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Budapest

Wilde Nacht im Sternenglanz

Ungarn ist ein feierfreudiges Land: Will man dies in seiner ungeschminktesten Form erleben, sollte man den 20. August – den wichtigsten Nationalfeiertag der Ungarn – in Budapest verbringen.

Am 20. August feiern die Ungarn ihren wichtigsten Nationalfeiertag. In der Hauptstadt Budapest kann man an diesem Datum viel erleben: In der ganzen Stadt wird gelacht, musiziert, gespeist, und getanzt. Die Krönung ist ein gigantisches Feuerwerk, das besonders gut vom Donauufer und dem Gellért-Hügel aus zu bewundern ist. 

Das Fest wird auch „St. Stephanstag“ genannt, denn es markiert die Heiligsprechung des ersten ungarischen Königs, István (Stephan), durch Papst Gregor VII. im Jahr 1083. Rund um die St.- Stephans-Basilika gibt es eine große Prozession, bei der eine Reliquie des Königs – Gläubige sagen seine rechte Hand – in einem reich verzierten Schrein zur Schau getragen wird. Man kann dort allerlei über ungarisches Brauchtum erfahren: Sowohl kleine Mädchen als auch rüstige Damen zeigen raffinierte Flechtfrisuren und aufwendig bestickte Trachten in den verschiedensten Ausführungen.

Bevor man sich nach dem Trachtenumzug ins große Feiergetümmel stürzt, empfiehlt es sich, zunächst ein bisschen Kraft zu tanken. Hierzu bietet sich ein kleines Café unmittelbar am Fuße der Kettenbrücke im Stadtteil „Pest“ an. Dort kann man bei einem ausgezeichneten ungarischen Kaffee, einem der zahlreichen Konzerte lauschen, die überall am Ufer der Donau veranstaltet werden. Von modern bis traditionell – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Natürlich fehlt auch der typische „Ungarn-Sound“ nicht: Jauchzende Geigen versprühen ausgelassene Lebensfreude, welche direkt auf die eigenen Beine überspringt. Sofort wird mitgeklatscht und das Tanzbein geschwungen.

Für die kleine Stärkung zwischendurch wurden zudem unzählige Stände aufgebaut. Aus allen Ecken duftet es anders: Süß und frisch nach Kuchen und Crêpes oder würzig und deftig, zum Beispiel nach scharf angebratenem Hähnchenfleisch mit Paprika. Zu diesem Gericht schmeckt ein kühles Bier, auf Ungarisch „sör“ genannt. Nett anzusehen sind auch die unzähligen Stände voll mit Spielzeug. Ein wahres Paradies für kleine Kinder: Man sieht glänzende Luftballontiere und leuchtende Neonstäbe. Wenn es langsam dunkel wird, sorgen letztere für rosa und grüne Glanzeffekte in der Luft – ein kleiner Vorgeschmack auf das große Feuerwerk, dem ganz Budapest mittlerweile entgegenfiebert.

Den Anblick des Himmels kann man auf verschiedene Art und Weise genießen. Ganz exklusiv ist ein Tisch im Restaurant zwischen den verspielten Türmchen und schlanken Säulen der Fischerbastei. Wenn man rechtzeitig reserviert, ist es möglich, bei Champagner, Kerzenlicht und Vier-Gänge-Menu wie König Stephan höchstpersönlich den Beginn des Sternenregens abzuwarten, während sich das „Volk“ unten am Donauufer eng zusammendrängt.

Entscheidet man sich für einen der Gratis-Plätze in der Menschenmenge, sollte man darauf achten, dass man sich eine gute Sicht auf eine der Brücken sichert. Von diesen und dem Gellért-Hügel aus wird gegen 21 Uhr das Lichter-Schauspiel gezündet. Das Feuerwerk ist in der Tat der  „Höhepunkt des Tages“. Farben und Formen, die sich über den Himmel Budapests ergießen, sind sorgfältig abgestimmt auf die Musik, die aus den Lautsprechern tönt. Die Komposition aus Klängen und Leuchtraketen ist so abwechslungsreich gestaltet, dass das Spektakel bis zum Ende fasziniert.

Nach diesem kollektiven In-die-Luft-Staunen löst sich die Menge am Donauufer nach und nach auf. Das Fest ist nun aber noch lange nicht vorbei. Es lockt Budapests wildes Nachtleben, welches nicht vor dem Morgengrauen zur Ruhe kommt. Orte zum Verweilen gibt es für Nachtschwärmer überall in der Stadt. Es ist durchaus möglich, sich beim gemütlichen Schlendern durch einen kleinen Stadt-Park plötzlich inmitten eines Haufens rhythmisch und eng tanzender Technojünger wieder zu finden.

Am Folgetag des Festes ruht sich die Stadt vom Feiern aus. Anstatt vor verschlossenen Geschäften die Schaufenster zu betrachten, kann man jetzt eines von Budapest vielen Bädern besuchen. Ein besonders prachtvolles Exemplar ist das im Jugendstil gestaltete „Gellért-Bad“. Nichts tut wohler nach einer durchtanzten Nacht, als sich im warmen Thermalwasser treiben zu lassen und seine müden Glieder im Anschluss einer Massage hinzugeben.

Extra Tipp: RiverRide – The Floating Bus. Ein einzigartiges Erlebnis bietet das erste Stadtrundfahrtprogramm mit amphibischem Fahrzeug in Europa – der RiverRide. Er fährt erst auf wimmelnden Straßen, dann rutscht er vom Festland in den Fluss und stellt aus dem Wasser die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Budapest, unter anderem das Parlament, die Basilika, die Oper, die Synagoge, den Heldenplatz und die Budaer Burg vor. www.riverride.com

Budapester Tourismusamt - www.budapestinfo.hu  

Von Katharina Manzke, www.beyondfivestars.de 

 

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