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Sinaia

Schloss Peles

 

 

 

 

 

 

 

Sinaia ist ein beliebter Kur- und Erholungsort in den Südkarpaten und liegt rund eine Fahrstunde von Bukarest entfernt. Hier ist immer „Saison“, zahlreiche Hotels, Pensionen sowie Restaurants aller Couleur locken mit ihren Offerten.
Die Stadt im Prahovatal liegt zwischen 700 bis 1000 Meter hoch und mit der Seilbahn kann zur Cota 1400 gefahren werden. Der Ort selbst wurde 1874 angelegt und nach dem 1690 erbauten Kloster benannt. Dann entdeckte König Carol I., der König von Rumänien, diesen Ort, befand ihn als geeignet und errichtete hier seine königliche Sommerresidenz.

 

Schloss Peles ist heute ein Museum: „Neuschwanstein“

 

Florenta Poncet , unser ReiseTravel Guide, führt durch das Haus und erläutert:

Im August 1875 wurde am Fuße des Bucegigebirges, unweit des Pelesbaches, oberhalb des Klosters Sinaia, der Bau des Schlosses Peles in Angriff genommen. Die Bauarbeiten, die anfänglich unter der Leitung des Wiener Architekten Doderer standen, wurden in den Jahren 1877—1878 unterbrochen und 1879 auf Grund neuer Pläne unter der Aufsicht des Architekten Schulz und des Bildhauers Stöhr wieder aufgenommen. Später, zwischen 1896 und 1914, wurde der Bau, zwecks Erzielung eines monumentaleren Cha­rakters und eines prunkhafteren Aussehens, Änderungen unter­worfen und vergrößert. Von dieser Zeit an standen die Bauarbei­ten unter der Leitung des tschechischen Architekten Karel Liman.
Vom architektonischen Standpunkte aus beschwört das Schloss mitsamt den es umgebenden Nebengebäuden — den Feuerturm ausgenommen — gewissermaßen die Atmosphäre einer deut­schen Burg gegen Ende des Mittelalters herauf. Die äußere Bau­art weist entschieden den Einfluss der Ziegel- und Holzarchitek­tur des deutschen Renaissancestils auf, der seinerseits in sei­nem Grundgefüge deutliche Züge der mittelalterlichen Gotik bewahrt. Die angewandten Stilelemente, die in scharf konturierten Profilen, im Vorherrschen der senkrechten Linie und unregelmäßiger Formen, in der Vorliebe für das Dekorative und dem Überreichtum an geschnitztem Holz zum Aus­druck gelangen, fügen sich harmonisch dem Bild der Land­schaft ein. Im Innern des Schlossbaus überwiegt der deutsche Renais­sancestil, dem sich der italienische und der englische Renais­sancestil, der Barock- und der Rokokostil, der spanisch-mau­rische Stil und auch andere Stile beigesellen. Die Architekten entwarfen den Bau des Schlosses mit wissenschaftlicher Tiefgründigkeit und mit bemerkenswertem Eingehen auf die ihn umgebende Landschaft. Die Mannigfaltigkeit des zur Verwendung gelangten Baumaterials (Stein, Holz, Ziegel und Marmor), dessen Chromatik auf Grund ernsten Studiums in harmonischer Weise gelöst erscheint, die Terrassen in italienischem Renaissancestil, die amphitheatralisch ansteigen und mit Standbildern und Brunnen geschmückt sind, vervollständigen die Schönheit des Bauwerks.

Unter den im Museum befindlichen Kunstgegenständen sind die aus Holz gefertigten Arbeiten: Täfelung, Statuen, Möbel, eingelegte Holzarbeiten, von besonderem Wert. Die reiche Verwendung des Holzes zu dekorativen Zwecken verleiht dem Schlossinnern eine eigenartige Atmosphäre und — unge­achtet der Vielfalt der Stile — eine einheitliche Note.
Außer den Holzarbeiten sind im Museum auch andere Gattungen der angewandten und dekorativen Kunst reich ver­treten: bunte Glasfenster, Gewebe, keramische und Gold­schmiedearbeiten. Hervorzuheben sind die zahlreichen farbigen Glasfenster, darunter solche aus dem 16. und 17. Jahrhundert, und andere, die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts in München hergestellt wurden. Unter den Webearbeiten befinden sich Wandteppiche aus dem 17. und 18. Jahrhundert und orien­talische Teppiche von hohem Wert aus dem Ende des 19. Jahrhunderts.

