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Kap Arkona

Am Nord Kap der Insel Rügen

Überrascht von ihrer Größe und ihren vielfältigen Landschaftsformen – vom üppigen Buchenwald über idyllische Boddenufer bis zum pulsierenden Seebad – ist mancher Gast, der zum ersten Mal rügenschen Boden betritt. So erging es schon Reisenden vor mehr als 200 Jahren. Damals begannen Großstädter, die „Sommerfrische“ für sich zu entdecken. Auch Künstler – Maler, Musiker und Dichter - ließen sich von der Insel, ihrer Landschaft und der Atmosphäre inspirieren: Gemälde, Romane und Musikwerke zeugen von der Faszination, die Rügen auf seine Besucher ausübt.

Schinkel Leuchtturm und noch viel mehr

Am Nordkap der Insel Rügen 

An der äußersten Spitze der Insel Rügen, am Kap Arkona, können Besucher in den Bunkeranlagen, die von 1980 bis 1986 von der Nationalen Volksarmee errichtet wurden, auf Zeitreise gehen. Zudem befinden sich unmittelbar neben den Leuchttürmen am Kap der so genannte „teilgeschützte Gefechtstand“ der 6. Flottille und der ehemalige Funkmessbunker aus dem Jahre 1938. Täglich finden zu jeder vollen Stunde Führungen in der Anlage und den Ausstellungen mit Sachzeugnissen und vielen Originalfotos zur Geschichte der Wendeereignisse statt. www.foerderverein-kap-arkona.de

Am Nordkap der Insel Rügen

Die Bunker am Kap Arkona: Rügen war Grenzgebiet. Die Überwachung der „Seegrenze“ der DDR oblag der „6. Grenzbrigade Küste“ in Sassnitz, die Amtshilfe durch den Volksmarine-Stützpunkt der NVA in Dranske auf der Halbinsel Bug erhielt. Als Gefechtsstand dienten zwei Bunker an Kap Arkona. Der ältere von beiden stammt noch aus Wehrmachtszeiten, der größere und jüngere Bunker wurde von 1979 bis 1986 erbaut. Noch bevor der neue Bunker allerdings seiner Bestimmung übergeben werden konnten, soll er bereits enttarnt worden sein: Als die NVA 1985 ihren 30. Jahrestag feierte, erschien ein Bildband, der eine Luftaufnahme vom Kap Arkona und der Bunkerbaustelle im Hintergrund enthielt. Wie das Bild dort hineingeriet, ist unklar. Sicher ist jedoch, dass das Buch schon drei Tage nach Erscheinen aus dem Verkehr gezogen wurde und heute bei Sammlern hoch gehandelt wird. In einer Neuauflage des Bandes fand sich das verräterische Bild nicht mehr.

Am Nordkap der Insel Rügen

Die 6. Grenzbrigade Küste, die den Bunker 1986 dennoch bezog, hatte als Teil der Volksmarine der DDR nicht nur die See­grenze gegen Bedrohungen von außen zu sichern, sondern auch, Republikfluchten über die Ostsee zu verhindern. Obwohl private Boote am Strand streng verboten waren, Segler nur unter strengen Auflagen vor Rügens Küste kreuzen durften und Fischerboote im Hafen mit Ketten gegen Diebstahl gesichert mussten, um nicht als Fluchtfahrzeuge genutzt wer­den zu können, flohen im Laufe der Jahre etwa 20 DDR-Bürger über die offene See. Die Zahl derer, die beim Versuch starben, über die Ostsee aus der DDR zu fliehen, beträgt je nach Quelle bis zu 189 Opfer. Die Bunkeranlagen gehören heute zum Flächendenkmal Kap Arkona und sind als Ausstellungsräume der Öffentlichkeit zugänglich. 

