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Maya-Kulturen erleben

Sehr geehrte ReiseTravel User,

 

ein Besteigen der hohen Pyramiden ist nicht ganz ungefährlich, doch für schwindelfreie Menschen ist der Blick über den Urwald, mit den die Bäume überragenden Pyramidenspitzen ein unvergleichliches Erlebnis. Besucher, die durch dieses Gebiet reisen, werden im Kontakt mit den Maya-Gemeinden eine neue Welt der Lebenskulturen entdecken. Es gibt viele Möglichkeiten, ländlichen Tourismus zu erleben. Gern lade ich Sie alle zu einer kleinen Entdeckungsreise ein,

Ihr

Gaspar Munoz Cosme

 

Guatemala lässt sich in sieben touristischen Regionen entdecken: Das Hochland bietet nicht nur viele natürliche Attraktionen, die Besucher können hier besonders die Maya-Kultur erleben durch den Besuch der Städte und den Austausch mit den verschiedenen Maya-Gruppen. Dieses Gebiet zeichnet sich durch schöne Täler, tiefe Schluchten, felsige Gebiete und umfangreiche Plätze aus. In der Regel ist das Klima hier gemäßigt und kühl. Hier können die Besucher die lebendige Maya-Kultur hautnah in ihrem vollen Glanz nachvollziehen, mit den schönen Farben der regionalen Kleider, Traditionen und alten Bräuchen.

 

   

In der Frühen Vorklassik, so etwa 3000 bis 900 v. Chr. kommt es zu ersten dauerhaften Siedlungen und zur Entwicklung von Landwirtschaft im Mayagebiet. Erste den Maya zugerechnete Funde werden auf etwa 2000 v. Chr. datiert. In der Mittleren Vorklassik kommt es zur durchgehenden Besiedlung im gesamten Mayagebiet und zur Entwicklung von Handel zwischen den Städten. Etwa im 7. Jh. v. Chr. finden sich die ersten Siedlungsspuren im Gebiet von Tikal. Zu den ersten großen Städten der Maya gehören El Mirador mit der höchsten bekannten Maya-Pyramide von 72 Metern. In der Späten Vorklassik, etwa 400 v. Chr. Bis 250 n. Chr., entstehen durch Bevölkerungswachstum große Mayazentren, es kommt zur Bildung von Herrschereliten.

 

Die klassische Maya-Zivilisation umfasste eine Reihe von Stadtstaaten, die jeweils einen eigenen Herrscher und ihm Untergebene Verwalter hatte. Mit der Ausbreitung über die ganze Yucatán-Halbinsel erreichte die Hochkultur der Maya ihre Blütezeit. Zahlreiche Städte waren durch Dammstraßen miteinander verbunden. Die Städte hatten teilweise mehr als 10.000 Einwohner und waren damit größer als die größten Städte des damaligen Mitteleuropa. Bereits im 9. Jahrhundert kommt es zur Aufgabe einzelner Maya-Zentren im südlichen Tiefland und in der Folgezeit zu einem rapiden Bevölkerungsverlust in der gesamten Zentralregion Yukatans. Zahlreiche Städte werden verlassen, die Bewässerungssysteme verfallen. Archäologische Belege für das Eindringen der Tolteken scheinen die Invasions-Hypothese zu stützen. Die Mehrzahl der Maya-Forscher bezweifelt jedoch, dass eine Eroberung als Hauptgrund für den flächendeckenden gesellschaftlichen Zusammenbruch im Tiefland infrage kommt.

 

Etwa 1511 landeten 13 spanische Schiffbrüchige auf Yucatán. 1527 zog ein Veteran von Cortes Truppen, Francisco de Montejo, mit 400 Männern nach Yucatán, um es zu unterwerfen. Zuerst bekam er sogar Unterstützung von der indigenen Bevölkerung, doch als sie seine Absichten erkannten, bekämpften sie ihn. Traurige Berühmtheit erlangte Diego de Landa, als er mit harter Hand gegen die Maya vorgehen ließ, die sich nicht zum christlichen Glauben bekehren und anstatt dessen an ihren religiösen Ritualen festhalten wollten. Dies gipfelte in einem Urteil, das am 12. Juli 1561 abgehalten wurde und bei dem de Landa aufgrund seines religiösen Eifers vor dem Franziskanerkloster in Mani alles in Maya Geschriebene sowie die religiösen Figuren und Symbole der Mayas verbrennen ließ, was zur Folge hatte, dass uns heute nur noch Teile von vier Maya-Codices erhalten geblieben sind und noch heute einen kleinen Einblick in die Vergangenheit der Maya geben. In seinem Werk „Relacion de las cosas de Yucatan“ schildert de Landa die Geschehnisse von Mani. Später wurde er in Spanien dafür angeklagt. Am Ende der Eroberung waren die Spanier nur mehr nominell Herrscher über das Mayagebiet, in Wirklichkeit jedoch waren ganze Landstriche aufgrund von Kriegen und vor allem Seuchen entvölkert.

