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Pfarrkirche St. Margareta Schönberg
Sehr geehrte ReiseTravel User!
Herzlich Willkommen in der Pfarrkirche St. Margareta zu Schönberg.
Hier stehen Sie auf dem Boden einer fast 1000 Jahre alten Gebets- und Begräbnisstätte. Gern lade ich Sie zu einem kleinen Rundgang ein.

Hochzeitstreppe – Hier beginnen die Führungen, die gibt es im Rahmen des Touristikprogramms seit sieben Jahren
Bereits seit 1070 befindet sich hier vermutlich schon ein kleines Kirchlein. Von der weiteren Geschichte dieser Urkirche wissen wir freilich nichts. Das mag auch damit zu tun haben, dass das nähere Umland damals erst sehr spärlich besiedelt war, was sich aber in den folgenden 150 Jahren langsam ändert.
So wird der Ort Schönberg 1231 dann erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit befindet er sich bereits in einer aufstrebenden Phase, so dass ihm noch im ausgehenden 13. Jahrhundert die Marktrechte verliehen werden. Durch diese positive Entwicklung (des Ortes) gewinnt auch die Kirche immer mehr an Bedeutung. Dabei ist sie seit ihrer Erbauung inzwischen ohnehin wahrscheinlich schon mehrmals umgestaltet und auch vergrößert worden. Hinzu kommt, dass es jetzt für die wachsende Bevölkerung einer beständigen seelsorglichen Betreuung bedarf. Die übernimmt spätestens seit 1375 für die nächsten 175 Jahre ein Vikar aus Aicha vorm Wald, bis dann 1548 Schönberg selbst eigenständige Pfarrei wird. Damit aber bekommt Schönberg nun auch die Sorgepflicht für das nahe gelegene St.-Johannes-Kirchlein in Kirchberg übertragen. All das zusammen erweist sich schon bald als schwere Last. Deshalb stehen 1572 für die dringend notwendige Sanierung des Kirchturms und des Glockenstuhles nur bescheidene Finanzmittel zur Verfügung, so dass sich die Arbeiter mit Niedriglöhnen begnügen müssen. 1588 wird dann auch noch das Langhaus der Kirche für baufällig erklärt.

Pfarrkirche St. Margareta – In dieser Form und Ausmaßen wurde die Kirche 1838 erbaut, die ältesten Teile stammen aus 1600
Die Kirche besteht damals (schon) aus einem rechteckigen Langhaus von etwa 22 m Länge und 10 m Breite und einem sich im Osten anschließenden Chorraum. Die Decke ist noch nicht gewölbt, sondern gänzlich aus Holz. Im Frühsommer 1593 wird sie samt Pfarrhof und 14 Häusern des Marktes ein Raub der Flammen, wobei das Feuer zu allem Überfluss auch noch durch Unvorsichtigkeit bei einem Hochzeitsschießen im Kirchturm ausbricht. Bei ihrem Wiederaufbau in den Jahren nach 1593 werden dann zu beiden Seiten je fünf Pfeiler aus Quadersteinen errichtet und vorne ein ganzer Bogen eingezogen, um zukünftig das neue Gewölbe zu tragen.
Auch erhält die Kirche einen Predigtstuhl, der sich auf einer Steinsäule aus Ziegelsteinen befindet. Der Turm muss bis auf einen Meter abgetragen werden und wird als Wehrturm und Verteidigungsanlage völlig neu aufgebaut. Er bekommt jetzt einen Zwiebelturm mit vier kleinen Ecktürmchen. Im Zuge dieser Maßnahme wird vermutlich auch das Fundament für einen zweiten Kirchturm auf der gegenüberliegenden Seite gelegt, der freilich nie zur Ausführung kommt, dessen Grundmauern aber in der jetzigen Sakristei bis heute erhalten sind.

