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Bad Kissingen

Kuren und Event-Hopping in Bad Kissingen

In Bad Kissingen braucht der Gast eigentlich kein Auto: Nicht weil es dort nichts zu entdecken gäbe. Sondern weil alles zentral nebeneinander liegt. Bequem per Pedes zu erreichen. Und das nun wiederum nicht aus dem Grund, weil Bad Kissingen so klein ist oder etwa nichts zu bieten hätte. Der Hintergrund ist schlicht und ergreifend die zentrale Lage aller wichtigen Veranstaltungshäuser und Anlagen. Selbst die Kurpromenade liegt keineswegs abseits vom Kern der Stadt, sondern nur wenige Gehminuten vom belebten Stadtzentrum entfernt. In den urigen Kneipen, rustikalen Weinstuben und regionaltypischen Restaurants pulsiert das Leben, Palmen in der Fußgängerzone versprühen südländischen Flair. Auch die Bad Kissinger Spielbank ist in wenigen Schritten vom Zentrum aus zu erreichen. Events und Veranstaltungen ergänzen ganzjährig das Angebot. Sie finden auch hier vorzugsweise in den Sommermonaten, aber auch dazwischen in der eher ruhigen Saison statt. Kabarettherbst, Winterzauber, Osterklänge, Kissinger Sommer und Kissinger Kulturtage mit hochkarätigen Künstlern versüßen beinah all over the year den Aufenthalt des Gastes. Täglich finden auch Kurkonzerte statt.

Bad Kissingen

Winterzauber im romantischen Bad Kissingen 

Prächtige historische Gebäude prägen das Stadtbild, viele davon sind ein Vermächtnis der bayerischen Könige. Die prachtvollen Säle dienen heute noch in vielfältiger Weise dem Aufenthalt der Urlauber. Zum Lesen, Schreiben oder einfach nur Plaudern. Kulturelles Zentrum und Wahrzeichen Bad Kissingens ist zweifelsohne der Regentenbau, in Auftrag gegeben von Prinzregent Luitpold bei dem damaligen Stararchitekten Max Littmann. Seine Konstruktion zählt heute noch zu den zwanzig besten Konzert- und Festsälen Europas. Die drei unterschiedlich gestalteten Räume können miteinander verbunden werden und bieten dann Platz für beinah 1500 Gäste. Unter den malerischen Arkaden fanden schon viele berühmte Persönlichkeiten Gesundheit und Erholung. Die Blütezeit erlebte Bad Kissingen um 1860 bis Beginn des ersten Weltkrieges; während der so genannten Kaiserkurzeit erfuhr es seinen größten Aufschwung. Zu den berühmten Gästen zählten unter anderem auch der bayerische König Ludwig I., Reichskanzler Bismarck, Theodor Fontane oder auch der österreichische Kaiser Franz I. mit seiner „Sissy“. Sie soll am liebsten einen Spaziergang auf den 250 Meter hohen Altenberg mit seiner herrlichen Aussicht unternommen haben. Auch heute noch erreicht Bad Kissingen einer Umfrage zufolge den 1.Platz als meist genannter Kurort Deutschlands.

Wie einst basiert das Kurangebot auf mehreren Säulen. Im Therapiezentrum Kurhausbad mit historisch unvergleichlichem Ambiente kombiniert mit dem modernden Wellness-Pavillon der KissSalisTherme. Die liegt zwar ein wenig außerhalb, ist aber mit dem öffentlichen Bus im Halb-Stunden-Takt zu erreichen. Ebenso wie die Gradieranlage und das Bismarck-Museum. Der Weg in die ehemalige Obere Saline kann aber auch mit der Dampferle auf dem malerischen kleinen Fluss zurückgelegt werden. Es bietet sich außerdem die Möglichkeit für einen Spaziergang am Ufer der fränkischen Saale.

Bad Kissingen

Die Wandelhalle „Immergrün“ mit überwiegend echtem Blumenschmuck 

Seit Jahrhunderten sprudeln die Bad Kissinger Heilquellen nun schon und haben der Stadt zu Weltruhm verholfen. Insgesamt sieben Quellen sprudeln, zwei derselben entspringen genau in der Wandelhalle, in der wie früher das Trinken als regelrechtes feierliches Ereignis zelebriert wird. Die Trinkzeiten sollten zwei Mal täglich eingehalten werden, morgens am besten nüchtern.

