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Krakau

Krakau ist die meistbesuchte Stadt Polens

Für viele Polen ist sie die schönste Stadt des Landes und die wichtigste Kulturmetropole. In Kraków (Krakau) gibt es mehr als 5.000 historische Bauten und Kulturdenkmäler. Auch zum Ausgehen hat die Studentenstadt mit 740.000 Einwohnern sehr viel zu bieten. Die im Zweiten Weltkrieg unzerstört gebliebene Altstadt ist als Welterbe der UNESCO geschützt. Das 1000-jährige Krakau war im Jahr 2000 die erste polnische Stadt, die zur Kulturstadt Europas ernannt wurde.

Krakau 

Kern der Stadt ist seit 1257 der Rynek G?ówny, der große Marktplatz der Altstadt. Mit 200 x 200 Metern ist er nicht nur der größte in Europa, sondern er gilt vielen auch als der schönste. Die Krakauer lieben ihren Rynek. Sie flanieren über den Platz, plaudern in einem der alten Cafés, machen ihre Geschäfte oder schauen bis spät in die Nacht anderen Flaneuren zu. Immer ist hier etwas los. Straßenmusikanten, Gaukler und Pferdekutscher buhlen um die Gunst der Touristen, die von der einzigartigen Stimmung des Platzes ebenfalls in Scharen angezogen werden.   

Krakau

Zwei ungleiche Türme sind das Markenzeichen der Marienkirche (Ko?ció? Mariacka) am Rynek. Seit dem Mittelalter wird der größere auch als Wachturm genutzt. Früher hat dort ein Trompeter Alarm geblasen, wenn der Feind anrückte. Noch heute ertönt vom Turm jede volle Stunde die berühmte Trompetenmelodie Hejna?. Sie bricht jedes Mal abrupt ab und soll an einen kühnen Wächter erinnern, der von einem Pfeil durchbohrt wurde, als er die Stadt vor dem Überfall der Tataren warnte. Das gotische Gotteshaus entstand seit dem 14. Jh. die Seitenschiffe wurden im 15. Jh. die barocke Vorhalle im 18. Jh. angefügt. Wertvollstes Kunstwerk im Inneren ist der von dem Nürnberger Künstler Veit Stoss 1477-1489 geschnitzte Lindenholz-Altar mit Szenen aus dem Leben der Maria. Mit 11 x 13 m gilt er als einer der größten Altäre Europas. Jeden Mittag um 12 Uhr werden die beiden Flügel geöffnet.

Krakau 

Im Zentrum des Marktes liegen die Tuchhallen (Sukiennice). Der zweigeschossige Renaissancebau entstand nach einem Brand im Jahre 1555. Damals erhielt der ehemals gotische Bau seine Attika mit grotesken Figuren, sog. Makaronen, nach Entwürfen des bekannten Renaissancekünstlers Santi Gucci. Im 19. Jh. wurde der Bau um neugotische Arkadengänge und Erker erweitert. In den alten Krämerläden im Erdgeschoss werden heute vor allem Andenken und Kunsthandwerk verkauft. Das traditionsreiche Café Noworolski im Erdgeschoss zählte zu seinen Gästen auch den russischen Revolutionsführer Lenin. Im Obergeschoss der Sukiennice befindet sich die Galerie Polnischer Malerei, eine Abteilung des Krakauer Nationalmuseums (bis 2010 wg. Sanierung geschlossen). Das Nationalmuseum verfügt über mehrere Ausstellungsstätten in Krakau und hat seinen Hauptsitz in der Al. 3 Maja 1, am Rande der Altstadt. Dort finden die großen Themenausstellungen statt (geöffnet. Di.-Sa. 10.00-18.00, So bis 16.00 Uhr).  

Krakau

Östlich der Tuchhallen erinnert ein Denkmal an Polens berühmten Dichter Adam Mickiewicz. Es wurde zu seinem 100. Geburtstag 1898 aufgestellt und ist ein beliebter Treffpunkt für junge Leute. In direkter Nachbarschaft befindet sich die einschiffige romanische Adalbertkirche aus dem 12. Jh. Sie wurde im 18. Jh. im barocken Stil verändert und erhielt eine Kuppel. Der quadratische Rathausturm im Südwesten des Marktes stammt aus dem 14. Jh. und wurde später aufgestockt und mit einem barocken Helm versehen. Im Turm befindet sich heute eine Abteilung des Historischen Museums (geöffnet im Sommer tgl. 10.30-18.00 Uhr). Das zu dem Turm gehörige Rathaus wurde bereits 1820 abgetragen.  

