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Berlin

Auf Schienen durch Berlin

Ein Wagen von der Linie acht, weiß-blau fährt ratternd durch die Stadt. Weiß Ferdl, einer der bekanntesten bayerische Volkssänger und Volksschauspieler, machte diese Hymne auf die Münchner Trambahn zum Kassenschlager. Hoch auf den gelben Wagen könnten die Berliner vor sich her trällern. Dort fährt man in „gelb“.

Deutschlands Hauptstadt zählt zu den beliebtesten Reisezielen in Europa. Hinzukommen ist leicht. Und dann! Angekommen - aber was nun? Auch das ist kein Problem. Gerade in Berlin transportiert das Nahverkehrsnetz die Besucher schier im Minutentakt zu jeder Tages- und Nachtzeit wohin auch immer sie wollen. Kreuz und quer durch die Stadt. Im Gegensatz zu manch anderen Großstädten, in denen gerade die Querverbindungen zwischen den U- und S-Bahnen sich wie ein geheimes Buch für Eingeweihte lesen. Nicht so in Berlin.

Nahverkehr in Berlin

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Ein regelrechtes Spinnennetz an U- und S-Bahnen, Trambahnen und Bussen durchzieht die ganze Metropole. Sämtliche Sehenswürdigkeiten, „In-Shopping-Meilen“, kulturelle Highlights und Besuchens werte Plätze sind dort spielend einfach ohne Pkw zu erforschen. Sightseeing mit den verschiedenen Bahnen. Wunderbar. Das spart Nerven, lästiges im Staustehen, langes, erfolgloses Parkplatz suchen und tut nebenbei der Umwelt gut.

Was ein Fremder gerne sehen möchte: Problemlos tourt man quer durch die Stadt. Egal ob das Endziel ein hochfrequentierter Platz oder auch nur eine kleine Haltestelle ist. Lockt der Alexanderplatz mit dem zweithöchsten Fernsehturm mit stattlichen 365 Metern sowie einer Aussichtsplattform auf 203 Metern mit Blick auf die pulsierende Metropole? Oder eher das Nikolaiviertel, die Wiege der Stadt und der imposante Backsteinbau, genannt „Rotes Rathaus“. Bitteschön – der Alexanderplatz wird von zahlreichen Linien passiert. Ebenso der Potsdamer Platz mit dem Sony-Center, dessen Zeltdach sich seinen Ruf als weiteres Wahrzeichen der Stadt erobert hat und dem Daimler-Chrysler-Gebäude.

Brandenburger Tor gefällig! Ein Muss jedes Berlin-Trips. Die Location heißt ebenso wie die Haltestelle – ist ergo leicht zu finden. Besonders hier heißt es ankommen und staunen. Gleich beim Verlassen der Station eröffnet sich der Blick auf – nun ja zunächst mal den Berliner Bären, einen unechten DDR-Wachsoldaten und besonders kurios – auf Luke Skywalker aus Star Wars. Was der in Berlin verloren hat, fragt man sich. Weiß es aber sobald sich der Blick auf die Schar Kinder richtet, die sich mit ihm fotografieren lassen wollen. Kostet schlappe zwei Euro pro Nase. Kann aber auch ignoriert werden. Und dann ist die Sicht ungetrübt in Richtung Brandenburger Tor mit der Quadriga. Und der Weg frei in Richtung Regierungsviertel (www.deutscher-reichstag.de) und Berlins Hauptstraße „Unter den Linden“.

Berlin - wir fahren nach Berlin

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Auch das Dokumentationszentrum Berliner Mauer an der Bernauer Straße hat eine eigene Haltestelle. Der Weg führt vorbei an einem Original Stück der Berliner Mauer von der Haltestelle Bernauer Straße bis zur Haltestelle Nordbahnhof, dort im Untergrund informieren Tafeln über die so genannten „Geisterbahnhöfe“. Bahnhöfe, die 28 Jahre lang für Ost- und Westberliner nicht zu benutzen waren. (www.berliner-mauer-gedenkstaette.de) Die Einkaufsmeile Kurfürstendamm mit der Gedächtniskirche ist zu erreichen über – na die Haltestelle Kurfürstendamm.

Der berüchtigte Checkpoint-Charlie, das Mauer-Museum (www.mauermuseum.de) , das neue Currywurst-Museum (www.currywurstmuseum.de) sind über die Station Kochstraße zu erreichen. Auch hier eröffnet sich der Blick sofort beim Verlassen des Untergrunds auf den bekannten „Checkpoint Charlie“, dem ehemaligen Kontrollpunkt der Alliierten. Gleich daneben liegt das Mauermuseum mit einer Dauerausstellung zum Mauerbau und zur Teilung der Stadt.

Für Kultur- und Kunstfreaks ist die Museumsinsel, das Ensemble aus fünf hochkarätigen Museen, eine beliebte Anlaufstelle in der Hauptstadt (www.museumsinsel.de). Es befindet sich in der Nähe des Berliner Doms mit der Hohenzollerngruft am Ufer der Spree. Hier starten auch die Stadtrundfahrten mit dem Schiff. Ein DDR-Museum erinnert an den Alltag in der ehemaligen DDR. Am besten erreichbar über die S-Bahn-Station Hackescher Markt.

