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Belgrad

Eisernes Tor

Das „Eiserne Tor“ ist eine Naturbelassene Reiseregion an der Donau: Etwa 150 km von Belgrad entfernt, im Nationalpark Djerdap, direkt an der Grenze zu Rumänien, liegt eine sehr reizvolle Landschaft, in der über 8.000 Jahre Geschichte der Menschheit nachvollzogen werden kann.

Das „Eiserne Tor“ – serbisch „Djerdap“ oder rumänisch „Portile de Fier“, war von Alters her ein bekannter und bei den Schiffern gefürchteter Durchbruch der Donau in den Südkarpaten. Bereits den Griechen bereitete diese Enge ein Durchkommen mit Schiffen große Probleme. Im Jahre 102 ließ Kaiser Trajan eine Straße und eine Steinbrücke bauen – daran erinnert die „Tabula Trajana“ bei Kladovo. Auch in den späteren Jahren, bis in die Neuzeit, bereitete diese sagenumwobene Region der Donauschifffahrt immer wieder Probleme.

Im Jahre 1971 wurde ein Staudamm mit Kraftwerk errichtet und die Naturgewalten gebändigt. Dieses Stauwerk „Eisernes Tor I“, eine Staumauer von etwa 1.000 m Länge und 58 Meter Höhe, verfügt über zwei Kraftwerke. An beiden Donauufern wurden Schleusen für die Schiffe integriert. Über den Staudamm führt eine etwa 1.500 Meter lange Straße, diese bildet zugleich den Grenzübergang nach Rumänien. Eine Passage führt quasi durchs „Niemandsland“.

Eisernes Tor

Nach Fertigstellung des Staudammes entstand ein See von 120 km Länge, mitten in der Donau. Die breiteste Stelle ist fast zwei km, die schmalste nur 140 Meter. Der Bau war zwar ein Eingriff in die Natur, verbesserte aber die Schifffahrt sowie die Infrastruktur und es wird Strom erzeugt. Manches Dorf und auch Städte wie Orsova, fielen den Fluten zum Opfer. Sie wurden verlegt oder an anderer Stelle neu bebaut. Der dadurch um etwa 30 Meter erhöhte Wasserspiegel ist heute ein Paradies für Vögel und Treffpunkt der Angler. Die Donau-Schifffahrt wurde problemlos möglich und nicht nur im Sommer durchqueren zahlreiche „Kreuzfahrtschiffe“ diese optisch sehr schöne Landschaft.

Während der Erschließungsarbeiten zum Bau des Wasserkraftwerkes Eisernes Tor I untersuchten seit 1965 Archäologen und Wissenschaftler dieses geschichtsträchtige Donauufer. Unter der Leitung von Prof. Dr. Srejovic machte man in der „Djerdap-Schlucht“ am Eisernen Tor einen wertvollen fund: „Lepenski Vir“, eine steinzeitliche Siedlung, angelegt von Fischern, Jägern und Sammlern vor 8.000 Jahren. Sie wird als die älteste Siedlung überhaupt bezeichnet. Die einzigartigen bis zu 50 cm hohen Steinskulpturen, die an Fische erinnern, können heute vor Ort oder im Belgrader Nationalmuseum, besichtigt werden. Die besondere Bedeutung der „Lepenski Vir“-Kultur liegt darin, dass ihre Bewohner, die bis heute älteste, bekannteste und sesshafteste Konzentration von Ackerbauern sowie Viehhirten in Europa waren.
Mit Beginn der Donau-Stauung, vor allem zum Erhalt und Schutz, wurde die gesamte Anlage höher angesiedelt und ein Museum eröffnet. Unter einem Dach kann nun alles besichtigt werden. Diese Museums-Anlage hat täglich geöffnet, ist besuchenswert und lehrreich zugleich.  1984 wurde ein weiteres Wasserkraftwerk „Djerdap II.“, 80 km flussabwärts vom Eisernen Tor, eröffnet.

Eisernes Tor - Attraktiv und voller Geschichte 

Die Burg Golubac oder Taubersburg ist ebenso imposant wie attraktiv: Die Festung stand am Eingang zum Eisernen Tor und galt lange Zeit als uneinnehmbar. Nach der serbischen Niederlage in der Schlacht auf dem Amselfeld ging diese Wehrburg für Serbien verloren. Sie wurde 1391 von den Türken eingenommen und bildete für das Osmanische Reich ab 1459 den Ausgangspunkt für diverse Angriffe auf Ungarn und Wien. 1521 wurde Belgrad erobert.

