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Pecs für immer
Nachhaltige Tourismusförderung als Maxime: Noch bevor das Jahr als „Kulturhauptstadt Europas" ganz vorbei ist, kann das ungarische Pecs eine sehr erfolgreiche Bilanz ziehen: Laut Ungarischem Statistikamt wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2010 über 28.0000 ausländische Gästeankünfte gezählt. Dies entspricht einem Plus von rund 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Rund 35 Milliarden Forint (rund 130 Millionen Euro) wurden anlässlich des Kulturhauptstadtjahres in die Stadtentwicklung investiert. Neben der Revitalisierung öffentlicher Parks und Plätze sowie der Entwicklung des modernsten Konferenz- und Konzertzentrums Ungarns war die Renovierung der Zsolnay Fabrik und ihr Ausbau zum Zsolnay Kulturviertel eines der Schlüsselprojekte. Aber auch die Neugestaltung der „Museumsmeile" zum größten und vielseitigsten Ausstellungsraum in Ungarn sowie der Bau von Bibliothek und Wissenszentrum stehen im Fokus.
Leitender Gedanke bei allen Investitionen war von Beginn an die Nachhaltigkeit: Auch nach 2010 soll Pecs mit seiner touristischen Attraktivität Besuchermagnet für ungarische sowie ausländische Reisende bleiben. Die Stadtentwicklung anlässlich „Pecs2010“ ist sozusagen Katalysator für die langfristige Vision, die Großstadt in Südtransdanubien dauerhaft auf der kulturellen Landkarte Europas zu verankern. Das Motto lautet: „Pecs für immer". Die privaten touristischen und kulturellen Leistungsträger werden auch nach dem erfolgreichen Jahr 2010 das gesellschaftliche Leben der Stadt mit viel Kreativität und Engagement prägen.
Im Detail: Investitionen in Infrastruktur und Kultur: Die wichtigsten öffentlichen Plätze und Parks wurden im Rahmen des Programms Pecs2010 Kulturhauptstadt Europas revitalisiert. Die Mehrheit dieser Projekte wurde schon Anfang des Jahres 2010 beendet. Heute haben Einwohner und Besucher damit mehr Erholungsraum, grüne Oasen, mehr Freizeitplätze und Sportmöglichkeiten zur Verfügung.
Das Konferenz- und Konzertzentrum ist das Flaggschiff der Hauptinvestitionen. Es ist ein modernes, multifunktionales Gebäude, das zugleich als Konzertsaal und Konferenzzentrum funktioniert. Der große Saal nimmt fast 1.000 Personen auf und die Kapazität der Konferenzräume bewegt sich zwischen 50 und 368 Gästen. Durch diesen Komplex wird das kulturelle Angebot der Stadt entscheidend gestärkt und Pecs zu einem der bedeutendsten Schauplätze des mitteleuropäischen Konferenzmarktes.
Die namhafte Zsolnay Porzellanmanufaktur wird mit fast elf Milliarden Forint in das aus vier Teilen bestehende Zsolnay Kulturviertel umgebaut, das eine Fülle von Attraktionen bieten wird: Im Mives Negyed („Schmuckes Viertel") wurde unter anderem die Gy-ugyi-Sammlung untergebracht. Im Alkotö Negyed („Schöpferisches Viertel") zogen kulturelle Institutionen und Gaststätten ein. Neue zentrale Bestandteile des Kinder- und Familienviertels sind das Planetarium, die Pecser Galerie und das Böbita Puppentheater. Das Universitätsviertel behaust mehrere Fakultäten der wissenschaftlichen Universität Pecs. Das Gesamtgebiet des Zsolnay Kulturviertels beträgt ca. fünf Hektar, bis zu 200.000 Besucher jährlich können hier empfangen werden.
Das Südtransdanubische Bibliothek- und Wissenszentrum integriert drei wichtige Bibliotheken der Stadt: die Stadtbibliothek, die Komitatsbibliothek und die Universitätsbibliothek. Im imposanten Gebäude sind auch Vorlesungs- und Konferenzräume sowie Forschungszimmer zu finden.
Die Investition in den Großen Ausstellungsraum („Museumstraße") beinhaltet unter anderem folgende Projektelemente: die Renovierung von acht Museumsgebäuden, die Anlage der Gärten, die Rekonstruktion der relevanten Straßen und die Einrichtung der Museen. Besucher wird eine Ausstellungsfläche europäischen Niveaus erwarten, wo einzigartige Kunstsammlungen - beispielsweise im Csontväry Museum die Kunstwerke von Tivadar Csontväry Kosztka - einen würdigen Platz haben.
Csaba Ruzsa Direktor Pecs 2010 Projekt: Neue Zielgruppen werden erreicht: Mit den erweiterten Sehenswürdigkeiten und Angeboten in Pecs werden neue Zielgruppen angesprochen. So sind gerade jüngere Menschen von der lebendigen und multikulturellen Vielfalt der Universitätsstadt begeistert. Geschäftsreisende und Konferenzveranstalter finden hervorragende Möglichkeiten für verschiedenste Veranstaltungen, sowohl in modernisierten Hotels als auch im Konferenz- und Konzertzentrum.
