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Swinemünde

Von Swinemünde nach Stettin

Swinemünde wurde 1740 durch Friedrich den Großen angelegt, da Preußen zu jener Zeit sehr dringend einen eigenen Seehafen benötigte, um von den Zöllen der Schweden, die damals noch in Wolgast fest saßen, loszukommen. Bereits 1765 wurde das Stadtrecht erteilt und 1824 der Ort zum Seebad erhoben. Somit ist Swinemünde das zweitälteste Ostseebad. In wirtschaftlich und militärisch exponierter Stelle erlebte Swinemünde in seiner Historie nicht nur Aufschwung: Preußens größter Seehafen entwickelte sich Permanent.

In Swinemünde trafen sich Alle, die Geld, Rang und Namen hatten: Auch Theodor Fontane wirkte in der Stadt und beschrieb die Apotheke. Besuche des Kaisers waren keine Seltenheit, denn seine Jacht „Hohenzollern“ hatte hier Ihren Liegeplatz. Als militärischer Standort hat Swinemünde so manchen Flottenbesuch erlebt.

Swinemünde Polen  

Am 12. März 1945 führte die US-Luftflotte mit 671 Bombern und 412 Begleitjägern einen verheerenden Luftangriff und am 16. April 1945 erfolgte ein weiterer Angriff britischer Bomber. Die Opfer – etwa 20 000 Menschen - wurden auf dem nahen Golm in Massengräbern beigesetzt. Am 5. Mai 1945 wurde Swinemünde von der sowjetischen Armee besetzt. Im Winter 1945/46 kam es zu zahlreichen Übergriffen und Ermordungen deutscher Einwohner durch polnische Sicherheitskräfte. Ab 1946 erfolgte von der polnischen Verwaltung die Vertreibung.

„Seit 17. Oktober 1945 ist Swinoujscie polnisch“

So lautet die Inschrift einer Tafel am heutigen Rathaus der Stadt Swinoujscie.  

Land der 44 Inseln: Swinoujscie

Swinemünde Polen

„Besuchen Sie unsere Stadt und seine Region!“

Andrzej Szczodry (r.) Vize-Bürgermeister von Swinoujscie, Kartarzyna Rowinska von der Stadtverwaltung, Dietmar Gutsche, Tourismusdirektor der Kaiserbäder, beraten über den weiteren Ausbau des Tourismus. „Wir haben im letzten Jahr sehr viel erreicht!“   

Sehenswert sind vor allem der 150 Jahre alte Leuchtturm an der Hafenmündung im Norden der Stadt, die alten preußischen Festungen an der Swinemündung, mit der Engelsburg, die Ostbatterie und die Westbatterie, das Kurviertel mit Villen im Stil der Bäderarchitektur, das alte Rathaus sowie historische Villen im Stadtzentrum. Dies alles sind Zeugnisse der langen deutschen Geschichte Swinemündes.

Im Sommer wird hier in diesem Gemäuer von polnischen Laienschauspielern die „Geschichte Preußens in Swinemünde“ attraktiv nachgestaltet. Eine echte Touristenattraktion. Der mehrere Kilometer lange Strand ist der breiteste auf der Insel Usedom.

Swinemünde Polen

Im Nordhafen plant die Stadt Swinemünde den Ausbau einer großzügigen Marina. Maritimes Flair beherrscht auch den Stadthafen und das unvergleichliche natürliche Umfeld mit dem Rückdelta der Swine, der Insel Kaseburg (Karsib?r) und den Wäldern in Richtung Stettiner Haff. Der Fährhafen auf dem Wolliner Ufer ist Ausgangspunkt von Fährverbindungen nach Schweden und Dänemark.

Mit dem „Bosmann Express“ der Adler-Schiffe nach Stettin

Swinemünde Polen

Mit dem Tragflächenboot geht es über die „Kaiserfahrt“, dem Stettiner Haff und die Oder nach Stettin. Die Fahrt dauert 75 Minuten. www.adler-schiffe.de

Die Hin- und Rückfahrt kostet 28 Euro. Fahrräder werden mitgenommen.  

Direkt im Zentrum der alten pommerschen Residenz- und Landeshauptstadt, vor der „Hakenterrassee“ legt das Schiff an.

Stettin Polen

Stettin Polen

 

Trotz der zahlreichen Bombenangriffe und dem Krieg blieb manches erhalten und vieles wurde wieder aufgebaut. Die heutige polnische Stadt ist eine pulsierende Metropole.

