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Steinfurt

Wilde Stuten – zahme Hengste

Nicht umsonst ist das Pferd Teil des Landeswappens von Nordrhein-Westfalen. Für dieses Symbol steht auch das Münsterland, eine seit jeher traditionelle Pferderegion. Viele Freunde des Pferdesportes zieht es zu allen Jahreszeiten in die Reiterhöfe.

 

                                                                                          

Unzählige weltberühmte Pferde und Reiter wurden hier geboren. Ein europaweit einmaliger Anziehungspunkt jedoch ist die Wildpferdebahn Merfelder Bruch in Dülmen. 400 wilde Stuten leben dort frei auf dem weiten Wald-, Moor- und Heidegelände seit frühesten Zeiten. Urkundlich erwähnt bereits im Jahre 1316. Nähert sich der willkommene Besucher dem 350 ha großen Areal, erstaunt die Friedfertigkeit der Herde: geruhsam grasen die wilden Muttertiere und Fohlen, keines drängelt am Tränkegraben, bedächtig folgen die Tiere der Leitstute.  

 

Der im Dienste des Herzog von Croy stehende Forstoberinspektor Thomas Rövekamp hat stets ein wachsames Auge auf die unter Naturschutz stehende Herde: „Die Tiere sind sich selbst überlassen, folgen ihren Instinkten und müssen mit der Witterung und dem Nahrungsangebot in ihrem Biotop zurecht kommen. So ist das Dülmener Wildpferd hart, anspruchslos und gesund geblieben. In den Lebensrhythmus der Wildpferde greifen wir als Menschen nur in dreifacher Weise ein: Weidebereiche werden abgegrenzt, da im Frühjahr mehr Gras wächst als die Pferde fressen. Auf den Restflächen wird Heu gemacht, das im Winter zugefüttert wird. Dann haben wir Frischwasserstellen eingerichtet. Und als biologischer Regulator werden die einjährigen Hengste herausgefangen.“                                                               

 

Spektakel Wildpferdefang: Alljährlich am letzten Samstag im Mai strömen viele Tausend Besucher zur Arena. Beim traditionellen Wildpferdefang per Hand und ohne Lasso kommen die jungen Hengste zur Versteigerung (z.Z. ca. 30). Die intelligenten, charakterfesten und zähen Dülmener Wildpferde sind als unkomplizierte Freizeitpferde sehr beliebt. Der wahre Wert der Tiere liegt aber in der gesunden Genfülle, die für die Pferdezucht in den kommenden Jahrhunderten von großer Bedeutung sein könnte.

 

Hengstzucht in Warendorf: Gezähmt und gezüchtet erlebt man das Pferd als Reit- und Zugtier in Warendorf im Münsterland. In der „Pferdehauptstadt“ Deutschlands blickt das dortige Nordrhein-Westfälische Landgestüt auf eine 180-jährige Geschichte zurück. Unverändert geblieben jedoch ist die Aufgabe des Gestüts seit seiner Gründung: Sie besteht darin, den Pferdezüchtern qualitätvolle und genetisch interessante Hengste zur Verfügung zu stellen. Oberstes Ziel ist dabei der Zuchtfortschritt. Die Väter berühmter Pferde waren Rembrandt, Polydor und Paradox. Seit 1996 wird das Gestüt von Susanne Schmitt-Rimkus geleitet. Sie war die erste Landstallmeisterin Deutschlands und ist "Herrin" von rund 100 zuchtaktiven Hengsten. Neben den Warmbluthengsten und zwei Vollblütern steht auch eine stattliche Anzahl an Kaltbluthengsten in den denkmalgeschützten Ställen des Gestüts.

 

(F B. Stiebitz)

Etwa 65 MitarbeiterInnen versorgen und betreuen die Hengste. Hinzu kommen 21 Auszubildende, die hier den Beruf des Pferdewirts mit Schwerpunkt Reiten oder Zucht und Haltung erlernen. Dem Gestüt angegliedert ist die Deutsche Reitschule. Sie ist das "Zentrum der Berufsreiterei" und bietet Fortbildungs- und Prüfungslehrgänge an. Da nicht jeder Prüfling über ein eigenes Pferd verfügt, gehören etwa 50 Hengste und Wallache zum Lehrpferdebestand der Schule. Insgesamt bietet das Landgestüt auf seinem acht Hektar großen Gelände Platz für 160 Pferde.

 

Die Decksaison dauert von Februar bis August. In dieser Zeit steht ein Teil der Hengste auf den 22 Deck- bzw. Besamungsstationen in Westfalen und dem Rheinland. Zu den Kunden zählen aber auch Züchter aus anderen Teilen Deutschlands, aus ganz Europa, den USA und Australien.

Veranstaltungen An drei Sonntagen und einem Mittwoch - jeweils Ende September/Anfang Oktober lädt das Landgestüt Warendorf jährlich zu seinen traditionellen Hengstparaden ein. Mitte August hat das Open Air Festival, bestehend aus der "Symphonie der Hengste", dem Familientag und einem Live-Concert, inzwischen einen festen Platz im Terminkalender gefunden. Nicht nur während der zahlreichen Veranstaltungen sondern auch an ganz "normalen" Tagen können die Ställe während der Dienstzeiten besichtigt werden. Die Außenanlagen sind jederzeit zugänglich. Führungen durch das Gestüt bietet der Warendorfer Verkehrsverein an, Tel.: 02581/787700.   

 

Kontakt

 

Wildpferde: Herzog von Croy´sche Verwaltung

Schlosspark 1, D-48249 Dülmen/Westf.

Tel.: 02594/9630,

www.wildpferde.de

Zuchthengste: Nordrhein-Westfälisches Landgestüt

Sassenberger Str. 11, D-48231 Warendorf

Tel.: 02581/63 69-0, Fax: 02581/63 69-50;  

www.landgestuet.nrw.de

 

MÜNSTERLAND TOURISTIK Grünes Band e.V.

Heidi Feige, An der Hohen Schule 13, D-48565 Steinfurt

Info- und Buchungs-Hotline: 0800/9392919 (kostenlos aus dem deutschen Festnetz),                                      Tel.: 02551/93 92 91, Fax: 02551/93 92 93, e-Mail: touristik@muensterland.com

 

www.muensterland-tourismus.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Günter Knackfuß

 

 

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