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Warum in die Ferne schweifen
Im endlosen Wettstreit europäischer Urlaubsregionen um die längste Gastgebertradition hat Südtirol gute Karten in der Hand. Seit mehr als 2000 Jahren ist man hier auf Gäste eingestellt. Die beliebte 365-Tage-Ferienregion Kronplatz mit 14 Orten im Herzen des Pustertales, am Scheitelpunkt zwischen Zillertaler Alpen und Dolomiten gelegen, ist selbst im abwechslungsreichen Südtirol einzigartig. Grenzenlos sind die Möglichkeiten der naturnahen Erholung zu allen Jahreszeiten und wer nach kulturellen Sehenswürdigkeiten sucht, wird in diesem Landstrich, der drei Sprachkreise friedlich miteinander vereint, so fündig wie nirgendwo sonst.
Schon die Anreise durch das Pustertal (Brenner-Autobahn in südlicher Richtung, Abfahrt A 22) vorbei an Brixen und dem Vier-Sterne-Hotel Schloss Sonnenburg oberhalb von St. Lorenzen/San Lorenzo (Marios Insidertipp) steigert die Vorfreude auf den beginnenden Urlaub. Entlang malerischer Apfelplantagen, erreicht man Bruneck, den Ausgangspunkt zur Ferienregion Kronplatz – im Winter der Skiberg No. 1. So nennt sich auch das mittlere Pustertal und das ladinische Ennebergtal. „Alta Badia“ heißt der Verbund der Dörfer im hochgelegenen Gadertal.
Auf der Alm gibt’s keine Sünde: Die Südtiroler Dolomiten gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe
Das ganze Jahr über hat man bei gutem Wetter vom Plan de Corones (2275 m) einen der schönsten Rundblicke der Alpen. An klaren Tagen, wenn Dunst oder Nebel den Fernblick nicht verhindern, schweift das Auge von den Zillertaler Alpen bis hin zur schroffen Marmolada. Seit acht Jahren steht auf dem Kronplatz eine Friedensglocke für die Einigkeit zwischen den drei Talschaften. An jedem Wochenende läutet der 500 Kilogramm schwere Klöppel mit sonorem Klang den Mittag ein. Mächtig stolz sind die Menschen auf die „Concordia“, die auch immer dann läutet, wenn irgendwo auf der Welt die Todesstrafe aufgehoben, ein Verurteilter begnadigt wurde oder wenn ein Krieg zu Ende geht.
Das Schöne doch so nah – Bruneck
Das malerische Bruneck ist Herz und Seele des grünen Pustertales, nicht nur dank seiner zentralen Lage: nach Süden hin erstreckt sich das Gadertal in die Bergwelt der Dolomiten, nach Norden mündet das stille Ahrntal in die Gletscherwelt der Zillertaler Alpen. 1256 gründete Fürstbischof Bruno von Brixen die einzige Stadt im Pustertal und ließ sich das wehrhafte Schloss Bruneck auf einen Hügel bauen. An den Sockel des Schlossberges schmiegt sie die Altstadt von Bruneck, die durch Stadttore im Norden, Süden und Osten zu betreten ist. Schöne alte Häuser von der Gotik bis zur Barockzeit säumen die Stadtgasse, heute eine Flaniermeile mit vielen Boutiquen und Geschäften. Sehr stimmungsvoll ist auch die „Oberstadt“ jenseits des Ragentors. Eine Mariensäule vor dem barocken Palais Sternbach erinnert an die Rettung vor der Pest. Auf den Schlossberg und zur Kirche Maria auf der Rain führt ein schöner Spazierweg.
Mit dem Abschluss der Restaurierungsarbeiten auf Schloss Bruneck öffnet am 2. Juli das fünfte Messner Mountain Museum RIPA zum Thema Bergvölker seine Tore.
Mit der Eröffnung der Ausstellung „Berg – Mensch“ auf dem restaurierten Schloss Bruneck rundet Reinhold Messner sein M-Programm (Messner-Mountain-Museum) ab.