Mit Errichtung der Staumauer und Anhebung des Wasserspiegels im Jahre 1971 verlor diese Burg ihren „optisch“ thronenden Anblick hoch über der Donau. Seitdem steht diese Burganlage direkt am Wasser: wie eine Wasserburg. Dennoch bietet sie noch immer einen schönen Anblick und ist begehrtes Fotomotiv; allerdings nur, wenn das Wetter mitspielt.
Hier kann man rasten: Das Hotel „Lepenski Vir“ liegt oberhalb der Donau in Donji Milanovic, der Ort wurde erst 1971 erbaut. Von hier bietet sich ein herrlicher Blick auf das Eiserne Tor mit seiner schönen Landschaft. Das Hotel ist passabel und wohl das Beste in der Region „Eisernes Tor“. Vom Hotelzimmer oder aus dem Restaurant bietet sich ebenfalls ein super Blick auf die Donau. Das Restaurant offeriert typisch rustikale serbische Küche. Sauna, Wellness, Seminarräume und diverse Extras bereichern den Aufenthalt. Parkplätze sind vorhanden, auch für Reisebusse.

Über die Donau, von Serbien nach Rumänien; Ein gültiger Reisepass wird benötigt und die „Grüne Karte“ der Auto-Versicherung.

Belgrad: Die Hauptstadt Serbiens ist eine quirlige Metropole zwischen Save und Donau. Mit der Festung Kalemegdan lockt sie auch Fotografen an. Unter den Römern hieß die Stadt Alba Graeca - „weiße Stadt“. Zahlreiche Besucher aus aller Welt sind hier anzutreffen. Das Gros der Ausländer sind Geschäftsreisende, aber auch Flusskreuzfahrtschiffe mit Touristen ankern hier. Überall sind dynamische junge Menschen. Diskotheken und Klubs sind voller Leben. Vor allem City und Altstadt sind besuchenswert.  

Lili Marleen 

Extra Tipp: Der aktuelle und populäre Radio Sender „Radio Beograd“ sendet aus einem Haus in der Hilandarska 2. Während des II. Weltkrieges war in diesem Gebäude der „Soldatensender Belgrad“ der Nazi-Wehrmacht stationiert und wurde in ganz Europa empfangen, auch bei den Alliierten. Damals populär der Song: „Wie einst Lili Marleen“. Der Schriftsteller Hans Leip schrieb den Text zum Lied, vor seiner Abfahrt an die russische Front, Anfang April 1915 und dies während seiner Wache vor der der Kaserne in der Chausseestraße in Berlin Mitte. Lale Andersen (1905 bis 1972) eine damals populäre Sängerin machte Lili Marleen weltberühmt: „Vor der Kaserne, Vor dem großen Tor, Stand eine Laterne Und steht sie noch davor. So woll'n wir uns da wiederseh'n, Bei der Laterne woll'n wir steh'n, Wie einst, Lili Marleen.“

Anreise: Mit dem Auto reist man von Deutschland durch Österreich via Salzburg und Villach. Weiter durch den Karawanken Tunnel und rund 180 km durch Slowenien. Weitere 300 km geht es durch Kroatien. Vom Grenzübergang Serbien via Belgrad zum Eisernen Tor sind es weitere 400 km. Oder man reist durch Ungarn bis Szeged und über die Grenze nach Rumänien. Die Fahrt erfolgt auf Autobahnen. Es werden Maut und Tunnelgebühren fällig. Bei der Anreise via Tschechien, Slowakei, Ungarn werden ebenfalls Mautgebühren fällig, Vignetten können an der jeweiligen Grenze erworben werden. Jedes dieser Länder verfügt über ausreichend Tankstellen mit breit gefächerten Sortimenten. Raststätten locken mit landestypischen Restaurants und Motels zur Übernachtung.  

Nationale Tourismus Organisation Serbiens (NTOS) Cika Ljubina 8, 11000 Belgrad, Serbien,  office@serbia.travel - www.serbia.travel   

Von Gerald H. Ueberscher

 

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