Die den Rynek umgebenen Bürgerhäuser atmen noch den Geist der Habsburger Ära. Traditionsreiche Caféhäuser haben sich hier angesiedelt und empfangen die Gäste im Sommer in ihren Vorgärten. Die einst von reichen Kaufleuten oder Adeligen bewohnten Häuser stammen meist aus dem 14.-16. Jh. wurden aber im 19. Jh. umgebaut. Im Haus Nr. 9 wohnte einst die aus dem Elsass stammende Tuchhändlerfamilie Boner, die auch als „Fugger von Krakau“ bekannt war. Das Haus Nr. 16 beherbergt das älteste Restaurant der Stadt, das Wierzynek, gegründet von einem ehemals deutschen Siedler namens Wirsing und seit 1364 häufiger Treffpunkt von Staatsoberhäuptern und Fürsten. Im frühklassizistischen ehemaligen Potocki-Palast (Nr. 20) befindet sich heute eine der schönsten Filialen des Goethe-Instituts, das Palais Pod Baranami (Nr. 26) beherbergt eines der bekanntesten Kabaretts, im Keller finden auch gelegentlich Jazzfestivals statt. Im Palais Krzystztofory, einem der prächtigsten Magnatenhäuser am Markt (Nr. 35), nutzt das Historische Museum die Räume in den Obergeschossen für seine Ausstellung zur Stadtgeschichte (geöffnet Mo.-So. 10.00-17.30 Uhr). Im benachbarten Haus zu den Hirschen (Nr. 36) erinnert eine Plakette an einen Besuch Johann Wolfgang von Goethes im Jahr 1790.

 

Krakau

Elf Straßen führen von dem Platz in die schachbrettartig angelegte Altstadt. An Stelle der im 19. Jh. abgerissenen Stadtmauer umgibt heute eine breite Grünanlage, die P?anty, als Spazierweg den Altstadtkern und schirmt ihn von den geschäftigen Stadtvierteln ab. Die ul. Floria?ska ist eine der schönsten Straßen der Altstadt. Sie führt vom Marktplatz zum Florianstor, das seit dem Jahr 1307 den Zugang zur Stadt bildet. An den Resten der ehemaligen Stadtmauer wird heute naive Malerei verkauft. Direkt daneben erhebt sich die Barbakane aus dem 15. Jh. ein ehemaliger gotischer Wehrturm.

Am Florianstor beginnt der Königsweg (Trakt Królewski), der über den Markt weiter in Richtung des Königsschlosses am Wawelberg führt. In der ul. Floria?ska 45 befindet sich das traditionsreiche Café Jama Michalika, einst wichtiger Treffpunkt Krakauer Intellektueller. Südlich des Marktes verläuft der Königsweg über die ul. Grodzka, eine belebte Einkaufsstraße. Zu den wichtigsten Bauwerken dort zählt die barocke Kirche St. Peter und Paul, die Ende des 16. Jh. entstanden war. Zwölf Apostelfiguren säumen die Straßenfront.  

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Parallel zur ul. Grodzka verläuft die ul. Kanoniczna ebenfalls zum Wawelberg. Sie ist benannt nach den Kanonikern, die sich im 15. Jh. unterhalb der Wawelkathedrale niederließen. Im Renaissancepalast Nr. 21 residierte Anfang der 1960er Jahre Karo? Wojty?a, der spätere Papst Johannes Paul II., als Bischof von Krakau. Im ehemaligen Palast des Bischofs Erasmus Cio?ek, einem im Stil der Gotik und Renaissance gehaltenen Haus in der ul. Kanoniczna 17, befindet sich eine Abteilung des Krakauer Nationalmuseums mit wertvollen sakralen Kunstgegenständen und polnischer Malerei und Bildhauerei bis zum Jahre 1764 (geöffnet Di.-Sa. 10.00-18.00, So. bis 16.00 Uhr).