 

 

Heute leben zirka 6,1 Millionen Maya auf der Yucatán-Halbinsel sowie in Guatemala und Honduras. In Guatemala zählen etwa 40 Prozent der Gesamtbevölkerung zu den Maya. Auch heute noch leben die meisten Maya vom Maisanbau. Die heutige Mayareligion ist eine Mischung aus Christentum und alten Maya-Traditionen. Jede Maya-Gemeinde hat ihre eigenen religiösen und weltlichen Oberhäupter. Opfergaben von Hühnern, Gewürzen oder Kerzen sind üblich. Die einzelnen Mayagruppen identifizieren sich über besondere Elemente ihrer traditionellen Kleidung, in der sie sich jeweils von anderen Maya-Gruppen unterscheiden. In Tecpán, Chimaltenango befindet sich die archäologische Stätte von Iximché. Dies war die erste Hauptstadt des Königreichs Guatemala (Originalname Guatemalas).

 

Im Hochland ist der Ort Chichicastenango eine der wichtigsten Attraktionen mit seinem bunten und lebendigen Markt. Die Kirche von Santo Tomás, erbaut 1540, befindet sich im Zentrum der Stadt und ist eine der Hauptattraktionen von Chichicastenango, da sie eine exquisite Mischung aus Maya-Riten mit katholischen Glauben bildet. Die andere Attraktion ist der Markt, auf dem Einheimische und Ausländer einkaufen und handeln donnerstags und sonntags. Verkauft wird alles von Obst bis Teppiche. Es ist ein beeindruckend nativer Markt, auf dem sich wenig verändert hat während der Jahrhunderte und der zu einem der buntesten Märkte in der Welt zählt.


 

Im Morgengrauen bauen die Händler ihre Stände auf, während immer mehr Maya-Quiché aus dem Umland ankommen. In gebückter Haltung schleppen sie auf Kopf und Schultern riesige Säcke voller Gemüse, Obst und Kunsthandwerk. Zwiebeln, Tomaten, Ananas, Melonen, getrocknete Fische und Koriander werden auf Planen ausgebreitet. Zu kaufen gibt es außerdem gewebte Stoffe, Tonschüsseln, Gürtel, bemalte Holzmasken, Vasen, Plastikpüppchen, Schuhe und gebrauchte Handys. Besonders schön sind die handbestickten Huipiles – traditionelle Blusen, die die Maya-Frauen noch heute zu handgewebten Röcken tragen. Die Maya-Männer dagegen haben ihre herkömmlichen Trachten gegen Jeans und T-Shirts eingetauscht.

 

  

Auch die Stadt Quetzaltenango ist ein Besuch wert, die den Rang als zweitwichtigste Stadt im Land hat aufgrund seiner Größe, industriellen, kulturellen und kommerziellen Aktivitäten. Eine der Hauptattraktionen ist der Minerva-Tempel aus dem Jahr 1917. In der Gegend von Quetzaltenango gibt es sechs Vulkane, die mehrere Möglichkeiten zum Wandern bieten. Der bekannteste ist der Vulkan Santiaguito. Hier können die Besucher auch spanisch lernen, weil viele Schulen dies hier speziell anbieten. Sie können sehr leicht die Sprache erlernen, direkt in guatemaltekischen Familien.

 

 

Einst lebten 90.000 Menschen in Tikal, darunter Astronomen, Krieger, Architekten, Handwerker und Sklaven. Die Maya waren das am höchsten entwickelte Volk im prähispanischen Amerika. Sie erfanden den Kalender, beherrschten die Mathematik, besaßen eine Schrift und bauten ohne Eisenwerkzeug und Rad gigantische Pyramiden. Den Mittelpunkt von Tikal bildet die Gran Plaza, die vom steilen „Tempel des Großen Jaguar“, dem kunstvollen „Tempel der Masken“ und zwei Akropolen eingerahmt ist.

 

Mehrere Jahrhunderte führten Priester in den Sakralbauten ihre heiligen Zeremonien durch. Außerdem lebten und regierten hier die Herrscherfamilien, bis Tikal um 900 n. Chr. aus unbekannten Gründen von seinen Bewohnern verlassen wurde.

Jahrtausende alte Maya-Riten haben nicht nur in Quehueche, sondern auch in vielen anderen Orten überlebt.

 

Zum Beispiel in Chichicastenango, wo die Spanier 1540 die Kirche Santo Tomás auf den Stufen eines Maya-Tempels errichteten. Auf den prähispanischen Treppen findet sich täglich Maya-Quiché ein. Sie beauftragen Schamanen, eine Verbindung zu ihren Göttern herzustellen. In kleinen Feuern werden Kopalharz und Kerzen verbrannt. Die Mittelsmänner streuen Rosenblätter aus, besprenkeln die Opfergaben mit Schnaps und murmeln Gebete. Nach vollbrachter Maya-Zeremonie betreten die Gläubigen die Kirche Santo Tomás. Sie knien vor einem der Altäre nieder und bitten katholische Heilige um Mithilfe bei der Verwirklichung ihrer Anliegen. Die Vermischung von Maya- und christlichen Riten ist in Guatemala normal. Seit der spanischen Eroberung sind die Maya formal katholisch, haben aber nie ihre eigenen Götter aufgegeben.

