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Bunte Stube und Kunstkaten
Es gibt Orte, die bezaubern sofort: Ahrenshoop, auf dem Darß, an der Ostsee, gehört dazu. Bekannt und populär durch die Ostsee mit weichen Sandstränden, seinen zahlreichen Künstlern und die „Bunte Stube“.
Die Bunte Stube wurde 1922 von Martha Wegscheider und dem Maler Hans Brass gegründet. Aus einem kleinen Laden entwickelte sich ein kultureller Treff, der durch seine vom Bauhausarchitekten Walter Butzek 1929 entworfene Gestalt mit der rot-weissen Fassade zu einem markanten Gebäude von Ahrenshoop wurde. Neben dem Angebot von Büchern, Kunsthandwerk und Naturwaren werden in einem Kunstkabinett wechselnde Ausstellungen gezeigt.
Kunst, Kultur und kulinarische Köstlichkeiten bilden im Ostseebad eine Einheit: So zaubern, nicht nur während der Kulinarischen Wochen „Smutje an Bord“, die dortigen Köche, in zahlreichen Hotels und Restaurants, viel Kreatives und Bodenständiges.
Impressionen:
„Kulinarische Wochen“
Der Ahrenshooper Kunstkaten wurde am 11. Juli 1909 eröffnet. Für die Ahrenshooper Malerkolonie und für das Ostseebad Ahrenshoop war das ein bedeutsames Ereignis, das dem Wunsch von Künstlern und Kunstfreunden entsprach. Seit 1993 ist das Haus im Besitz der Gemeinde Ahrenshoop und in den neu gestalteten Räumen wird seitdem das bewährte Ausstellungskonzept, das sich schwerpunktmäßig auf die Traditionspflege stützt und die Veranstaltungstätigkeit, fortgesetzt.
„Das malerisch zwischen Ostsee und Bodden gelegene Ahrenshoop wird durch seine Bebauung mit den traditionell rohrgedeckten Häusern geprägt. Den interessanten Wechsel zwischen Steil- und Flachufern, Wiesen und Wäldern, Meer und Binnenwasser und das besondere Licht unter unserem weiten Himmel inspirierten schon vor über 100 Jahren die Landschaftsmaler. Mit der Herausbildung der Ahrenshooper Malerkolonie wurde der Grundstein für den heutigen Künstlerort Ahrenshoop mit seinem besonderen Flair gelegt. Zu allen Jahreszeiten unterbreiten wir ein vielfältiges kulturelles Angebot: Galerien mit interessanten Ausstellungen, offene Ateliers und Werkstätten der ortsansässigen Künstler und Kunsthandwerker, musikalische und literarische Kostbarkeiten und die Möglichkeit, selbst kreativ zu sein. Verbunden mit unserer breit gefächerten, regionaltypischen Gastronomie und den Quartieren ist das eine Offerte an alle, die unseren Ort zu entdecken und sein besonderes Flair zu erspüren“, informiert Hans Götze, Bürgermeister.
Auch er selbst ist ein kreativer Künstler, mir jährlichen Ausstellungen. Der aus Dippoldiswalde stammende arbeitet seit 1990 als Maler und Grafiker. Er fühlt sich der Tradition der Ahrenshooper Künstlerkolonie verpflichte und sieht den Schwerpunkt seiner Arbeit in der künstlerischen Umsetzung der Landschaft seiner Heimatregion.
Kunst – Kultur – Kulinarik
Hotel „Namenlos“ – eine „köstliche“ Adresse
Richard Crohn und Carolin Crohn-Fischer: Das Licht zwischen Bodden und Ostseeküste war schon immer ein ganz besonderes und faszinierte viele namhafte Künstler, die sich seit Ende des 19. Jahrhunderts aufmachten, um dieses Licht, eingebunden in einer bezaubernden Landschaft, auf ihren Bildern festzuhalten. Die Werke der ersten Generation der Ahrenshooper Künstlerkolonie zu sammeln, zu bewahren und unseren Gästen zugänglich zu machen, ist unserer Familie seit vier Generationen eine Herzensangelegenheit. „Nach und nach bauten wir die Hotels „Namenlos“ und „Fischerwiege“ sowie die Gästehäuser „Dünenhaus“ und „Bergfalke“ zum Hotel-Ensemble auf“, informieren Richard Crohn und Carolin Crohn-Fischer.