Im westlichen Teil der Altstadt befindet sich das Universitätsviertel. In der ul. Jagiello?ska 15 liegt das älteste Gebäude der 1346 gegründeten Krakauer Universität, das Collegium Maius. Die Backsteingebäude wurden Ende des 15. Jh. um einen schönen Arkadenhof angelegt. Im Inneren befindet sich ein Universitätsmuseum und die prachtvolle Aula für Festveranstaltungen (geöffnet Mo.-Fr. 11.00-14.20, Sa. 11.00-13.20 Uhr). Die barock ausgeschmückte Universitätskirche in der ul. ?w. Anna zählt mit ihren bunten Fresken im Innenraum zu den schönsten Kirchenbauten Krakaus. Sie wurde von König Jan III. Sobieski gestiftet und 1689-1703 von Tylman von Gameren erbaut.

In der ul. ?w. Jana Nr. 19 nördlich des Marktes befindet sich eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Stadt, das Czartoryski-Museum. Es entstand um die Wende vom 19. zum 20. Jh. auf Betreiben der Magnatenfamilie Czartoryski. Zu den herausragenden Kunstwerken gehören die „Dame mit dem Hermelin“ von Leonardo da Vinci sowie Rembrandts „Landschaft mit dem barmherzigen Samariter“. Neben Bildern werden auch Tapisserien, Miniaturen und Militaria gezeigt (geöffnet Di.-Sa. 10.00-18.00, So. 10.00-16.00, Winter tgl. außer Mo. 10.00-15.30, Fr. bis 18.00 Uhr).

Das S?owacki-Theater am pl. ?w. Ducha nördlich des Marktes ist auch Spielstätte der Oper. Das eklektizistische Gebäude entstand 1891-1893 im Stil der Pariser Oper. Für die Oper entstand in den vergangenen Jahren ein moderner Bau mit 700 Plätzen in der ul. Lubicz, der bis Ende 2008 fertig gestellt sein soll.

Die Altstadt ist mit ihren historischen Bauten nicht nur bei Tage einen Besuch wert. Je später es wird, desto mehr verlagert sich das Geschehen unter die Erde. Kaum ein Keller, aus dem nicht Stimmengewirr oder Musik tönt. Wo früher Kaufleute ihre Waren lagerten, gibt es heute Kneipen, Klubs und Restaurants. Für jeden ist etwas dabei.

Am südlichen Ende der Altstadt erhebt sich auf einem kleinen Hügel der Wawel. Bereits um das Jahr 1000 gab es dort die erste Kathedrale. Vom Wawelschloss regierten die polnische Könige fast 500 Jahre lang das Land.  

Das Wawelschloss entstand in seiner heutigen Form Anfang des 16. Jh. im Stil eines italienischen Palazzo und wurde zum Vorbild für viele andere Schlösser in Polen. Herzstück ist der fünfeckige Innenhof mit dreistöckigen Arkadengängen. Im Schloss sind die Repräsentationsräume, der Kronschatz, die Rüstkammer, eine Sammlung orientalischer Kunst und eine berühmte Sammlung flandrischer Wandteppiche zu besichtigen. Im Parterre und den Kellerräumen zeigt eine Ausstellung über den „verschollenen Wawel“ die ältesten Überreste des Baus aus dem 10. Jh. Wichtigstes Ausstellungsstück im Kronsaal ist das goldene Schwert, mit dem sich ab 1320 die polnischen Herrscher zum König schlagen ließen (geöffnet Mo. 9.30-13.00, Di.-Fr. 9.30-17.00, Sa., So. 11.00-18.00, Winter Di.-Sa. 9.30-16.00, So. 10.00-16.00 Uhr).

