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Poitiers

Inselhopping an der französischen Atlantikküste

Reif für die Insel? In Poitou-Charentes gibt es gleich vier! - Ré, Oléron, Aix, Madame – das sind vier Insel-Paradiese vor der Côte de Lumière, der französischen Küste des Lichts. Jede Insel hat ihren ganz eigenen Reiz. Aber auf welcher sollte man die vom Alltag gebeutelte Seele baumeln lassen? Am besten auf allen! Die geringe Entfernung der Inseln voneinander macht Tagesausflüge oder einen einfachen Wechsel der Insel ohne Hektik möglich.

Île de Ré: Die Île de Ré, auch „die Weiße“ genannt, hat einen unvergleichlichen Charme. Die kleine Schwester des mediterranen Saint-Tropez erfreut sich dank des Golfstroms schon ab den ersten Frühlingstagen und bis in den Herbst hinein eines besonders milden Klimas und lockt Prominente aus aller Welt an ihre feinen Sandstrände. Doch die Insel hat noch mehr zu bieten: Weiß getünchte Steinhäuser mit bunten Fensterläden zieren die idyllischen Ortschaften, von denen einige mit dem Prädikat„Die schönsten Dörfer Frankreichs“ versehen sind.

Darüber hinaus besitzt die als Naturschutzgebiet klassierte Insel ein außergewöhnliches Kulturerbe. Einzigartig sind die seit 2008 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörenden Festungsanlagen von Vauban. Die Île de Ré bringt außerdem kulinarische Köstlichkeiten auf Tisch und Teller: Melonen und köstliche Frühkartoffeln, das feine Fleur de Sel und natürlich fangfrischen Fisch und Austern. Marennes-Oléron ist das größte europäische Austerngebiet. Die Austern verdanken ihren Geschmack den kleinen Becken, „claires“ genannt, in denen die Verfeinerung der Weichtiere erfolgt und in denen sie dank einer mikroskopisch kleinen Alge ihre typisch grüne Farbe erlangen. Hervorragend zu Meeresfrüchten und Schalentieren passt ein Weißwein oder Rosé – auf der Insel angebaut und gekeltert. Auf dem großen Markt der idyllischen Hafenstadt Saint-Martin-de-Ré kann man all die leckeren Produkte der Insel probieren und kaufen. Die Insel ist ganz flach und dank ihrer 100 Kilometer Fahrradwege leicht mit dem Rad zu entdecken.

Île d’Oléron: Auf der Insel Oléron, auch „die Farbenfrohe“ genannt, haben sich schon die alten Römer entspannt. Ihnen verdankt die Insel auch ihren Namen: Die Römer nannten sie Insula Olerum, die Insel der Düfte. Bereits Anfang des Jahres blühen auf der Insel die Mimosen und im Sommer vermischt sich der Duft von wilden Rosen und Oleander mit dem herb-würzigen Aroma der Pinienwälder. Dank des milden Klimas gedeihen auf der Insel auch Feigen und Bananen. Sie ist die größte atlantische Insel und nach Korsika die zweitgrößte Frankreichs. Die Strände im Westen mit brausenden Wellen und frischer Brise bieten alles, was das Surferherz begehrt.

Familien mit kleinen Kindern sind an den zum Festland hin gelegenen ruhigen Stränden besser aufgehoben. Und wer gerne mal allein ist, findet überall versteckte Buchten. Außer breiten, feinsandigen Stränden und unberührter Natur findet man auf der Insel auch zahlreiche romanische Kirchen, malerische Dörfer und Hafenanlagen.

Jahrhundertelang stritten sich England und Frankreich um Oléron. Von der kämpferischen Vergangenheit zeugen zahlreiche Burgen. Kardinal Richelieu ließ 1630 an der Südostküste eine Zitadelle erbauen. Die bekannteste Festung ist aber das von Napoleon errichtete Fort Boyard, das schon für zahlreiche Spielfilme als Kulisse diente und Schauplatz der gleichnamigen Abenteuershow ist.

Île d’Aix: Die Île d’ Aix, auch „ die Authentische“ genannt, liegt südlich von La Rochelle und der Île de Ré. Auf der 130 Hektar kleinen autofreien Insel leben im Winter gerade mal 150 Menschen. Die als Natursehenswürdigkeit klassierte Insel kann während eines dreistündigen Fußmarsches oder per Rad erkundet werden. Als ehemals strategisch wichtiger Ort zum Schutz des maritimen Arsenals von Rochefort, verfügt die kleine Insel über drei Festungsanlagen, das Fort de la Rade, das Fort Liédot und das Fort Coudepont.

Den Wein der Insel baut Monsieur Jean Pierre Chaudet an. Vor Jahren hat der Winzer sein Weingut in Bordeaux aufgegeben und sich hier niedergelassen. Zudem war er einst Bürgermeister der Insel. Seinen leckeren Chardonnay "Mon trésor" kann man im Restaurant "Les Paillotes" probieren und kaufen.

Um die Insel zu erreichen, nimmt man das Boot ab der Pointe de la Fumée in Fouras. Die Fahrt dauert 20 Minuten.

Île Madame: Die Île Madame, auch „die Geschützte“ genannt, ist mit 75 Hektar die kleinste Insel der Meeresenge Charentais. Dieses geschützte Stückchen Land, das nur von Austernzüchtern, Anglern und Besitzern von Fischgründen genutzt wird, ist eine wunderschöne Oase mitten im Ozean – eine Welt für sich, die nur einige Stunden am Tag bei Ebbe über den „Passe-aux-Bœufs“ zu erreichen ist.

Und wer sich doch auf dem Festland wohler fühlt: Von der malerischen Hafenstadt La Rochelle aus gibt es zahlreiche halb- und ganztägige Kreuzfahrten zu den Inseln sowie kommentierte Ausflüge zum Fort Boyard.

Über Poitou-Charentes: Das Comité Régional du Tourisme Poitou-Charentes fördert den Tourismus in der Region Poitou-Charentes in Frankreich und im Ausland.

Poitou-Charentes besteht aus den vier Départements Charente, Charente-Maritime, Deux-Sèvres und Vienne. Die Region hat 1, 7 Mio. Einwohner und verfügt über 460 km Küste, 110 km Sandstrände, vier Inseln, fünf lange Wanderwege, 828 km Pilgerwege („Sankt Jakob von Kompostella“), 2 950 km ausgeschilderte Fahrradwege, 2 195 km Mountainbikewege, 220 km befahrbare Wasserwege, 20 Golfplätze, sechs Thalassotherapiezentren und vier Thermalbäder. Die Region wartet außerdem mit 800 romanischen Kirchen und acht Sehenswürdigkeiten auf, die zum UNESCO-Kulturerbe zählen. Drei Städten wurde das Siegel „Ville d’Art et d’Histoire“ (Stadt der Kunst und der Geschichte) verliehen und sechs Dörfer sind mit dem Siegel „Plus beaux villages de France“ (Die schönsten Dörfer Frankreichs) ausgezeichnet. Hauptstadt der Region ist Poitiers.

www.poitou-charentes-vacances.com - www.atlantikkueste-frankreich.de -

 

Von Bertine Bönner, www.open2europe.com

 

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