In den Sälen des Museum sind Gemälde von Tiepolo, Cornelis de Wael, O’Connell, August Becker, Eugen Verboeckhoven, Gustav Klimmt, und Arbeiten aus den Schulen von Rubens und Correggio zu sehen. Daneben sind alte und neuere Kopien nach Werken von Meistern der holländischen, flämischen, italie­nischen und deutschen Schule des 16. und 17. Jahrhunderts ausgestellt.
Das Museum verfügt über 160 Räume, öffentlich zugänglich ist nur ein kleinerer Teil, die anderen Räume beherbergen die Restaurateure und das Personal. Gezeigt werden jene Säle des Schlosses, die dank ihrer Architektur, ihrer dekorativen Werte, und dank der in ihnen enthaltenen Sammlungen vom künstlerischen und histori­schen Standpunkt aus Interesse hervorrufen.

Die Ehrenhalle : Erbaut im Jahre 1911. Innenar­chitektur und Dekoration sind in deutschem Renaissancestil gehalten. Die Halle birgt bemerkenswerte in Holz gefertigte Arbeiten dekorativer Kunst. Die reich geschnitzte, eingelegte Nussholztäfelung wurde in Wien nach einem Modell aus dem Ende des 16. Jahrhunderts (dem Palast der Handelskammer in Lübeck) ausgeführt. Die aus geschnitztem Holz hergestellte Wendeltreppe die zum ersten Stockwerk führt ist ein Werk des 1881 geborenen Bildhauers Gh. Stänescu. Zwischen der Täfelung und den Altanen ist eine Serie von Intarsien ange­ordnet, die deutsche Schlösser darstellen. Von Tafelwerk um­rahmt, sind Statuetten und Reliefs aus Alabaster zu sehen. Zwischen den oberen Arkaden der Halle befinden sich sieben französische Wandbehänge aus dem 18. Jahrhundert. Weiter sind zu nennen: die «Nürnberger Muttergottes», eine Nussholz­skulptur, Kopie nach einem bekannten, dem deutschen Bild­hauer aus dem 16. Jahrh., Peter Vischer, zugeschriebenen Werk; zwei weitere, deutsche Fürsten darstellende Standbilder, die vom deutschen Bildhauer Carl Fischer (1838—1891) herrüh­ren; geschnitzte Truhen in Einlegearbeit; Lehnstühle mit Beauvais-Bespannung — französische Kunst des 17. Jahrhun­derts; italienische Fayence-Amphoren im Renaissancestil; japanische Keramik, Buchara-, Schirvan- und Mossul-Teppiche. Dank ihrem monumentalen Charakter nimmt die Ehrenhalle den ersten Platz unter den Innenräumen ein und stellt den Hauptsaal des Museums dar.

Waffensaal : In deutschem Renaissancestil, ent­hält eine Sammlung von Waffen aus dem 15. — 19. Jahrhun­dert. Zu nennen wären hier: ein deutsches Richtschwert aus dem 15. Jahrhundert, Hellebarden, Armbrüste, Arkebusen, Sättel, Rüstungen in der Art jener des 16. Jahrhunderts. Durch eine Glastüre im Saalhintergrund gewahrt man, an der Mauer befestigt, eine in der Zeit des Unabhängigkeitskrieges von Kugel durchlöcherte und vom rumänischen Heer als Trophäe heimgebrachte Pforte des Windin.

Liebe ReiseTravel User, planen Sie bitte zum Besuch Schloss Peles zwei bis drei Stunden ein, gern geleite ich Sie, natürlich in deutscher Sprache, durch unser Museum.

Ihre Florenta Poncet.

Carol I. war von Geburt Karl Eitel Friedrich Zephyrinus Ludwig von Hohenzollern-Sigmaringen und ab 1866 als Carol I. der König von Rumänien. Am 20. April 1839 in Sigmaringen geboren starb er am 10. Oktober 1914 auf Schloss Peles in Sinaia.

Karl war ein Sohn des Fürsten Karl Anton zu Hohenzollern-Sigmaringen. Er heiratete am 15. November 1869 die Prinzessin Elisabeth zu Wied ( 29. Dezember 1843 bis 3. März 1916) in Neuwied am Rhein. Der König und seine Gemahlin, die unter dem Pseudonym "Carmen Silva" als Dichterin Erfolge feierte, blieben kinderlos.

 

 

 

 

Kontakt

 

Rumänisches Touristenamt
Dachauer Str. 32-34, D-80335 München
Tel. 089-515 67 687, Fax 089-515 67 689, e-Mail: muenchen@rumaenien-tourismus.de

Rumänisches Touristenamt
Budapester Str. 20a, D-10787 Berlin
Tel. 030-241 90 41

www.rumaenien-tourismus.de

Carpatair
S.C. Carpatair S.A. Timisoara International Airlines

www.carpatair.com


 

 

 

 

 

 

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Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher (e-Mail: ueberscher-redaktion@t-online.de)

 

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