Die im 14. Jh. erbaute stattliche Wawelkathedrale ist von zahlreichen Kapellen aus verschiedenen Epochen umgeben. Die Sigismundkapelle aus der Zeit der Renaissance ist mit einer goldenen Kuppel gekrönt. Die mächtige Glocke „Zygmunt“ im Sigismundturm ertönt seit 1520 an kirchlichen und nationalen Feiertagen. Im Hauptschiff befindet sich das Mausoleum für den Heiligen Stanis?aw, Bischof und Schutzpatron Polens. Der silberne Sarg zeigt Stationen seines Lebens. In der Wawelkirche wurden bis ins 18. Jh. die polnischen Könige gekrönt. Die meisten fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Auch zahlreiche Magnaten, Künstler und Nationalhelden wurden hier beigesetzt. Im Museum der Kathedrale werden Erinnerungsstücke an Karol Wojty?a ausgestellt. Er wirkte vor seiner Ernennung zum Papst Johannes Paul II. lange Jahre als Bischof und Kardinal in Krakau.

Gegenüber vom Wawel, auf der anderen Seite der Weichsel, befindet sich das moderne Gebäude des Japanischen Kulturzentrums „Manggha“ mit einer umfangreichen Sammlung fernöstlicher Kunst (ul. Konopnieckiej 26, geöffnet Di.-So. 10.00-20.00 Uhr).

Das ehemals jüdische Viertel im Stadtteil Kazimierz,  benannt nach seinem Gründer, König Kazimierz Wielki,  hat sich in den vergangenen Jahren zum zweiten Ausgehviertel neben der Altstadt entwickelt. Viele Kneipen, Restaurants und Bars öffneten in ehemalige Werkstätten oder Verkaufsräume rund um den pl. Nowy und sie ziehen vor allem ein jüngeres Publikum an.  

Ende des 15. Jh. wurde per königlichem Dekret verfügt, dass Juden aus Krakau ins benachbarte Kazimierz umziehen mussten, wo eine Mauer das jüdische und christliche Viertel trennte. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten rund 70.000 jüdische Einwohner in dem Viertel. Seit Steven Spielberg dort seinen Film „Schindlers Liste“ drehte, ist das Interesse an jüdischer Kultur dort stark gewachsen. Bis heute sind Spuren des jüdischen Lebens sichtbar. Viele Häuser haben sich seit den 1930er Jahren kaum verändert und tragen zum Teil noch jüdische Inschriften.  Zwar ist die Jüdische Gemeinde sehr klein, doch es gibt noch sieben Synagogen. Restaurants in der ul. Szeroka bieten koschere Speisen und abends erklingt dort Klezmer-Musik. Jedes Jahr Anfang Juli findet hier das Jüdische Kulturfestival statt, eine der größten Veranstaltungen ihrer Art in Mitteleuropa.

In einem früheren Bethaus in der ul. Rabina Meisela 17 entstand Anfang der 1990er Jahre ein Zentrum für jüdische Kultur. Es versteht sich als Anlaufstelle für alle, die sich über jüdische Geschichte und Kultur informieren möchten. In einer ehemaligen Fabrik in der ul. Dajwór 18 entstand in privater Initiative ein Galizisch-Jüdisches Museum (geöffnet tgl. 9.00-20.00 Uhr).

Die sieben Synagogen wurden Schritt für Schritt saniert. Am Ende der ul. Szeroka 24 beherbergt die Alte Synagoge aus dem 15. Jh. heute das Städtische Museum für jüdische Geschichte und Kultur. Jüdische Kultgegenstände sind dort ebenso zu sehen wie Dokumente zur Situation der jüdischen Bevölkerungen während der deutschen Besatzung (geöffnet Di.-So. 10.00-17.00 Uhr, im Winter verkürzt). Das private Projekt der Izaak-Synagoge in der ul. Kupa 18 versucht, die verloren gegangene Welt der Krakauer Juden wieder zurückzuholen. Filme zeigen das frühere Leben im Stadtteil Kazimierz (geöffnet tgl. 9.00-19.00 Uhr). Die kleine Remuh-Synagoge in der ul. Szeroka 40, Mitte des 16. Jh. gebaut, wird noch regelmäßig von der Jüdischen Gemeinde genutzt. Sie kann ebenso wie der benachbarte Alte Friedhof mit Grabsteinen aus dem 16. bis 18. Jh. besichtigt werden. In der 1860-1862 erbauten Tempel-Synagoge in der ul. Miodowa 36 wurde der farbenprächtig dekorierte Betsaal saniert und wird heute für festliche Anlässe wieder genutzt.   