In dieser Ausstellung behandelt Reinhold Messner nun auch den letzten Aspekt der Auseinandersetzung Berg – Mensch; das Erbe der Berge, die Menschen, die seit jeher die Gebirge beleben. Anhand unzähliger Exponate aus der Alltagskultur werden die Lebensweisen der wichtigsten Bergvölker der Welt aufgezeigt. Dieses interaktiv angelegte Projekt möchte zu einem Treffpunkt der Bergvölker werden, die Türen zum Verständnis der anderen Lebensweisen öffnen und gemeinsam mit Gästen aus den verschiedenen Bergregionen der Welt zum Erfahrungsaustausch anregen.
Tradition hat das Brunecker Stadtfest, das gleichzeitig mit den Europatagen von 22. bis 24. Juli stattfindet. Im Rahmen der Europatage gibt es ein Zusammentreffen von Brunecks fünf Partnerstädten aus ganz Europa: Tielt (Belgien), Gross Gerau (Deutschland), Brignoles (Frankreich) und Szamotuly (Polen).
In der Ferienregion Kronplatz treffen drei Kulturen, drei Sprachen, drei verschiedene Lebensweisen und vor allem drei verschiedene Küchen zusammen. Allein die Erwähnung von Pustertaler Köstlichkeiten, wie „Schltza“, „Tirtlan“, „Knödl“ oder „Kasnocken“ lassen dem Kenner das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die traditionelle Bauernküche war und ist deftig, ihre Rezepte sind einfach. Am Kronplatz ist man stolz darauf, dass sie nie in Vergessenheit geraten sind und Tirtlan heute so schmecken wie zu Uromas Zeiten. Die Geruchskulisse ist in dieser Region besonders appetitanregend: Es duftet nach frischem Cappuccino, nach gebratenem Speck, nach würzigen Pilzen. Es schmilzt nicht nur der Käse auf dem Schlutzkrapfen, es verschmelzen auch die Einflüsse einer deftigen Südtiroler Bauernküche mit den üppigen Genüssen der Ladiner und mit leichter mediterraner Küchenkunst.
Artur Costabiei, der Pressechef des Tourismusverband Kronplatz, begleitet uns zum Restaurant Schöneck, das man von Bruneck kommend über die Pustertaler Staatsstraße Richtung Pfalzen ansteuert. Auf der Pustertaler Sonnenstraße bis zum Ortsteil Mühlen weiterfahren. Ziel erreicht: Der Ort, an dem heute das moderne Gebäude mit dem Restaurant aufragt, beschwört bedeutsame Erinnerungen herauf. Im Schloss von Schöneck, das nur wenige Meter entfernt steht, wurde nämlich der bedeutende Minnesänger Oswald von Wolkenstein (1377 – 1445), geboren, während man unter dem Restaurant die Überreste jenes „Pacherhofes“ vermutet, in dem der Pusterer Maler und Bildhauer Michael Pacher (1435 – 1498) angeblich das Licht der Welt erblickt hat.