Das kreative Küchenteam sowie die hauseigene Konditorei legen viel Wert auf heimische Produkte und frische Zutaten. Unter der Leitung des Küchenchefs Richard Crohn und seiner Frau Carolin Crohn-Fischer, der Geschäftsführerin des Hauses, werden unwiderstehliche Gaumenfreuden bereitet.
Ahrenshoop wurde 1760 von Seefahrern gegründet. Ende des 19.Jahrhunderts siedelten sich Kunstmaler an. In der Folge entwickelte sich der Ort zum Seebad und 1909 wurde der Kunstkaten eröffnet, in dem seither viele Ausstellungen stattfanden. Die Künstlerkolonie Ahrenshoop gehörte früher nicht zum mecklenburgischen Fischland, sondern als der westlichste pommersche Ort der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zum pommerschen Darß. Erst im Jahr 1950 erfolgte die Angliederung der mecklenburgischen Orte Althagen und Niehagen zu Ahrenshoop. Seitdem wurden auch Straßen gebaut.
Das Dornenhaus erhielt seinen Namen wegen der Weißdorn-Windflüchter (Dornenbäume genannt), die auf der davor liegenden Befestigungsanlage standen. Um 1660, kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg erbaut, diente es als Bauern-, Seefahrer- und Zollhaus, lange Zeit war es Scheune. Noch heute sind die ursprüngliche Kubatur des Rohrdachhauses, seine gewaltige Balkenkonstruktion, die niedrigen Luchten und die hohe Diele originalgetreu erhalten. Zum eigentlichen Wohnhaus umgebaut wurde das Dornenhaus erst um 1930. 1995 erwarben der Keramiker Friedemann Löber, ein „echter Althäger Junge“ und seine Frau das Gebäude.
Nach mehrjährigem Wiederaufbau wurde das Dornenhaus 1998 mit der ersten Ausstellung für die Öffentlichkeit zugänglich. Neben dem ständigen Angebot aus der im Haus befindlichen Fischlandkeramik-Werkstatt von Friedemann Löber werden dort seitdem ganzjährig wechselnde Ausstellungen bildender Künstler präsentiert. Das Dornenhaus ist aber auch seit jeher ein ausgesprochen beliebtes Maler- und Fotografenmotiv. Die Maler der „Ersten Generation“, wie der Begründer der Ahrenshooper Künstlerkolonie, Paul Müller-Kaempf, Carl Malchin, Elisabeth von Eicken, Anna Gerresheim über Theodor Schultze-Jasmer bis hin zu Malern der Gegenwart stellten und stellen das Dornenhaus in den verschiedensten Malweisen dar. Zumal die Dornenbäume wieder in den Himmel wachsen!
Fischland, Darß und Zingst waren einst Inseln, die im Laufe der Jahrhunderte durch den Einfluss von Wind und Wasser zu einer Halbinsel verschmolzen. So entstanden Bodden, ehemalige Meeresbuchten, die heute weitgehend von der offenen Ostsee abgeschnürt sind. Die letzten Verbindungen wurden allerdings von Menschenhand geschlossen: so versperrte bereits die Hanse der Stadt Ribnitz den direkten Zugang zur Ostsee, indem sie die Recknitz-Mündungen in Wustrow und Ahrenshoop versanden ließ. Nach dem verheerenden Sturmhochwasser von 1872 wurden die Zugänge des Prerowstromes und an der Straminke in Zingst gekappt.