Dieses „Hop on and off“ – also aus- und wieder einsteigen gilt auch für den Bus der Busse in Berlin, den 200er. Ziemlich überfüllt gelegentlich, aber dennoch sinnvoll. Er hält an touristischen Örtlichkeiten wie dem Alexanderplatz, dem Lustgarten, der Staatsoper, Unter den Linden, vor dem Reichstag, am Haus der Kulturen der Welt, am Schloß Bellevue, am Großen Stern und am Bahnhof Zoologischer Garten.

Berlins älteste U-Bahn

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Die älteste U-Bahnstrecke, Ende des 19. Jahrhunderts größtenteils als Hochbahn erbaut, ist die U 1 von der Warschauer zur Uhlandstraße. Während ihrer 9 Kilometer langen Fahrt passiert sie 13 Bahnhöfe, jeder einzelne von ihnen ist ein Unikat.

Fazit: In Berlin heißt es „Isch brauche gar kein Auto“. Besonders günstig fährt der Einzelne oder auch die ganze Familie mit den verschiedenen Angeboten der BerlinWelcomCard.  Mehr als 160 verschiedene Rabattangebote bieten auch bei Touristenattraktionen wie dem Zoologischen oder dem Fernsehturm Vergünstigungen an. (www.berlin-welcomecard.de)

Visit Berlin - Berlin Tourismus GmbH, Am Karlsbad 11, D-10785 Berlin, Tel. +49 (0) 30 250025, www.visitberlin.de

 

Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt

Berlin - unverbrauchter Blick und unverstelltes Staunen 

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Ort der Gegensätze: Nirgendwo liegen graue Tristesse und bunte Lebensfreude, Monotonie und Kreativität, Vergangenheit und Zukunft so nah beieinander, wie in Deutschlands Hauptstadt. In seinem Fotoband „Berlin“ erkundet der Fotograf Hermann Willers all jene Erinnerungsorte der Stadt, die sie zu einer so einzigartigen Metropole machen. Kurzweilige zeitgeschichtliche Texte von Werner Friedrich und Stadt-Erinnerungen großer Berliner Persönlichkeiten wie Richard von Weizsäcker oder Michael S. Cullen begleiten die erschienenen Fotografien.
Berliner Friedhöfe. Der Hauptbahnhof. Die Hinrichtungsstätte Plötzensee. Hermann Willers beweist ein Auge für Details. Schwarz-Weiß Aufnahmen legen das Einmalige und die Absurdität Berliner Orte frei, ohne sich dabei in Klischees zu verlieren. „In seinen atmosphärischen Aufnahmen trifft er den magischen Moment, in dem sich das Wesen der Stadt offenbart“, schreibt Ulrich Eckhardt in seinem Vorwort. „Seine Neugierde schafft Abbilder, auch Trugbilder und Rätselbilder, die zur Entschlüsselung einladen." Indem Hermann Willers dabei Details in den Vordergrund rückt, gelingt ihm das Kunststück, selbst kulturgeschichtlich bekannte Orte immer wieder in überraschend neuem Licht erscheinen zu lassen. Doch „Berlin“ ist mehr als ein Bildband.

„Berlin“ ist ein Geschichtsbuch. Werner Friedrich beschreibt in seinen Texten nicht nur, sondern liefert facettenreiche Informationen. Der Funkturm wurde zwischen 1924 und 1926 erbaut – für nur 1.580 Rundfunkteilnehmer. Die Avus war einmal die schnellste Rennstrecke der Welt – die von Jedermann für 10 Reichsmark befahren werden konnte. Der Potsdamer Platz, in der Weimarer Republik der betriebsamste Verkehrsknotenpunkt Europas, wurde bedrückendes Symbol der Teilung – und ist heute ein Ort spektakulärer Events.

„Berlin“ ist aber auch ein Lesebuch. Denn Prominente wie Volker Hassemer oder Gregor Hohberg offenbaren Gefühle, Gedanken und Geschichten. Michael S. Cullen erzählt vom Mahnmal an der Großen Hamburger Straße. Wolfgang Thierse erwähnt, dass auch er seinen Beitrag zum Mythos Kollwitzplatz geleistet hat: „So haben wir auf dem Kollwitzplatz eine Spielplatzanlage gebaut und Kinderfeste organisiert, alles misstrauisch beäugt von Polizei und Stasi.“ Richard von Weizsäcker spricht in seiner Rede zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde das aus, was wohl jeder Berlin-Besucher denken mag, wenn er sagt, „dass die Stadtgeschichte von Weltoffenheit, von Toleranz und Liberalität geprägt ist.“
Berlin – Fotos, Geschichte und Geschichten, die auf 300 Seiten zum Entdecken, Wieder- und Neuentdecken einladen, ISBN 978-3-649-60327-6,

Das Buch kostet im Buchhandel 29,50 Euro.  

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.

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Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich.

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