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Im Bergnebelwald
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Ein verzauberter Ort
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Die Bergnebelwälder in Ecuador befinden sich an den steilen Hängen der Anden zwischen 900 bis 3.000 Höhenmetern. Die größten Gebiete befinden sich im Norden von Quito in den Regionen Mindo und Intag. Bergnebelwälder weisen eine hohe Biodiversität auf und stellen ein wahres Paradies für Naturliebhaber dar. Diese Regionen eignen sich sehr gut zur Vogelbeobachtung, insbesondere von Kolibris, und für verschiedene Sportarten, v.a. Rafting. Die natürlichen Badestellen in den Flüssen laden zu einem entspannenden oft auch kühlen Bad ein.
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Man kann herrliche Wanderungen unternehmen, aber vor allem auch wunderschöne Fotos schießen. Doch leider sind diese Gebiete so wie viele andere in Ecuador bedroht. Seit langem schon versuchen große, v.a. ausländische, Konzerne an die Bodenschätze unter den Bergnebelwäldern zu gelangen. Das reichhaltige Vorkommen von Gold, Kupfer, und verschiedensten Erzen in den Gebieten der Bergnebelwälder lockt viele Unternehmen an, die auf große Geschäfte hoffen. Für die Ortsansässigen zieht der Bergbau nicht immer nur Positives nach sich. Große Konzerne haben in Intag, etwa 200 Autokilometer nördlich von Ecuadors Hauptstadt Quito, und anderen Regionen des Bergnebelwaldes schon vor Jahren an die Tür geklopft und Probebohrungen durchgeführt. Dass dadurch eine ganze Region zerstört werden kann und viele Menschen ihre Heimat verlieren, wo ihre Vorfahren oft schon seit Jahrhunderten leben, wird dabei selten berücksichtigt.
Ein Beispiel für die negativen Auswirkungen des Bergbaus ist die das Dorf Junín in der Region Intag, auch das „Herz des Intags“ genannt. Das Dorf liegt inmitten der Region wie ein verlassenes Nest, an dem das Ende der Welt erreicht zu sein scheint. Unter diesem Dorf befindet sich ein großes Vorkommen von Kupfer- und Molybdänerz, nebenbei auch noch Silber und Gold. Große Konzerne haben schon vor Jahren begonnen dort Grund zu kaufen und versucht die Ansässigen zu vertreiben, doch die Bewohner der Gegend stellen sich als äußerst zäh heraus. Dennoch steht die Situation in der kleinen Gemeinde kurz vor der Eskalation, denn Junín wurde von seinen Einwohnern in eine Festung verwandelt, um die Angestellten der Abbaufirmen keine Möglichkeit des Eindringens zu geben. Die rechtliche Situation ist nicht eindeutig geklärt und bis dies soweit ist verteidigen die Bewohner des Dorfes ihr Hab und Gut.
Doch Bergbau ist nicht das einzige Problem in den Regionen der Bergnebelwälder. In der Andenregion Intag haben viele Bauern aus der Gegend in den letzen Jahrzehnten auf der Suche nach Ackerland wertvolle Bergnebelwälder niedergebrannt. Mehrere 100 Hektar Nebelwald verliert die Region Intag pro Jahr durch Flammen und Holzeinschlag. Die Folge von diesem gedankenlosen Treiben ist, dass der Regen ganze Berghänge erodieren lässt, der Boden kein Wasser mehr speichern kann und austrocknet und natürlich Ernten verdorren. Das Trinkwasser, das der Nebelwald aus den Wolken fängt und in die Quellen und Bäche leitet, beginnt in vielen Tälern bereits zu versiegen. Die Bauern verlassen das wertlos gewordene Land, ziehen weiter und roden neue Flächen.
Die Zerstörung ist bereits weit fortgeschritten. Ecuador weist die höchste Abholzungsrate in ganz Südamerika auf. Kahlschlag, Brandrodungen, Straßen- und Siedlungsbau, Ölförderung und Minen haben im Westen Ecuadors bereits 96 Prozent des einst flächendeckenden Bergregenwaldes vernichtet.
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Eine mögliche Lösung aus dem Teufelskreis von Brandrodung und der Bedrohung der Bergbaukonzerne ist der Ökotourismus. Mit Spendengeldern wurden bereits Wanderpfade und ökologische Unterkünfte angelegt, die den Menschen vor Ort Einkommen sichern, aber trotzdem die Natur nicht belasten. Durch die vielen natürlichen Schätze die der Intag und die Bergnebelwälder zu bieten haben ist er natürlich für Touristen sehr interessant, vor allem wegen der vielen Möglichkeiten unterschiedliche Vogelarten zu beobachten. Mindo in der Nähe von Quito ist bereits jetzt eine der bekanntesten und am touristisch erschlossensten Gegenden in Ecuador.
