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Ingolstadt

Museum mobile setzt Maßstäbe

Der Name ist Programm: Museum mobile, der AUDI AG im Audi Forum Ingolstadt, ist in ständiger Bewegung: Mit „fahrenden Wänden", Automobilen im Paternoster und einem rotierenden Sonnenschutz. Viele bislang unveröffentlichte Bilder und Filmsequenzen sind in der Ausstellung zu sehen. „Schwebende" Motorräder und ungewöhnliche Automobil-Präsentationen setzen weitere Akzente. 

Ein Besuch im Museum mobile fasziniert, unterhält und informiert

Audi Forum Ingolstadt Museum

Rund 1,1 Millionen Gäste im Museum Audi Forum Ingolstadt 

Das Museum mobile symbolisiert schon durch seine Architektur die Audi Werte „Transparenz", „Offenheit" und „Bewegung" - mit verglasten Fronten und offener Bauweise. Bereits bei der Anfahrt zu Audi als Mittelpunkt des Audi Forum Ingolstadt sichtbar, bietet das in 18-monatiger Bauzeit entstandene Museum mobile den Be­suchern interessante Einblicke und lockt mit 14 Motorsportfahrzeugen, die an große Rennererfolge im Zeichen der Vier Ringe erinnern, auf dem eigens für das Museum mobile angefertigten Paternoster.

Audi Forum Ingolstadt Museum 

Audi Forum Ingolstadt Museum

Im Innern des vierstöckigen Gebäudes, das mit seinem runden Grundriss und der konzentrischen Raumaufteilung an die Jahresringe eines Baumes erinnert, erwartet die Besucher eine Dauerausstellung, die Maßstäbe setzt. So gelang es dem Audi Projektteam des Museum mobile mit historisch fachlicher Beratung der Abteilung Audi Tradition, mehr als 50 Automobile und 30 Motor- und Fahrräder im Wortsinn „bewegend" zu inszenieren - räumlich, zeitlich, emotional. Das Leitthema ist dabei die Entwicklung des Automobils und der Individual-Mobilität. Diese Entwicklung wird am Beispiel von Audi, NSU und den Auto Union Marken der Vergangenheit (Audi, DKW, Horch und Wanderer) erzählt, vernetzt mit dem gesamthistorischen Kontext. Nachdem 1997 der Startschuss für ein Museum fiel, veranstaltete Audi einen Konzept-Wettbewerb.  

Das Ziel: Schaffung einer Darstellungsform, die der europäischen Premium-Marke Audi entspricht. Das bedeutet, Tradition und Vision zu verknüpfen und Zusammenhänge optisch und rational durchschaubar zu machen - in unterhaltsamer Form mit vielen überraschenenden Momenten. Das unter dem Arbeitstitel „Baumscheibe" vorgestellte Konzept der Agentur KMS, München, bot dafür die besten Voraussetzungen. Es gewährleistet ein offenes Forum für Besucher, verknüpft zeitgleich die Tradition der Marke Audi und ihrer Vorgängerfirmen, macht den Zusammenhang zwischen Automobil, Mobilität und Gesellschaft erkennbar und integriert Kunst und Kultur in das Gesamtkonzept. Und mehr noch: Die Baumscheibe symbolisiert mit ihren „Jahresringen" die nie stillstehende Zeit, die ständige Bewegung und Weiterentwicklung. 

Rundgang durch 100 Jahre Historie und Mobilität: Für die Besucher des Museum mobile beginnt der Rundgang in den konzentrisch angeordneten, offenen Räumlichkeiten im Innern des 22,5 Meter hohen Gebäudes im - runden - Kinosaal in Ebene 0. Ein ungewöhnlicher, eigens für das Museum mobile konzipierter und produzierter, rund sieben Minuten langer Film stimmt die Besucher auf das Thema Mobilität, Bewegung und Historie ein. Mit modernster Projektionstechnik bietet das Kino (Durchmesser: rund 22 Meter) mit seiner drei Meter hohen und 120° abdeckenden Projektionsfläche ein eindrucksvolles Film-Erlebnis. Anschließend können die Besucher des Museum mobile ihren Rundgang auf Ebene 3 im Jahr 1899 beginnen. August Horch begrüßt die Besucher aus einem Monitor, schildert seine Philosophie und berichtet über seine Motivation - in größtenteils bislang unveröffentlichten Filmsequenzen. Im Hintergrund laufen Zeit und Geschichte weiter: Zwei große, parallel zum Gebäude-Radius gebogene Wände („fahrende Wände") mit einer Länge von je zwölf Metern bewegen sich langsam auf einer Kreisbahn um Exponate und Besucher. Die Wände geben allgemeine geschichtliche Ereignisse, Hintergründe, Zusammenhänge und Daten wider. Durch ihre permanente Bewegung demonstrieren sie die Unaufhaltsamkeit der Zeit und geschichtlicher Abläufe.