Sternekoch Karl Baumgartner lockt Gourmandise aus nah und fern in sein Restaurant Schöneck nach Mühlen, einem Ortsteil von Pfalzen in der Region Kronplatz/Südtirol an
Die Geschichte des Restaurants Schöneck hingegen ist eng verbunden mit dem Namen der Familie Baumgartner. Sterne-Koch Karl und sein Bruder Siegfried führen das Restaurant seit 1986, weshalb am 15. Juli das traditionelle Sommerfest ein Grund zum Feiern des 25 jährigen Jubiläums ist. Der ausgezeichnete Küchenchef konzentriert sich auf ein überschaubares Repertoire aus guten, oft regionalen Produkten. Jeweils ein 3-, 4-, 5- und 6-gängiges Menü mit Weinempfehlung stehen zur Auswahl. Deswegen gilt das Restaurant mittlerweile als einer der wichtigsten Treffpunkte der „Gourmandise“ auf Südtiroler und internationaler Ebene. Wir haben uns für das sechsgängige Menü entschieden: Beginnend mit dem Gruß der Küche mit kleinen Köstlichkeiten, folgen rosa gebratene Taubenbrustscheiben und hausgeräucherte Gänseleber auf süßsauren roten Zwiebeln mit gereiftem Balsamessig. Es schließen sich lauwarm gedämpfte Meeresfrüchte, Meeresfische, Schalentiere und Gemüse mit aromatischem Olivenöl und Zitrone mariniert, an. Eine köstliche Variation von Edelfischen mit Zitrusbröseln gratiniert, mit Auberginenpüree und Capponata folgt. Risotto mit Trevisaner Radicchio, Luganega und Rotwein sind der Zwischengang vor dem Höhepunkt: Zwischenrippenstück vom Pinzgauer Rind rosa gebraten, mit nativem Olivenöl und Scorzone Trüffel, dazu Kartoffelgratin und junges Gemüse. Zu guter Letzt wird Milchreisschmarrn mit Apfelragout und Joghurt-Buttermilchreis serviert.
Da bieten sich zum Kalorien verbrennen an den nächsten Tagen die Traumtrails mit Sonnengarantie, auf dem Bike, rund um den Kronplatz förmlich an. Vier Top-Touren im Pustertal hat das Mountain Bike Magazin dafür ausgearbeitet: Tour 1 - Am Dürrenstein, Tour 2 - Hochnall: Einsamkeit über Bruneck, Tour 3 - Panoramaweg am Kronplatz und Tour 4 – Endurotrail am Kronplatz.
Südtirol ist dreisprachig. Italienisch, Deutsch und Ladinisch sind die Amtssprachen. Die etwa 35 000 Ladiner (davon 20 000 in Südtirol) leben in fünf Dolomitentälern, die einst eng zusammengehörten, nach dem Ersten Weltkrieg aber politisch getrennt wurden. Nur noch zwei der fünf Täler, das Gadertal und das Grödnertal, gehören seitdem zu Südtirol. 1988 wurde Ladinisch kraft eines Gesetzes zur Amtssprache erhoben. Ladinisch, die alte Sprache, klingt wie eine Mischung aus Lateinisch und Baierisch ist aber eng verwandt mit dem Katalanischen.
Tourismusverband Ferienregion Kronplatz, Südtirol Dolomiten Italia, I-39031 Bruneck, Michael Pacher Straße 11/A Telefon 0039 0474 555447, Fax 0039 0474 530018, info@kronplatz.com - www.kronplatz.com
Hotel Schloss Sonnenburg, Sonnenburg 38, I-39030 St. Lorenzen/San Lorenzo, Südtirol, Telefon 0039 04 74 47 99 99, Fax 0030 04 74 47 40 49, info@sonnenburg.com, www.sonnenburg.com
MMM RIPA, Schloss Bruneck, Schlossweg 2, I-39031 Bruneck (BZ), Telefon 0039 0474 410220, Fax 0039 0474 410525, Öffnungszeiten 3. Juli bis 1. November und vom 8. Dezember bis zum vierten Sonntag im März. Geschlossen 25. und 26. Dezember. Dienstag Ruhetag. Täglich von 10 – 18 Uhr; letzter Einlass 17 Uhr.
www.messner-mountain-museum.it
Restaurant Schöneck, Schloss-Schöneck-Straße 11, I-39030 Kiens (BZ), Pfalzen, Ortsteil Mühlen, Telefon 0039 0474 565550, info@schoeneck.it, www.schoeneck.it
Ein Beitrag für ReiseTravel von Ludwig Mario Niedermeier/MN-InfoText.
Ludwig Mario Niedermeier stellt für ReiseTravel exklusiv Hotels & Restaurants vor. Orte, wo Gemütlichkeit und Wohlfühlen im Vordergrund stehen, Häuser, die besuchenswert sind.
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