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Midad del Mundo

Wandern in einem Vulkan

 

 

 

 

 

 

 

Nicht weit nördlich von Quito in Ecuador verläuft der Äquator , der diesem Land seinen Namen gab. Noch einmal zeigt uns Margarita Nowak ihre Liebe zu diesem Land und seinen Leuten. „Ein Tagesausflug wird mit ihr zu einem Abenteuer. Das liegt nicht nur an den Leuten und der Landschaft, die ihr begegnen, sondern ebenfalls an ihrer Sensibilität und Faszination für das Neue und Fremde.“ Kommentar der Teilnehmer.

Victor und ich besuchen zum zweiten Mal den berühmt, bekannten Riesenkrater in der Nähe der Weltmitte – Mitad del Mundo. Wir besuchen den Pululahua. Von Quito aus bedeutet das zunächst Fahrt in einem Bus, wie könnte es anders sein? Man hat die Wahl, entweder am Busbahnhof, Terminal Terrestre in Quitos Süden, einzusteigen, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, einen Sitzplatz zu erwischen. Die Alternative jedoch, irgendwo in der „Avenida Amazonas“ zuzusteigen, bietet Zeiteinsparen, aber wenig Hoffnung auf eine der abgewetzten Bänke. Victor und ich entscheiden uns für letzteres. Uns macht es nichts aus, im Stehen zu reden, zu beobachten und zu lachen. Eine interessante Fahrt gen Norden beginnt. Auf die Fahrtüchtigkeit des Busses und natürlich auch des entsprechenden Fahrers kommt es an. Diese beiden Kriterien bestimmen, wie schnell man an sein Ziel gelangt. Ich habe 45 Minuten erlebt, aber auch bis zu zwei Stunden. Geduld ist angesagt.

Je näher wir der „Weltmitte“ kommen , umso wärmer wird es. Wir verlieren an Höhe und nähern uns einem sehr, sehr trockenen Gebiet. Kahle, unwirkliche Berge umgeben das verhältnismäßig enge Tal, in dem sehr selten Niederschlag fällt. Die Berge sind bekannt als Spender von Sand und Baumaterial für die umliegenden Orte.
Wir sind froh, den heißen Bus endlich verlassen zu können und sehen uns nach einer Fahrgelegenheit zum etwas entfernt liegenden Krater um. Es bleibt nur die Möglichkeit, ein Taxi anzuheuern. Dessen Fahrer fühlt sich bemüßigt, gute Ratschläge zu erteilen. Natürlich sind die für mich gedacht, denn Victor sieht nicht aus wie ein „gringo“ ohne Erfahrung! Aber auch ich bin schon zum zweiten Mal hier.