Sie ist Europas größte Wandelhalle und bietet ausreichend Platz zum „herumwandeln“. Das Heilwasser sollte in kleinen Schlucken während der Bewegung zu sich genommen werden. Dabei kann man genüsslich den Klängen des 13köpfigen Kissinger Kurorchesters lauschen. Bei schlechtem Wetter finden sich in der Wandelhalle Sitzgelegenheiten. Die Konzertmuschel, die erste drehbare Konzertbühne aus dem Jahr 1910, kann bei Bedarf ins Freie gedreht werden, so dass der Besucher dann im Schatten der alten Bäume im Kurpark der Musik zuhören kann.

Während es eine Zeit gab, in der die natürlichen Heilmittel in den Hintergrund gerückt sind, setzt man mittlerweile wieder auf die Quellen aus der Natur. Das macht sich auch in Bad Kissingen bemerkbar. Die Heilquellen entspringen in 13 Metern Tiefe und werden durch die Anlage der Erdschichten begünstigt. Oben bilden sich Sperrschichten, welche  kein Schmutzwasser durchsickern lassen. Auf der Indikationsliste stehen Stoffwechselstörungen, Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen, Erkrankungen der Verdauungsorgane, Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen ebenso wie rheumatische Beschwerden. Auch im Bereich der psychischen Erkrankungen, der Onkologie, Nieren- Harnwegs- und Prostata-Beschwerden ist Bad Kissingen federführend. Des Weiteren bei Erkrankungen der Atmungsorgane, neurologischen Erkrankungen, Hauterkrankungen, Krankheiten des Blutes und der Blutbildungsorgane. Ebenso bei Frauenkrankheiten, Venenerkrankungen bis hin zu Unfall- und Verletzungsfolgen sowie Hörstörungen.

Die sieben Heilwässer unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und auch deutlich im Geschmack. Das etwas unruhige Rakoczywasser aus einer 1737 wieder entdeckten Quelle wurde nach Fürst Rakoczy benannt, einem ungarischen Freiheitskämpfer der es jedoch niemals getrunken hat. Allerdings wurde im nachgesagt, ebenso rebellisch zu sein wie das Wasser. Entdeckt hatte man diese Quelle, als Balthasar Neumann die fränkische Saale verlegte, um die bereits vorhandenen Brunnen zu schützen. Direkt in der Wandelhalle entspringt auch das Wasser aus dem Pandurbrunnen, bekannt seit 1616. Das Kissinger Bitterwasser wird auf der Basis von Rakoczywasser unter Zusatz von Magnesium hergestellt. 1520 erstmals erwähnt wurde das Wasser aus dem Maxbrunnen im Jahr 1815 umbenannt nach König Max I. Dieser ist der älteste Brunnen Bad Kissingens, der Brunnentempel hierfür stammt aus dem Jahr 1911. Das Wasser aus dem Runden Brunnen wurde 1788 entdeckt und zunächst zur Salzgewinnung genutzt. Seit 1841 erfüllt er seinen Zweck als Badequelle und kann auch heute noch zur Inhalation im Gradierbau genutzt werden. Eine Anlage, in der das Wasser über Schwarzdornhecken fließt und die Luft mit Salz angereichert wird. Seit 2006 gibt es in Bad Kissingen direkt in der Innenstadt auch einen Salzheilstollen, in dem salzhaltige Luft konzentriert aus einem Diffusor in den Raum strömt. Das Wasser aus dem Schönbornsprudel wird heute in die KissSalisTherme geleitet und für Solebäder verwendet. Auch Moorbäder sind in Bad Kissingen Tradition. Der jüngste der glorreichen Sieben ist der Luitpoldsprudel, dessen wohltuende Wirkung heute vor allem für Wannenbäder im Bad Kissinger Kurhausbad genutzt wird. Unterstützung beim Beantragen einer Kur erhält man bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland.

 

Kontakt

 

Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH

Am Kurgarten 1, D-97688 Bad Kissingen

Tel. +49 (0) 8048 211, tourismus@badkissingen.de

www.badkissingen.de

 

Bayerischer Heilbäder-Verband e.V. Bad Füssing

Postfach 1063, D-94072 Bad Füssing, info@gesundes-bayern.de

www.gesundes-bayern.de

 

Unabhängige Patientenberatung Deutschland

Bundesgeschäftsstelle, Littenstraße 10, D-10179 Berlin, info@upd-online.de

www.upd-online.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.

Unsere Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich.

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