Im ehemals christlichen Viertel von Kazimierz befindet sich am pl. Wolnica das im Renaissancestil erbaute ehemalige Rathaus. Hier befindet sich seit Kriegsende ein Ethnografisches Museum mit umfangreichen Sammlungen zur Volkskunst und Lebensweise in der Stadt und Region (geöffnet Di., Mi., Fr. 11.00-19.00, Do. 10.00-21.00, Sa. 10.00-19.00, So. 10.00-15.00 Uhr).   

Oskar Schindler hatte seine Emaillefabrik im Krakauer Stadtteil Podgórze. In der Fabrik Emaila in der ul. Lipowa 4 beschäftigte Schindler während des Krieges Hunderte Juden, die er vor dem Tod bewahrte. Eine Gedenktafel am Eingang erinnert daran. Das baufällig gewordene Gebäude wird bis 2009 saniert und in ein Museum verwandelt. Geplant ist dort eine Multimediapräsentation über Schindler und die Geschichte der Juden in Krakau. An das einstige jüdische Getto im Stadtteil Podgórze, rund um den Plac Bohaterów Getta, erinnert heute nur wenig. Lediglich die Apteka Pod Or?em, die ehemaligen Gettoapotheke, blieb dort erhalten. Im Inneren werden Fotografien und Dokumente ausgestellt (geöffnet Mo. 10.00-14.00, Di.-Sa. 9.30-17.00 Uhr). Am Ende der ul. Lwowska befindet sich ein Rest der Gettomauer.  

Das Hotel Rubinstein in Kazimierz erinnert an die in der Nachbarschaft geborene Helena Rubinstein: Jede Frau kennt ihren Namen, denn kaum einer ist mehr mit Kosmetik verbunden: Helena Rubinstein. Doch nur wenige wissen, dass Helena Rubinstein in Kraków (Krakau) geboren wurde. Doch das könnte sich ändern. Denn seit kurzem trägt dort ein Hotel ihren Namen.

Wer durch die ul. Szeroka im Herzen des jüdischen Viertels Kazimierz spazierte, ahnte wohl nicht, dass in dem unscheinbaren Haus Nr. 14 die spätere First Lady der Kosmetik ihre ersten 18 Lebensjahre verbrachte. Als älteste von acht Töchtern einer jüdischen Kaufmannsfamilie wurde Helena Rubinstein dort vermutlich am 25. Dezember 1870 geboren. Ihr Medizinstudium, das sie auf Wunsch des Vaters in Krakau und Zürich begonnen hatte, gab sie schnell auf und ging dann nach Australien, wo sie 1902 ihren ersten Schönheitssalon eröffnete. Mit einer einfachen Gesichtscreme begann sie ihr Geschäft, der Grundstein für ein späteres weltweites Imperium.

Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Europa emigrierte sie mit Beginn des Ersten Weltkriegs in die USA, gründete dort ihre eigene Kosmetiklinie unter ihrem Namen und schuf bis zu ihrem Tod 1965 ein Unternehmen mit 100 Niederlassungen und 30.000 Beschäftigten. 

An dem Geburtshaus gibt es leider noch keine Erinnerung an die Kosmetik-Queen, dafür prangt ihr Name jetzt groß am Nachbargebäude. Dort wurde vor einem Jahr ein nobles Hotel eröffnet, das den Namen Rubinstein trägt. Als Referenz an die berühmte Nachbarin gibt es dort ein Helena-Rubinstein-Appartement. Das neue Hotel mit 29 Zimmern und Appartements entstand in   zwei zusammengelegten Bürgerhäusern, deren Baugeschichte bis ins 15. Jh. zurück reicht. Die einstige Ruine wurde sorgsam saniert, dabei wurden viele Details wie alte Holzdecken und historische Wandmalereien freigelegt.  Unter gotischem Gewölbe befindet sich das Restaurant und eine Konferenzraum.  

Hier noch einige praktische Tipps zur Reise:

Krakau

Anreise per Pkw nach Krakau durchgehend Autobahn, via Cottbus, Breslau oder von Frankfurt am Main via Erfurt, Görlitz.

Anreise per Bahn mit EC von Hamburg via Berlin, Breslau nach Krakau, Fahrtzeit 12 Stunden.