Wieder stehen wir auf der kleinen Aussichtsplattform am Kraterrand. Überwältigend ist der Blick in die Weite, in die Tiefe! Schließlich jedoch müssen wir uns losreißen. Nicht wie die wenigen anderen Besucher wollen wir hier oben verweilen. Uns zieht es dahin, wo wir hautnah den uralten Krater spüren können. Er hat viel zu bieten. Man muss es sich allerdings erarbeiten. Der Eselspfad, steil hinunter, ist nicht einfach zu begehen. Schon gar nicht, wenn man z.B. als ahnungsloser Tourist in Straßenschuhen das Wagnis auf sich nehmen möchte!
Wir begegnen Eseln, Maultieren, einzelnen Bauern. Ansonsten sind wir allein. Unwirklich erscheint die Stille. Sie dröhnt in den Ohren. Was kann es Schöneres geben, als inmitten der Natur zu sein, unbekannte Vogelarten zu belauschen, Wege zu beschreiten, die nicht menschliche Hand angelegt hat, die sich vielmehr aus der Kraterformation ergaben…..
Die wenigen Menschen, denen wir begegnen, scheinen nicht erstaunt über unser Einbrechen in diese einmalige Stille. Aber anscheinend gibt es sogar hier geregelte Besitzverhältnisse. Ein in dieser Abgeschiedenheit seltsam anmutender Zaun lässt dies vermuten.
Irgendwie teilen sich uns die wunderbare Ruhe und Beschaulichkeit mit. Nichts eilt, niemand drängt, man fühlt sich wie in einem Gebiet, das noch nie Menschenfuß betrat.
Das Wetter jedoch macht uns einen Strich durch die Rechnung. Schwarze Wolken ziehen auf. Unser Weg zurück ist weit, und so laufen wir denn vor den Wolken dahin, wohl wissend, dass bei Regen die Situation gefährlich werden kann. Steil, rutschendes Geröll – und das bei Nässe…
Aber Victor kennt einige „chaquiñanes“, Abkürzungen. Wir klettern schnell. Brauchen statt der üblichen zwei Stunden nur weniger als eine. Allerdings wird dies einem Bergungeübten nicht gelingen. Auch ich nehme mir in weiteren Abständen die Zeit, einmal tief durchzuatmen. Wir sind nicht auf Meereshöhe, und die Luft wird ab und zu recht spärlich.
Oben angekommen sind wir ein wenig mitgenommen, aber zufrieden. Die Wolken sind uns gefolgt. Sie scheinen sich jedoch im Kreis zu drehen. Immer wieder hüllen sie gewisse Teile der Berge fast ein. Wir sind allein am Kraterrand. Kein Auto, das uns mitnehmen könnte, kein Mensch, einfach niemand. Grund zum Hadern besteht jedoch nicht – wir marschieren eben weiter…..
Der Weg nach unten zum Denkmal des Äquators ist vorgegeben. Der Abstieg bedeutet nochmals mindestens zwei Stunden Marsch. Auch dem gewinnen wir Schönes ab. Stellen uns vor, die Wolken wären neugierig; sie folgen uns. Wachen sie etwa eifersüchtig über die Schätze der unberührten Natur und wollen verhindern, dass wir uns etwas mitnehmen von dem, was nur hierher gehört?

Ja, wir tun es…. stopfen unsere Taschen voll mit Steinen der unterschiedlichsten Farben. Wunderbare Erinnerungsstücke an einen Tag der Sonderklasse.
Schließlich erreichen wir bewohntes Gebiet. Dort sind wir nun, wo das Museum steht, dort, wo alles gepflegt aussieht. Parkanlagen, mit großem Aufwand bewässert zum Beispiel, Blumenbeete. Eine Oase der Sterilität sozusagen. Damit sich Touristen Wohlfühlen, wiederkommen, Devisen dalassen.
Wir aber haben Hunger. Köstlich und bei uns Lachsalven hervorrufend, reagiert der Chef des Restaurants, als wir sein Haus betreten: er zeigt uns als erstes, überaus höflich, wo sich das Bad befindet! Schmutz und Staub der vielen, vielen Wege und Straßen hat sich abgelagert und lässt uns wie Landstreicher aussehen!
Das aber ist immer wieder das Schöne an diesem Land – über alles kann man lachen und von Herzen fröhlich sein. Allerlei Spezialitäten gibt es hier zu versuchen. Immer besonders gut, wenn man mit einem Einheimischen unterwegs ist. „Locro de Patas“ ist solch ein besonderes Essen. Sehr gut – wenn man die „patas“, Schweinefüße, übrigläßt! „Llapingachos“ möchte ich beim nächsten Mal versuchen. Unsinnig, Bestandteile zu erklären. Man muss sie bestellen, essen, genießen.
Leider geht der Tag zu Ende. Er war schön. Für die Füße anstrengend, für den Geist erfrischend. Ein Erlebnis der preiswerten Art. Fröhlichsein lernt man hier. Im Zusammensein mit Menschen, die mit wenigem zufrieden sind und trotzdem Ausgeglichenheit vermitteln; die unbefangen auf Fremde zugehen, nichts erwarten aber ohne es zu wissen dem, der versteht, viel geben.


 

 

 

 

Kontakt

 

SprachAktiv Sprachreisen
Gütesiegel – Experte für Lateinamerika

www.sprachaktiv.de


Ansprechpartner für nähere Information:
Margarita Nowak, Tel.: 089 / 2021410 oder e-Mail: info@sprachaktiv.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Margarita Nowak.

 

 

 

 

 

Buchtipp
Unser Autor empfiehlt:

 

 

 

 

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Ecuador von Volker Feser, ISBN 3-89953-189-2
Michael Müller Verlag GmbH

Das Buch kostet im Buchhandel 24,90 Euro

 

 

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Viel Erfolg wünscht ReiseTravel.

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