Audi Forum Ingolstadt Museum

Audi Forum Ingolstadt Museum

Bis zum Jahr 1949 geht die Zeitreise in der obersten, rund 1.260 Quadratmeter großen Museumsetage. Sie überrascht an vielen Stationen mit neuen, ungewöhnlichen Präsentationen der Audi Historie. Der Besucher erfährt Details über die Werkstoffe und den Karosseriebau der automobilen Frühzeit. Durch den Luftraum des Treppenhauses zur Ebene 2 scheinen Motorräder zu fahren: Eine DKW ZW 500 und eine Wanderer K 500 erwecken durch ihre Aufhän­gung auf Höhe der Ausstellungsebene den Eindruck als schwebten sie schwerelos über dem Abgrund. 

Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Automobilindustrie zeigt eine große Stoffwand, hinter der die Namen der 60 vor dem Schwarzen Freitag am 29. Oktober 1929 existierenden deutschen Autofirmen leuchten. In einer auf 70 Sekunden verkürzten Episode illustriert die Wand den Untergang vieler deutscher Autofirmen in den Jahren von 1929 bis 1936: Ein Firmenname nach dem anderen erlöscht - in der Reihenfolge ihrer Zusammenbrüche. Nur die Namen der 16 überlebenden Firmen leuchten weiter.

Auch der Zusammenschluss von Audi, DKW, Horch und der Automobilabteilung der Wanderer Werke zur Auto Union AG im Jahr 1932 wird mit einem Überraschungseffekt dargestellt. Der Besucher geht zunächst auf vier raumhohe Glasscheiben zu, auf denen die vier Firmenlogos in großen Ringen abgebildet sind. Durch Veränderung des Blickwinkels bei der Annäherung verschieben sich die vier Ringe, so dass schließlich das Auto Union Logo mit den vier Ringen entsteht. 

Spannend und geheimnisvoll wird die heimliche Entwicklung des Audi 100 unter dem damaligen Cheftechniker Ludwig Kraus geschildert, der Ende der 60er Jahre das Audi Erfolgsmodell serienreif machte und anschließend den Aufbau einer Audi Entwicklungsabteilung in Ingolstadt forcierte: Auf Stoffwände projizierte Silhouetten von Ludwig Kraus, Rudolf Leiding und Professor Heinrich Nordhoff betrachten das Auto, gestikulieren, geben ihre Statements ab und die Serienproduktion des ersten Audi 100 frei. In moderne Zeiten führen der Audi Quattro, der erste serienmäßige PKW mit permanentem Allradantrieb und das A(udi) S(pace) F(rame) Concept Car, das die Pionierrolle Audis auf dem Gebiet des automobilen Leichtbaus mit Aluminium eindrucksvoll illustriert. 

Auch das Thema Rennsport von 1945 bis heute ist mit einem DKW 3=6 Monza (1958), einem NSU TTS (1969), einem Audi Rallye quattro A 1 (1982) und einem Audi V8 quattro DTM (1991) eindrucksvoll dargestellt. Bewegung bringt eine Filmbox mit faszinierenden Aufnahmen von Audi Rennwagen und Rennerfolgen der jüngeren Vergangenheit - mit vollem Rennsound. 

