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Totes Meer

Massada – Symbol des Behauptungswillens

Massada ist eine Touristenattraktion am Toten Meer: Eine heroische Geschichte spielte sich im Jahr 72 nach Christi am Berg von Massada ab, als 960 Männer, Frauen und Kinder der langen Belagerung durch römische Truppen widerstanden. Um der drohenden Versklavung durch die Hand des römischen Gouverneurs von Palästina, Flavius Silva und seiner 10. Legion zu entgehen, verübten sie einen Massenselbstmord. Noch bis zum Jahre 1985 wurden hier Soldaten der israelischen Armee vereidigt: „Massada soll nicht wieder fallen!“ lautete die Formel der Vereidigung.

Massada Israel 

Massada war der Schauplatz eines letzten Kapitels vor der Vertreibung der Juden. Einige Jahre nach Herodes' Tod (im Jahre 4 v. Chr.) kam es zum jüdischen Aufstand gegen die römische Besatzung. 66 nach Christus überraschte eine Gruppe von Zeloten die römische Garnison und nahm Masada ein. Rebellen aus verschiedenen politischen Gruppierungen siedelten sich auf dem Gelände der Festung an, besonders nach der Zerstörung des Zweiten Tempels durch Titus 70 n. Chr. In den Jahren 70 bis 73 n. Chr., nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem, kämpften in Masada insgesamt 973 Zeloten gegen eine Übermacht von 15.000 römischen Legionären der X. Legion unter dem Befehlshaber Flavius Silva.

Massada Israel 

Der Historiker Flavius Josephus überlieferte die Belagerungsgeschichte Masadas in seinem Werk „Der jüdische Krieg“. Insgesamt wurden acht Lager angelegt, deren Reste bis heute sichtbar sind. Der Feldherr ließ den Berg mit einer über vier Kilometer langen Mauer umgeben, die die Lager verband. Anschließend bauten die Römer an der niedrigeren Westseite der Festung eine noch heute gut erhaltene Belagerungsrampe, die bis an die Mauern der Festung reichte. Über diese Rampe führten sie Rammböcke und andere Belagerungsmaschinen an die Festung heran, um die Mauer zum Einsturz zu bringen. Flavius Josephus berichtet, dass die Belagerten in dieser aussichtslosen Lage beschlossen, lieber als freie Menschen zu sterben, als den Römern in die Hände zu fallen. „Ein ruhmvoller Tod ist besser als ein Leben im Elend“. Per Los bestimmten sie einige Männer, die den Rest der Gruppe und anschließend sich gegenseitig töten sollten. Als die Soldaten die Festung stürmten, fanden sie nur Totenstille: 960 Männer, Frauen und Kinder hatten sich getötet. Nur zwei Frauen und drei Kinder hatten sich verborgen und konnten berichten, was geschehen war. Die Römer „bewunderten den Mut ihrer Entscheidung“.

Massada Israel 

Durch diese Tat wurde Masada zum Symbol des jüdischen Freiheitswillens. Nach dem Fall blieb Masada verlassen. Im 5. und 6. Jahrhundert war der Berg durch christliche Mönche besiedelt. Die Festung geriet in Vergessenheit, bis sie im Jahre 1838 wiederentdeckt wurde. Ausgegraben wurde sie ab 1960 unter der Leitung von Jigael Jadin.  

Obwohl Masada lange vergessen war und außerdem die historische Zuverlässigkeit der Berichte von Flavius Josephus umstritten ist, konnte die Überlieferung eine große Wirkung entfalten. Der Mythos von Masada wurde ein wichtiger Bestandteil der zionistischen Ideologie. Während des zweiten Weltkrieges sollte der Berg Karmel als zweites Masada dienen. Seit 1948 wurde die Festung durch Mitglieder der zionistischen Jugendbewegung und der Streitkräfte als nationales Symbol aufgesucht. Die Vorgänge um die Festung Masada haben einen erheblichen Einfluss auf das Selbstverständnis der israelischen Streitkräfte. Inzwischen findet dieses militärische Zeremoniell nicht mehr statt, vor allem aus Kostengründen.  

Seit 1980 ist Masada in dem Nationalpark eingegliedert. Der Park umfasst 230 Hektar und schließt die Festung und die römischen Belagerungswerke ein. Seit 1981 führt eine Seilbahn auf den Berg. Auch Hollywood hat Massada entdeckt: 1981 produzierte die American Broadcasting Company eine vierteilige Fernsehserie über Masada, die am Originalschauplatz gedreht worden war. Auch der Film „Jesus Christ Superstar“ wurde in und um Massada gedreht.