 

 

Guatemala ist mit seinen über 3.000 archäologischen Stätten das wichtigste Zentrum der Maya-Forschung. Besonders beeindruckend sind die den Urwald überragenden Pyramiden von Tikal im Norden des Landes. Tikal ist zwischen 200 v.Ch. und 869 n.Ch. erbaut worden. Der Tempel der zweiköpfigen Schlange ist mit seinen 70 Metern das höchste Bauwerk der Maya. Nur die Tempel auf dem so genannten Hauptplatz von Tikal sind vollständig ausgegraben. Viele andere der Pyramiden sind noch vom Urwald überwuchert. Dies wird wegen des Geldmangels bei den Archäologenteams auch noch lange so bleiben, macht aber auch den besonderen Reiz Tikals aus.

 

Liebe ReiseTravel User,

ein Besteigen der hohen Pyramiden ist zwar nicht ganz ungefährlich, doch der Ausblick auf das Land umso schöner. Besuchen Sie Guatemala, die „Seele der Erde“ und Sie werden begeistert sein.

Ich freue mich auf Ihren Besuch

 

Ihr Gaspar Munoz Cosme

 

 

ReiseTravel Autor Gaspar Munoz Cosme ist Professor für Archäologie an der Universität in Valencia Spanien. Gemeinsam mit Dr. Dipl. Ing. Oscar Quintana Sammayoa aus Guatemala erforscht er die noch unbekannten Maya-Stätten. Unterstützt wird er von Dieter Richter aus Deutschland. Gemeinsamer Treffpunkt ist immer im „Cafe Yasche“ in Flores. Auch dort lohnt eine Einkehr.  

 

 

Das Buch La Blanca y su enforno von Gaspar Munoz Cosme und Christina Larenzo, ISBN 978-84-8363-210-9, ist in Spanisch erschienen und kostet 29,60 Euro. Es kann im „Cafe Yasche“ erworben werden.

 

Kontakt

 

Botschaft von Guatemala
Handels und Tourismusbüro
Frau Karin Beeck Serrano
Joachim-Karnatz-Allee 47, D-10557 Berlin

Tel: 030-200 58 770, Fax: 030-200 58 890
e-Mail: guatemala-trade@t-online.de

www.botschaft-guatemala.de  www.visitguatemala.com

IBERIA - www.iberia.de 

 

Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt

 

Maya-Kultur entdecken

 

Die Kultur der Maya ist noch heute lebendig bei den Indianern, die ihre traditionell gewebten Trachten tragen und den alten Sitten und Bräuchen nachgehen.

 

  

Mitten in der heutigen Mayakultur stehen die atemberaubenden zeremoniellen Zentren der alten Maya-Baumeister mit ihren steil aufragenden Pyramidentempeln. Der in Mexiko lebende Autor beschreibt die wichtigsten Maya-Traditionen und zeigt, wo und wie sie heute erlebt werden können. Er bereist mit den Lesern die Höhepunkte der Maya-Architektur, erklärt ihre Besonderheiten und ihre Funktion im täglichen Leben der alten Maya. Inhaltsverzeichnis: Die Welt der Maya: Geschichtlicher Überblick, Territoriale Gliederung und Organisation, Maya-Kalender, Jadeschmuck, Ballspiel, Hieroglyphenschrift, Maya-Universum, Götter der Maya, Quetzalcoatl, Opferungen, Bücher der Maya, Kleidung und Schönheitssymbole. Herausragende Maya-Stätten: Routenplanung, Antigua, Copán, Tikal, Yaxhá, Nakum, Naranjo, Yaxchilán, Bonampak, Palenque, Edzná, Puuc-Region, Chichén Itzá, Ek Balam, Tulum. ABC der Maya-Architektur: Akropolis, Altar, Ballspielplatz, Grabstätte, Chac Mool, Chultún, Hieroglyphentreppe, Masken, Mayabogen, Palast, Pyramide, Sacbé, Stele, Tempelbauweise, Zeremonialtreppe. Die Nachfahren der Maya heute: Balché, Tortillas backen, Traditioneller Hausbau, Webarbeiten, Popol Vuh – das heilige Buch, Maya-Heiler

 

Maya-Kultur entdecken von Dieter Richter, ISBN: 978-3-8317-1085-0, Reise Know how, www.reise-know-how.de

 

Das Buch kostet im Buchhandel 8,90 Euro.

Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher, eu@reisetravel.eu

 

Sehr geehrte ReiseTravel User,

weitere Berichte über Guatemala finden Sie hier – einfach nur Anklicken:

 

Willkommen in Guatemala

Ron Zacapa Centenario

„Warum ist die Banane krumm?“

Hotelier an der Karibik-Küste

„Bitte besuchen Sie Guatemala!“

Speisen wie die Mayas

Das Herz der Mayawelt

Seele der Erde

 

 

 

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