Das Thema „Markt und Kunde" illustriert einer von drei heute noch existierenden Horch 670 mit imposantem V12-Motor in einem stilisierten Auto Union Verkaufsraum der 30er Jahre. Typisch für das Museum mobile: Das Display ist kein realistisch nachgebauter Verkaufsraum, sondern besteht nur aus angedeuteten Dekorationen und überlässt damit der Fantasie des Zuschauers genügend Spielraum. Symbolik spielt auch eine Rolle bei der Präsentation der neben dem Horch 670 schönsten und wertvollsten Pretiosen aus der Horch Stadt Zwickau: Wie Schmuckstücke in großen Glasvitrinen stehen das Horch 853 Sport Cabriolet und der Horch 855 Special-Roadster für den aus dieser Tradition gewachsenen Premium-Anspruch der Marke Audi. 

Weitere Themenbereiche bis zur Liquidation der Auto Union AG im Jahr 1948 sind das Zentrale Auto Union Konstruktionsbüro, die Entwicklung des Designs, Scherheitsforschung und erste Crashtests in den Jahren 1936 bis 1939. Der Vorkriegsmotorsport, repräsentiert durch den 16-Zylinder Auto Union Typ C Stromlinienwagen „Avus" aus dem Jahr 1937 und den Typ C/D Bergrennwagen aus dem Jahr 1939, darf dabei natürlich nicht fehlen. Die beiden im Auftrag der Audi Tradition restaurierten und Widergeschaffenen Boliden zählen zum „Nonplusultra" europäischer Restaurierungskunst.  

Die Darstellung der Auto Union und Audi Nachkriegsgeschichte beginnt auf Ebene 2 mit dem Wiederaufbau nach dem Krieg. Hier wird anschaulich die Flucht vieler Auto Union Mitarbeiter aus Sachsen geschildert, das Einfinden in Bayern und die „Sachsenriege" in Ingolstadt, die die ersten Fahrzeuge aus der Ingolstädter Produktion auf den Weg brachte.

Das anschließend an den Wiederaufbau mit viel Eifer geschaffene Wirtschaftswunder illustriert ein mit Urlaubsgepäck voll gepackter DKW 3=6 Sonderklasse, startklar für die Reise nach Rimini. Den großen Anteil der Motorräder an der etwa zeitgleich mit dem Wirt­schaftswunder einsetzenden Massenmotorisierung verdeutlichen sieben Motorräder (von der DKW RT 125 bis zum DKW Hummel Museum mobile" und „Sonderprüfung - Einblicke in die Welt der Oldtimerrallyes". 

Nach dem Museumsbesuch bietet der Museumsladen im Übergang zur Gastronomie eine umfangreiche Auswahl an historischen und neu interpretierten Accessoires, Souvenirs, neuer und antiquarischer Automobil-Literatur und anspruchsvollen Modellautos. Gerade die Kombination aus Neuware und Originalen der Vergangenheit zeichnet den Museumsladen aus - ein weltweit herausragendes Angebot unter dem Motto „Ein Stück Museum zum Mitnehmen".

Das Spektrum reicht von neuen Artikeln nach traditioneller Herstellungsart über alte Produkte bis hin zu Antiquitäten rund um das Automobil und Motorrad. Auch originale Prospekte, Betriebsanleitungen, Werkstatthandbücher und Plakate bietet der Museumsladen an - eine Fundgrube für den Sammler oder Restaurator. Selbst lange vergriffene und begehrte Titel sind hier zu finden. Rund 1.500 verschiedene Produkte sind permanent vorrätig, gelistet sind zusätzlich mehr als 3.000 antiquarische Artikel.  

Täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Eintrittspreise (ohne Führung): Erwachsene 2 EUR, Jugendliche bis 18 Jahre 1 EUR, Kinder bis 6 Jahre (in Begleitung Erw.) frei. 

PS: Natürlich kann man gleich nebenan alle Modelle ansehen

Audi Forum Ingolstadt Museum

„Den kaufe ich!“

 

Kontakt

 

Audi Forum Ingolstadt

Ettingerstrasse, D- D-85045 Ingolstadt

Tel.: 0800/2 83 44 44 Fax: 0841 / 89 41 860, welcome@audi.de

 

www.audi.de/foren - www.museumsladen.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Michaela Schnellhardt, Fotos Gerald H. Ueberscher, eu@eisetravel.eu

 

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