisse für entspannte Kurzurlaube oder stilvolle Restaurantabende, sondern besonders die sie umgebenden Parks und Gärten sind einen Ausflug aufs Land wert. Kein Schloss oder Herrenhaus gleicht dem anderen. Das stilvolle Ambiente eines ehemaligen Herrensitzes kann den idealen Rahmen für einen besonderen Urlaub, erfolgreiche Tagungen oder festliche Familienfeiern bieten.

 

Historisches Gutshaus Gremmelin

 

In der Mecklenburgischen Schweiz gelegen, erwartet den Gast auf Gut Gremmelin Geborgenheit, Inspiration und Genuss. Gremmelin ist ein zweigeschossiger Bau mit neun Achsen und einem abgewalmten Dach. Es ist ein schlichtes Herrenhaus, dessen Vorgängerbau von 1800 mit späteren Anbauten 1928 abbrannte, aber sogleich im alten Stil wieder aufgebaut worden ist. Das Guts-Ensemble vereint Tradition und Moderne und liegt umgeben von einem herrlichen Park mit Badesee. Das feinsinnige Design und die liebevollen Details sind Inspiration für Seele und Geist. Ein Restaurant für 60 Personen, der farbenfrohe Wintergarten, die gemütliche Bibliothek oder der urige Weinkeller bieten Raum für jeden Anlass. Die Gutsanlage hat wie fast alle Häuser eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Heute ist sie wieder Mittelpunkt des Dorfes und repräsentativer Ort für Veranstaltungen (www.gutgremmelin.de).                                                                                             

 

Die Region des Mecklenburger ParkLands wurde ab dem frühen 19. Jahrhundert systematisch als Park-Landschaft gestaltet und ist als solche heute noch gekennzeichnet. Viele uralte Bäume, die einzeln, in Gruppen oder Reihen markante Blickfänge sind und insbesondere rund um die Rübenbahn alles andere als zufällig angeordnet sind, vermitteln den Eindruck eines riesigen englischen Landschaftsparkes. Wieder erstanden ist dort das Herrenhaus Samow. Als Teil des gleichnamigen Gutes wird es für Konferenzen, Tagungen, Hochzeiten, Weihnachtsfeiern sowie als Urlaubsziel genutzt. Das Herrenhaus Samow stammt von 1658 und hat um 1810 seine heutige rein klassizistische Form erhalten. Es liegt in einem großzügigen Landschaftpark mit alten Bäumen. Die MittsommerRemise 2009 fand auch hier am 20. Juni statt. Das Gut bietet seinen Gästen altehrwürdige Räume und individuell gestaltete Ferienwohnungen. Durch große Fenster und hohe Decken wird eine gemütliche Wohnatmosphäre geschaffen. Zum Anwesen gehört ein Hofrestaurant mit Blick in den wunderschönen Landschaftspark, das kulinarische Köstlichkeiten bereithält. Weiterhin organisiert der heutige Eigentümer des klassizistischen Herrenhauses, Graf Marc von Polier, im Laufe des Jahres eine Vielfalt außergewöhnlicher Veranstaltungen (www.herrenhaussamow.de).

 

 

Herrenhaus Samow (Aquarell von 1921)                                                            

 

Als weitere neue Region der Mittsommer-Remise hat sich das Peenetal empfohlen. Auch hier stellt sich uns der ländliche Raum Mecklenburg-Vorpommerns mit seinen Herrenhäusern, Gutsanlagen, Wirtschaftsgebäuden und Parks als eine in Deutschland einzigartige Kulturlandschaft dar. Viele der historischen Gebäude sind seit 1990 restauriert worden und werden für private Wohnzwecke, als Landwirtschaftsbetrieb, Hotel oder Ferienwohnungen genutzt. Einige dienen auch als Ort der Kultur und des künstlerischen Schaffens. Zahlreiche Objekte stehen aber immer noch leer, sind ungesichert, werden Opfer von Vandalismus oder drohen einzustürzen. Gerettet wurde inzwischen das Schloss Ranzin, nahe der Ostsee im Peenetal gelegen. Erbaut hatte das Schloss Friedrich von Hohmeyer - als feudalen Wohnsitz für seinen Sohn, der hier die bekannteste Schafzucht in Europa aufbaute. 1997 erwarb das Anwesen die Familie Jung und baute das Schloss zum Hotel um. Es verfügt über großzügige Zimmer. Einige der geräumigen Badezimmer sind mit Whirlpools ausgestattet. Im Untergeschoß gibt es einen Wellnessbereich. Hinzu kommen der Weinkeller und die Destillerie. Im Restaurant, geprägt von Wandmalereien mit Ansichten hiesiger Städte, lässt es sich bei guter, bürgerlicher Hausmannskost ausgezeichnet speisen. Das Wild, wie Reh, Hirsch oder Wildschwein, stammt aus eigener Jagd, der frische Fisch aus Wolgast. Vor dem Haus plätschert in einem kleinen Rosengarten ein nostalgischer Brunnen. Der schöne Park mit jahrhundertealtem Baumbestand und Wiesenflächen lädt zu Spaziergängen oder zum Relaxen auf Sonnenliegen ein.

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Günter Knackfuß.

 

 

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