So oder so: Ahrenshoop und seine Umgebung ist ein schönes Ferienziel, auch wenn das Wetter nicht unbedingt mitspielt. „Unsere facettenreichen Offerten beinhalten hoffentlich für jeden Besucher ein paar Höhepunkte“, sagt Bürgermeister Hans Götze.
Kontakt
Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst e.V.
Barther Strasse 31, D-18314 Löbnitz
www.fischland-darss-zingst.de - www.kunstkaten.de - www.kurhaus-ahrenshoop.de – www.hotelderfischlaender.de – www.dorint.com/wustrow - www.landhaus-morgensuenn.de – www.kulinarische-wochen.de – www.hotel.namenlos.de
Tourismusverband MV
Platz der Freundschaft 1, D-18059 Rostock
Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt
Ostseeküste 1933-1945
In den ehemals dünn besiedelten Regionen entlang der Ostseeküste bauten die Nationalsozialisten eine Vielzahl von militärischen Anlagen: das Raketentestgelände in Peenemünde auf der Insel Usedom, die Erprobungsstelle Tarnewitz bei Boltenhagen oder den Flugplatz auf dem Priwall bei Travemünde. Zugleich entstanden in den Küstenstädten zahlreiche Industriestandorte, Werks-, Wohn- und Gartensiedlungen.
Ahrenshoop und seine Umgebung sind nicht nur kulturell geprägt: Im Bereich der Halbinsel Fischland.Darß-Zingst fand die damalige Luftwaffe ideale Standorte für ihre militärischen Zwecke, und in den dünn besiedelten Landstrichen wurden Zwangs- und Krieggefangenenlager errichtet. Viele dieser militärischen und zivilen Bauten prägen noch heute das Bild der Städte und der Landschaften, andere sind kaum noch erkennbar, da sie zerstört, demontiert oder einer neuen Nutzung zugeführt wurden. Ob in Ribnitz-Damgarten, Dierhagen, Zingst oder Barth sowie die „Sundischen Wiesen“ – hier befindet sich heute das Restaurant „Waldschlösschen“, ein schönes Ausflugsziel mit guter Küche, am Rande des Nationalparks.
Erstmalig gibt dieser historische Reiseführer einen Überblick über die Zeugnisse der NS-Diktatur an der Ostseeküste: von Flensburg über Eckernförde, Kiel, Lübeck, Wismar, Rostock und Stralsund bis nach Swinemünde. Die einzelnen Hinterlassenschaften des Nationalsozialismus werden in knappen und anschaulichen Texten erläutert. Sonderseiten widmen sich übergreifenden Themen wie der Organisation „Kraft durch Freude“, den Bunkerbautypen der Region oder den Flüchtlings- und Deportationsströmen. Historische und aktuelle Fotografien sowie Detail- und Übersichtskarten helfen bei der Spurensuche vor Ort.
Martin Kaule: Jahrgang 1979, 1999 bis 2001 Studium zum Informatik-Betriebswirt an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Berlin, seit 2001 Fotodokumentation von aufgegebenen Militär-, Industrie- und Verkehrsarealen, seit 2005 Organisation von militärhistorischen Führungen und Forschungsreisen
Wer die Ostsee bereist, wird in diesem „historischen Führer“ viele Informationen finden, die ein üblicher Reiseführer nicht enthält und die viele Einheimische auch nicht (mehr) wissen. Nicht nur deshalb bildet das Buch eine gute Ergänzung zu den „normalen“ Reiseführern. Auch in der Region um Ahrenshoop. Von Edda Fensch.
Ostseeküste 1933-1945 – Der historische Reiseführer, Christoph Links Verlag, ISBN 978-3-86153-521-8, www.linksverlag.de
Das Buch kostet im Buchhandel 14,90 Euro.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher
Weitere Berichte zum Thema: Kulinarisches Mecklenburg-Vorpommern
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