Der Strukturwandel ist gelungen: Der im Jahre 2005 erhaltene Titel „Kulturhauptstadt Europas" war für Pecs die Bestätigung eines gelungenen Strukturwandels: Am Anfang des 21. Jahrhunderts konnte sich die Stadt nach der Einstellung des Uran- und Kohlenbergbaus nur auf die Kulturindustrie stützen - und hat dies mit großem Erfolg getan. Die Basis war dazu schon immer gegeben, denn die 2.000-jährige Stadt besitzt ein riesiges geschichtliches und kulturelles Erbe, und durch ihre hervorragende Universität ist auch die Kreativität, die Innovation, die Möglichkeit der Erneuerung vorhanden. Pecs ist heute eine offene, prickelnde Stadt, wo das historische Erbe der vergangenen Jahrtausende und der Anspruch auf dauernde Innovation zugleich präsent sind.
Gute Voraussetzungen für Tourismus und Politik: Auch für Ungarn insgesamt war „Pecs2010" ein Meilenstein, um das Land als Reisedestination neu zu positionieren: Die mitteleuropäische Republik wird das junge, farbenfrohe Image Pecs nutzen, um die vielfältige, lebendige Kultur Ungarns zu bewerben und für Touristen aus aller Welt Reiseanlässe zu schaffen.
Pecs unterstützt die ungarische Regierung auch in politischen Themen: Der Regierungschef plant in der Zeit der EU-Ratspräsidentschaft von Januar bis Juni 2011 mehrere Programme in Pecs. Jose Manuel Barroso, der Vorsitzende der Europäischen Kommission, besuchte die Stadt im Herbst 2010 und hielt im neuen Regionalen Bibliotheks- und Wissenszentrum eine Rede zum Konferenzthema „Expanding Europe".
www.pecs2010.hu - www.ungarn-tourismus.de - www.hungary.com
Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt
Ein falscher Buchstabe macht manchmal den Unterschied: Wer in Ungarn nach Wien will, fragt nach einem Fahrschein nach Bécs. Aus der Weltstadt Wien kann aber, verwechselt man den Anfangsbuchstaben, leicht die abseitige Provinzmetropole Pécs in Südungarn werden. Welten liegen dazwischen, aber auch Pécs ist unbedingt eine Reise wert. 2010 trat die neue Europäische Kulturhauptstadt aus dem langen Schatten von Budapest.
Als Kulturhauptstadt ist Pécs (Fünfkirchen) sozusagen die kleine Schwester von Essen und dem Ruhrgebiet sowie Istanbul. Dass diese kleine Schwester großen Charme hat und sich gegenüber den Geschwistern spielend, mit Witz und Verstand, Geschichte und Tradition, Architektur und Kultur behaupten kann, macht dieser Band – zugleich die aktuellste Publikation über Pécs – deutlich und für Reisende erfahrbar.
Pécs ist eine eigenwillige Stadt. Schon geographisch wendet sie der dominanten Hauptstadt Budapest trotzig den Rücken zu und richtet ihre Sinnesorgane in andere Welten. Pécs »versteckt sich« hinter dem wilden Mecsek-Gebirge und schaut in den Südosten Europas: Kroatien vor der Haustür, Serbien im greifbaren Osten, Rumänien in Reichweite, der Balkan in naher Ferne, dahinter dann die Türkei, die zu osmanischer Glanzzeit ihre eleganten Spuren im Stadtbild hinterlassen hat. Auch Deutsche haben im Umfeld von Pécs gesiedelt, das sie Fünfkirchen nannten. Nach der Epoche unter osmanischer Herrschaft ab dem 16. Jahrhundert – mit der eindrucksvollen Moschee als Baudenkmal –, nach der ebenso präsenten Habsburgerzeit und den fünf Jahrzehnten unter dem Staatssozialismus hat heute der Bischof mit seinen prächtigen Barockbauten wieder das Regiment übernommen. Derzeit erobern internationale Firmen auch diese Stadt und prägen ihr Bild neu. All das ergibt ein lebendiges Durcheinander in südländischer Atmosphäre.
Dieses Reise- und Lesebuch bietet vielfältige Zugänge in eine Stadt voller Gegensätze. Neben Gedichten und Erzählungen europäischer Schriftsteller stehen Essays, Portraits sowie Kapitel zu Kultur, Alltag und Geschichte – aus erster Hand, von namhaften ungarischen Autoren, Künstlern und Journalisten. Der Band will die Poesie des Ortes zur Sprache bringen – und Reisende zu Entdeckungen anstiften, zu den Sehenswürdigkeiten führen, zu spannenden Abwegen verleiten.
Pécs. Ein Reise- und Lesebuch von Wilhelm Droste und Éva Zádor (Hrsg.), Arco Verlag GmbH Wuppertal, ISBN 978-3-938375-35-8, www.arco-verlag.com
Das Buch kostet im Buchhandel 22 Euro.
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