Anreise per Flugzeug von München nach Krakau mit LH, LOT, von Frankfurt mit LOT, von Dortmund mit Easyjet, von anderen Städten via Warschau mit LOT

www.krakow.pl                   Website der Stadt Kraków (de)

www.karnet.krakow.pl         Veranstaltungskalender für Kraków (eng)

www.muzeum.krakow.pl       Website des Nationalmuseums in Kraków (de)

www.mhk.pl                       Website des Historischen Museums in Kraków (eng)

www.wawel.krakow.pl         Website des Wawelschlosses in Kraków (de)

www.judaica.pl                  Website des Jüdischen Kulturzentrums in Kazimierz (de)

www.rubinstein.pl

 

Polnisches Fremdenverkehrsamt - Kurfürstendamm 71, D-10709 Berlin, 

www.polen.travel

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Klaus Klöppel.

 

Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt

Der Wawel-Hügel in Krakau mit dem königlichen Schloss und der Kathedrale galt den Polen seit jeher als geschichtsträchtiges nationales Symbol. Hier wurden 30 polnische Könige gekrönt und fanden ihre letzte Ruhestätte. Krakau war lange Zeit politisches und intellektuelles Zentrum des Landes.

 

Krakauer Burg ReiseTravel.eu 

Mit der Schaffung des Generalgouvernements nach der deutschen Besetzung Polens zu Beginn des II. Weltkrieges und der Einsetzung des NS-Juristen Hans Frank als Generalgouverneur sollte diese stolze Geschichte ein Ende finden. Seine Ankunft in Krakau wurde zu einer pompösen Inszenierung, wie sie für den prunksüchtigen und selbstgefälligen Frank typisch wurden, was ihm bald den Spitznamen „König von Polen“ eintrug. Sein Machtsitz sollte „eine Insel der Kultur und der feinen Bildung“ werden „inmitten der slawischen Barbarenwelt“. Dafür gab er Unsummen aus und sorgte auch dafür, dass seine privaten Konten gut gefüllt waren. „Im Westen liegt Frankreich, im Osten wird Frank reich“, so ein geflügeltes Wort, das damals im Umlauf war.

Dieter Schenk hat die Krakauer Geschichte 1939 bis 1945 und insbesondere das Wirken Hans Franks als Generalgouverneur akribisch aufgearbeitet. In ihm sieht er Grausamkeit, Zynismus und Menschenverachtung vereint, obwohl Frank ein Intellektueller war. Er plünderte das ihm anvertraute Gebiet nicht nur aus wie eine Kolonie, er schuf auch willkürlich einen rechtlichen Rahmen für die Vernichtung „politisch verdächtiger“ Personen. Allein 1942 ließ der „Schlächter von Polen“ 17.386 „Banditen“ hinrichten, dar­unter viele Angehörige der polnischen Intelligenz. Ein von Frank gegründetes Institut für deutsche Ostarbeit sollte die Symbolik Krakaus als Hort des Polentums auslöschen. In den Polen sah er „Todfeinde des deutschen Volkes, die ihr Existenzrecht verwirkt haben“. Reichsdeutsche, Volksdeutsche, Ukrainer, Polen, Juden - nach dieser Hierarchie organisierte er seinen Machtbereich und war maßgeblich an der Vorbereitung des Holocaust beteiligt. Am 4. Mai 1945 wurde Frank verhaftet und am 6. Oktober 1946 in Nürnberg gehängt.

Der Autor Dieter Schenk schildert eindrücklich, wie die Krakauer Burg zum Kristallisationspunkt der NS-Verbrechen im Generalgouvernement wurde. Die Geschichte des Wawel vor und nach dem II. Weltkrieg werden in eigenen Kapiteln behandelt. Von Edda Fensch.  

Krakauer Burg - Die Machtzentrale des General­gouverneurs Hans Frank 1939-1945, von Dieter Schenk, ISBN 978-3-86153-575-1, Ch. Links Verlag, Schönhauser Allee 36, KulturBrauerei, D-10435 Berlin, www.christoph-links-verlag.de  

Das Buch kostet im Buchhandel 29,90 Euro.

 

 

 

 

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Ein Designhotel in Krakau

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