Massada Israel

Masada ist auch eine wichtige Station für Touristen, die das Tote Meer, die Wüste Negev und die nahe gelegene Oase En Gedi besuchen. Im Vordergrund steht er Ort Ein Bokek.

Das Tote Meer gehört zu den eindrucksvollsten Regionen auf der Erde. Der Jordan, mittlerweile ein kleiner Rinnsal, fließt in das Meer und einen Abfluss gibt es nicht. Durch das trockene Wüstenklima, so um die 40 Grad, verdunstet das Wasser, wobei Mineralien, Salze und anderes zurückbleiben und sich im Toten Meer anreichern. Durch den Zufluss von Wasser aus dem Jordan und den Entzug von Wasser durch die Verdunstung pegelt sich die Höhe des Wasserspiegels ein. Von großer Bedeutung ist deshalb der Badetourismus: Aufgrund des hohen Salzgehaltes, der fast das Zehnfache dessen anderer Meere beträgt, und der damit verbundenen hohen Massendichte trägt das Wasser den menschlichen Körper außergewöhnlich gut.

Die Anreise zum Toten Meer erfolgt mit El All ab Frankfurt. Neuerdings fliegt auch Lufthansa ab München nach Tel Aviv. In den 12 Hotels in Ein Bokek stehen 4000 Betten für die Touristen zur Verfügung. Zahlreiche Restaurants locken mit diversen Köstlichkeiten. 

Massada Israel

Ein sehr schönes Hotel ist das „Lot Spa“, bekannt für sein herzliches, professionelles Personal und wohl fühlenden Aufenthalt. Die gepflegten Gartenanlagen bieten schattige Bereiche zum Mittagessen, einen Süßwasserpool in voller Größe sowie schattige und bestens ausgestattete Spielbereiche mit einem Pool für Kinder. Ein großer Teil des Hotel-Teams vom „Lot Spa“ um Direktor Nechemia Ben-Porat spricht Deutsch.

Die integrierte D.M.Z Klinik ist auf klimatherapeutische Behandlungen, die von der D.M.Z ausgearbeitet werden, spezialisiert. Und natürlich wird auch hier Deutsch gesprochen.

 

Kontakt

 

Staatliches Israelisches Verkehrsbüro

Friedrichstrasse 95, D-10117 Berlin

Tel.: 030 2039970, Fax: 030 20399730

 

www.goisrael.de

 

Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt

 

Israel – Reises durch ein altes Land

 

Zu Fuß und mit dem Bus ist Sylke Tempel unterwegs in Israel und entdeckt ein faszinierendes Land, das sich stets neu erfindet. Auf den Spuren des Exodus reist sie von Kairo durch die Halbinsel Sinai, über die West Bank und die Felsenfestung Massada bis nach Jerusalem. Sie schildert Haifa, die sanfte Schönheit Galiläas, das Jezreel-Tal, in dem die ersten Siedlungen zionistischer Ein­wanderer entstanden, und endet mit einer Liebeserklä­rung an Tel Aviv. Sie wandert in Begleitung von Beduinen durch die Berge, besucht Rinderzüchter in der Wüste, trifft religiöse Fanatiker und Pioniere der ersten Stunde, begegnet Eis laufenden Russen, israelischen Arabern, äthiopischen Neuankömmlingen oder syrischen Drusen, spricht mit Holocaust-Überlebenden und Soldaten und mischt sich unter Hippies und High-Tech-Spezialisten.

60 Jahre Israel

Massada Israel 

 

 

 

 So ist Sylke Tempels Reisereportage zugleich die politi­sche Biographie eines Staates, der seit seiner Gründung im Mai 1948 in einen Konflikt mit seinen arabischen Nachbarn verstrickt ist. Und wie nebenbei entsteht hier eine Mentalitätsgeschichte, ja das historische Panorama einer Region, die die christlich-jüdische Kultur des Abendlandes und des Islam prägte wie keine andere.  

Sylke Tempel Israel – Reises durch ein altes Land, Rowohlt Berlin, ISBN 13: 978-3-87134-590-6. www.rowohlt.de  

Das Buch kostet im Buchhandel 19,90 Euro.  

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher 

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