Ernst Heinemann Bürgermeister Gemeinde Putgarten Kap Arkona

Am Nordkap der Insel Rügen

„Deutsche Geschichte zum Ansehen und Anfassen!“  

Nackt unter Nackten am Kap Arkona: Ostseebräune ohne blasse Stellen - Hinterlassenschaften von Badehose und Bikini - brachten viele Rügen-Urlauber aus den FDGB-Ferien mit nach Hause. Das Nacktbaden und Strandleben „ohne“ gehörten für viele Besucher an der Ostsee einfach dazu. Im Nachhinein wurde die Freikörperkultur in der DDR gern als „kleine Freiheit“, als Protest gegen die zahlreichen Einschränkungen des täglichen Lebens interpretiert. Tatsächlich hatte es die DDR-Regierung in den 50erJahren nicht geschafft, das Nacktbaden zu verbieten. Spätes­tens in den 70er Jahren wurden FKK-Strande an der Ostseeküste der DDR zu Selbstver­ständlichkeiten; kaum ein Strand, an dem es keinen FKK-Abschnitt gab. Nach der Wende freilich kamen mehr und mehr Besucher aus „dem Westen“, die so viele nackte Tatsachen ganz einfach nicht gewohnt waren. Auf Rügen wie auch anderswo in der ehemaligen DDR wurden die ausgewiesenen FKK-Badestellen immer kleiner. Ganz verdrängen ließen sich die Nackedeis aber nie. Mittlerweile scheinen Nacktbader und Bademoden-Fans immer besser miteinander auszukommen: Neben ausgewiesenen FKK- und Textilstränden gibt es auch Strandabschnitte, an denen sich unter die nackten auch bekleidete Ostsee-Urlauber mischen. Sogar Nichtraucher - das sei hier am Rande noch erwähnt, obwohl es das ei­gentliche Thema nur streift - haben am Strand ihren Platz: Auch am Kap Arkona!

 

Kontakt

 

Kap Arkona

Am Parkplatz, D-18556 Putgarten (Rügen)

Fon 038391-4190, kap-arkona@t-online.de

 

www.kap-arkona.de

 

Der Rügenhof

Dorfstrasse 22, D-18556 Putgarten (Rügen)

 

www.ruegenhof.de

 

Tourismuszentrale Rügen GmbH

Bahnhofstraße 15, D-18528 Bergen auf Rügen

Telefon: (0 38 38) 80 77 80, Fax: (0 38 38) 25 44 40, info@ruegen.de

 

www.ruegen.de

 

Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt

Ostseeküste 1933-1945

 

In den ehemals dünn besiedelten Regionen entlang der Ostseeküste bauten die Nationalsozialisten eine Vielzahl von militärischen Anlagen: das Raketentestgelände in Peenemünde auf der Insel Usedom, die Erprobungsstelle Tarnewitz bei Boltenhagen oder den Flugplatz auf dem Priwall bei Travemünde. Zugleich entstanden in den Küstenstädten zahlreiche Industriestandorte, Werks-, Wohn- und Gartensiedlungen.

 

Chr. Links Verlag

Viele dieser militärischen und zivilen Bauten prägen noch heute das Bild der Städte und der Landschaften, andere sind kaum noch erkennbar, da sie zerstört, demontiert oder einer neuen Nutzung zugeführt wurden. Erstmalig gibt dieser historische Reiseführer einen Überblick über die Zeugnisse der NS-Diktatur an der Ostseeküste: von Flensburg über Eckernförde, Kiel, Lübeck, Wismar, Rostock und Stralsund bis nach Swinemünde. Die einzelnen Hinterlassenschaften des Nationalsozialismus werden in knappen und anschaulichen Texten erläutert. Sonderseiten widmen sich übergreifenden Themen wie der Organisation „Kraft durch Freude“, den Bunkerbautypen der Region oder den Flüchtlings- und Deportationsströmen. Historische und aktuelle Fotografien sowie Detail- und Übersichtskarten helfen bei der Spurensuche vor Ort.

Martin Kaule: Jahrgang 1979, 1999 bis 2001 Studium zum Informatik-Betriebswirt an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Berlin, seit 2001 Fotodokumentation von aufgegebenen Militär-, Industrie- und Verkehrsarealen, seit 2005 Organisation von militärhistorischen Führungen und Forschungsreisen

Wer die Ostsee bereist, wird in diesem „historischen Führer“ viele Informationen finden, die ein üblicher Reiseführer nicht enthält und die viele Einheimische auch nicht (mehr) wissen. Nicht nur deshalb bildet das Buch eine gute Ergänzung zu den „normalen“ Reiseführern.  

Ostseeküste 1933-1945 – Der historische Reiseführer, Christoph Links Verlag, ISBN 978-3-86153-521-8, www.linksverlag.de  

Das Buch kostet im Buchhandel 14,90 Euro. 

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher

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