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Durch den Fokus auf Ökotourismus kann die Natur auch dauerhaft geschützt und der Bergnebelwald erhalten werden. Weitere Möglichkeiten für die Menschen aus dem Intag sind die Produktion von Kaffee und Kunsthandwerk welches auf dem berühmten Otavalo Markt verkauft wird.
Mit diesen Initiativen soll erreicht werden, dass die Menschen vor Ort nicht mehr vom Ackerbau abhängig sind sondern sich ihren Lebensunterhalt anders zu sichern wissen.
Auch die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit trägt zum Schutz und der Rettung der Bergnebelwälder bei. Es wurden bereits einige Umweltorganisationen auf die Probleme der Region aufmerksam und diese versuchen durch Aktionen und Spendensammlungen die Bergnebelwälder zu unterstützen.
REGENWALD : Kopfschmuck aus Tukanfedern – Ein alter Brauch der Achuar |
Einer der größten Stämme Ecuadors sind die Achuar. Sie leben im Südosten Ecuadors und im Nordosten von Peru, an den Quellen der Flüsse Pastaza, Bobonaza, Corrientes und Copataza. Eine der wunderschönen Traditionen der Indianer ist der farbenprächtige Kopfschmuck der von vielen Alten und auch Jungen getragen wird, aber vor allem von den Stammesältesten innerhalb einer Gemeinde. Die Achuar weben den Kopfschmuck, so genannte Tawasams, aus den farbenprächtigen Federn der Tukans – diese exotischen Vögel sind ein Charakteristika des ecuadorianischen Regenwaldes – und verwenden auch viele andere Materialien aus dem Regenwald wie Hölzer und Steine dafür.
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Diesen Brauch gibt es nicht nur bei den Achuar-Stämmen sondern auch bei den Shuar, Andoas und Shiwiar.
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Um den Tawasam herzustellen braucht man zwei dünne Zweige, welche man in einer Entfernung von ca. 50 cm in den Boden steckt, mit einem fast durchsichtigen Baumwollbindfaden verbunden. Dieses Modell kann mit einem einfachen, primitiven Webstuhl verglichen werden. Jetzt kann der Prozess des Webens beginnen. |
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Mit viel Fingerfertigkeit müssen die Federn in mühevoller Kleinstarbeit am Baumwollfaden befestigt werden. Für einen Tawasam werden Hunderte oder möglicherweise auch Tausende Federn in den Farben Schwarz, Rot, Blau und Gelb verwendet. Für eine der prachtvollen Kopfbedeckungen bracht man Federn von 10 verschiedenen Tukanen, die aber nicht nur der Federn wegen sondern auch zur Nahrung gejagt werden. Die Jagd und das Erlegen eines Tukans stellt sich als äußerst schwierig heraus und erinnert die Achuars an eine längst vergangene Zeit als sie noch große Krieger waren und durch das Land zogen.
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Oft werden auch Federn des Paujils verwendet, einem wunderschönen Vogel der Region. Knoten für Knoten werden die großen Federn in einer Farbreichenfolge aufgeknüpft.
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Der Prozess verlangt viel Geduld und Mühe und vor allem Genauigkeit. Nicht mehr viele Mitglieder der Achuar Gemeinden haben die Fähigkeit den besonderen Kopfschmuck herzustellen. Die jungen Mitglieder haben weder die Geduld noch die Ruhe dieses aufwendige Kunstwerk zu lernen. Oft arbeitet man an einem einzigen Tawasam über drei Wochen.
Viele Dinge haben sich für die Achuar geändert. Die Nähe zur Zivilisation hat auch bei den Indianern ihre Spuren hinterlassen. Einige Achuargemeinden fanden Arbeit im Ökotourismus, wobei sie durch das Anbieten von Übernachtungen und Tagesprogrammen für Touristen Geld zu verdienen und dabei gleichzeitig ihre Traditionen wahren. Leider sind die Resultate nicht immer die besten, auch aus Mangel an Know-how und Erfahrung.
Eines der wenigen, dafür aber mehr als erfolgreichen Projekte ist die Kapawi EcoLodge des ecuadorianischen Reiseveranstalters Canodros S.A. Aktiv arbeiten die Indianer in der Lodge mit und Frauen in Gemeinden nahe der Lodge sind für die Wäsche zuständig und produzieren Kunsthandwerk, welches an Touristen verkauft wird. Alle Hütten der Lodge wurden ganz im Stil der Achuars erbaut, welche alteinhergebrachte Methoden der Ausrichtung und des Baus verwendeten. 2011 wird die Lodge dann komplett in das Management der Achuar übergeben und die Führung obliegt ihnen alleine.
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| Kontakt |
Ecuadorline
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Ecuadorline - Tel.: 0851-7565644; Telefax: 0851-7565651,
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Ein Beitrag für ReiseTravel von Bina Kreykenbohm.
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