Über dem Langhaus, dem Chor, der Sakristei und den beiden Kapellen entsteht ein stabiler Dachboden, und das gesamte Dach wird mit Schindeln eingedeckt.
Die Friedhofsmauer zum Pfarrhof hinunter muss ebenfalls erneuert werden.
Doch die Zeiten werden nicht besser. Am Ende des dreißigjährigen Krieges (1618-48) wird der Markt 1648 von den Schweden zweimal geplündert und anschließend (1649) von einer furchtbaren Hungersnot und der Pest heimgesucht. Im Mai 1664 fallen Kirche, Pfarrhof und der halbe Markt wiederum einem Brand zum Opfer. Wieder mangelt es an Geld für den Aufbau. Gespendetes Holz und die bereits gehauenen Schindeln verfaulen, weil 2 1A Jahre lang mit den Arbeiten nicht begonnen werden kann. Dann entsteht 1666-68 (wohl mit kurfürstlicher Unterstützung) ein barockes Gotteshaus. Dabei werden die Rippen des alten Chorgewölbes entfernt und die beiden Seitenkapellen neu errichtet und zwar als Kreuzkapelle im Westen und als Beinhaus im Osten. Die Beschaffung einer neuen Innenausstattung zieht sich freilich noch länger hin. 1734 werden Kirche und Sakristei ausgemalt und gepflastert. Da erinnert man sich auch der Kopie des Gnadenbildes von Maria Hilf ob Passau, die seit längerem in der Sakristei hängt. Sie erhält jetzt (um 1740) in der linken Seitenkapelle, wo alsbald ein eigener Altar dafür errichtet wird, einen Ehrenplatz. Das Gnadenbild selbst geht beim letzten Brand (1834) verloren, so dass heute nur noch eine auf Holz gemalte Kopie aus der Zeit des Jugendstils zu sehen ist. Dass schon kurz darauf der Markt vor der geplanten Brandschatzung durch die anrückenden österreichischen Truppen um Baron Trenck verschont bleibt, wird sogleich der Hilfe der Muttergottes zugeschrieben.

Bei Läutzeiten – täglich um 6 Uhr, 12 Uhr, 18 Uhr bitte den Glockenturm nicht besteigen
Gleichzeitig liegt darin der Beginn eines aufblühenden Wallfahrtswesens, das von immer neuen Mirakeln (= Wunder) berichtet. 1750 wird der Chor vollständig gerichtet und die Kirche mit Fresken versehen. Spätestens aus dieser Zeit, wenn nicht schon von 1734 oder gar aus dem Ende des 16. Jahrhunderts dürften auch die jüngst entdeckten Malereien am Chorbogen stammen. Im Jahre 1760 wird das noch heute vorhandene Orgelgehäuse im Rokokostil gefertigt. Dann vernichtet im Juli 1834 erneut ein Brand fast den gesamten oberen Markt mitsamt der Pfarrkirche.
1906 erfolgt eine umfangreiche Außen- und Innenrenovierung der gesamten Pfarrkirche, wobei das Chorgewölbe als blauer Sternenhimmel dargestellt wird, und entlang der Rippen im Hauptschiff eine zierliche Rankenmalerei entsteht. 1909 wird eine Orgel eingebaut. Sie entstammt der Werkstatt von Martin Hechenberg aus Passau und befand sich vorher schon über 100 Jahre in St. Peter zu Straubing. Eine Überholung von Kanzel, Hängekreuz und Frauenaltar erfolgt 1911. 1924 werden drei neue Glocken installiert. Die farbigen Fenster im Hauptschiff werden 1942 eingebaut.
Am 25. April 1945 werden Kirchturm und das linke Seitenschiff von feindlichen Fliegern in Brand geschossen. Der Wiederaufbau zieht sich bis 1949 hin. Am 3. Juli 1947 kann die alte Margaretenglocke unter großer Beteiligung der Bevölkerung wieder in Empfang genommen werden. 1951 wird das Geläute mit drei neuen Glocken vervollständigt. Eine große und mehrteilige Innenrenovierung der Kirche erfolgt 1961.
2004 beginnt nach Ostern der zweite Bauabschnitt. Er umfasst die Erneuerung des Bodens, der gesamten Elektro- Heizungs- und Akustikanlagen, neue Bänke auf einem Holzpodest, die Einrichtung einer Seitenkapelle, die Neutünchung der gesamten Raumschale, die Restaurierung der Fenster, die Umgestaltung des Choraufganges und der Chorbrüstung. 2005 wird die gesamte Sakralausstattung (Altäre, Figuren, Kanzel, Hängekreuz, Kreuzweg) restauriert. Die neugotischen Teile werden dabei wieder in die sog. Seywaldfassung gebracht. 2006 folgen die Überholung der Orgel, die Errichtung des Totengedenkens sowie zahlreiche Kleinarbeiten. Am 22. Oktober 2006 wird die Renovierung bei einem Festgottesdienst mit Generalvikar Dr. Klaus Metztl festlich gefeiert.
Sehr geehrte ReiseTravel User!
Ich hoffe, meine kleine Führung hat Ihnen gefallen. Besuchen Sie doch einmal unseren Ort Markt Schönberg und vor allem unsere Pfarrkirche St. Margareta. Gern begrüße ich Sie persönlich und begleite Sie auf den Rundgang.

Ihr
Pfarrer Michael Bauer
Kontakt
Pfarrkirche St. Margareta
Pfarrgasse 6, D-94513 Schönberg
Fon 08554-733, Fax 08554-751
Markt Schönberg
Marktplatz 16, D-94513 Schönberg
Fon 08554-96 04-41. e-Mail touristik@markt-schoenberg.de
Ein Beitrag für ReiseTravel von Michael Bauer.
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