 

Das Schloss und ...

Stettin Polen

.. das alte Rathaus

Stettin Polen  

Vor 1945 war Stettin mit 460 qm2 Fläche die flächenmäßig drittgrößte Stadt des Deutschen Reiches, das Stadtgebiet umfasste zahlreiche noch recht ländlich geprägte Ortschaften. Der historische Stadtkern, die Altstadt, liegt am westlichen Ufer der Westoder. Um sie herum legt sich die gründerzeitliche Neustadt.

 

Geschäfte laden zum Shopping oder zum Besuch des „Polenmarktes“

Stettin Polen

Zahlreiche Restaurants offerieren gute polnische Hausmannskost 

Im Reiseführer „Ostseeküste“ werden ehemalige militärisch-historische Orte beschrieben. Am Anleger von Stettin warten bereits Guides, die in Deutsch einen zweistündigen Stadtrundgang anbieten. Wer sich für Stettin interessiert, sollte dieses Angebot aufgreifen. Die Karten zur Stadtführung kosten 4 Euro und können am Schiff gekauft werden.  

Über die „Grüne Grenze“ geht es wieder retour

Stettin Polen

Ein Vorteil Dank „Schengen“ 

Ferien auf der Insel Usedom sind zu jeder Jahreszeit möglich und das Seebad Bansin bietet sich dazu besonders gut an. Ob Sommer oder Winter, die Ostsee lockt. Zur Übernachtung offeriert das Kaiser Spa Hotel zur Post facettenreiche Angebote. „Eine Tour nach Swinemünde gehört natürlich dazu“, sagt Gerhard Gühler.

 

Kontakt

 

Stadtamt Swinoujscie

Ul. Wojska Polskiego 1-5, PL-72600 Swinoujscie

www.swinoujscie.pl

 

Kaiser Spa Hotel zur Post

Seestrasse 5, D-17429 Seebad Bansin

www.hzp-usedom.de

 

Usedom Tourismus GmbH

Waldstrasse 1, D-17429 Seebad Bansin

www.usedom.de

 

 

Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt

Ostseeküste 1933-1945

 

In den ehemals dünn besiedelten Regionen entlang der Ostseeküste bauten die Nationalsozialisten eine Vielzahl von militärischen Anlagen: das Raketentestgelände in Peenemünde auf der Insel Usedom, die Erprobungsstelle Tarnewitz bei Boltenhagen oder den Flugplatz auf dem Priwall bei Travemünde. Zugleich entstanden in den Küstenstädten zahlreiche Industriestandorte, Werks-, Wohn- und Gartensiedlungen.

Ostseeküste 1933 - 1945  

Viele dieser militärischen und zivilen Bauten prägen noch heute das Bild der Städte und der Landschaften, andere sind kaum noch erkennbar, da sie zerstört, demontiert oder einer neuen Nutzung zugeführt wurden. Erstmalig gibt dieser historische Reiseführer einen Überblick über die Zeugnisse der NS-Diktatur an der Ostseeküste: von Flensburg über Eckernförde, Kiel, Lübeck, Wismar, Rostock und Stralsund bis nach Swinemünde. Die einzelnen Hinterlassenschaften des Nationalsozialismus werden in knappen und anschaulichen Texten erläutert. Sonderseiten widmen sich übergreifenden Themen wie der Organisation „Kraft durch Freude“, den Bunkerbautypen der Region oder den Flüchtlings- und Deportationsströmen. Historische und aktuelle Fotografien sowie Detail- und Übersichtskarten helfen bei der Spurensuche vor Ort.

Martin Kaule: Jahrgang 1979, 1999 bis 2001 Studium zum Informatik-Betriebswirt an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Berlin, seit 2001 Fotodokumentation von aufgegebenen Militär-, Industrie- und Verkehrsarealen, seit 2005 Organisation von militärhistorischen Führungen und Forschungsreisen

Wer die Ostsee bereist, wird in diesem „historischen Führer“ viele Informationen finden, die ein üblicher Reiseführer nicht enthält und die viele Einheimische auch nicht (mehr) wissen. Nicht nur deshalb bildet das Buch eine gute Ergänzung zu den „normalen“ Reiseführern.  

Ostseeküste 1933-1945 – Der historische Reiseführer, Christoph Links Verlag, ISBN 978-3-86153-521-8, www.linksverlag.de  

Das Buch kostet im Buchhandel 14,90 Euro.

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher,

 

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