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Mit E-Bikes zum Falkensteiner Bockerl
Erinnerungen werden wach: Als mich ein RBO-Bus der Linie 34 vom Hauptbahnhof in Regensburg (UNESCO-Welterbe) nach Falkenstein bringt. Vor einem halben Jahrhundert, als Schüler, bin ich diese Strecke bei einer Klassenfahrt auch schon mal gefahren. Damals schnaufte das „Falkensteiner Bockerl“ auf der eingleisigen normalspurigen Bahnstrecke vom Bahnhof Regensburg-Wutzlhofen mit der Höchstgeschwindigkeit von maximal 40 km/h über exakt 35,4 km nach Falkenstein hoch. Die echten „Mountain Biker“ fahren von Regensburg durch den Naturpark Vorderer Bayerischer Wald nach Falkenstein, weil man da die ehemalige Bahnstrecke von 300 auf 600 Meter hochstrampelt. Ich hab’ den letzten freien Platz für mein KTM Severo 8M E-Bikes auf dem Radanhänger ergattert. Die restlichen Räder gehören den 50plus-Herren vom Sinzinger Radler-Team, die auch auf dem Radweg von Falkenstein zurück nach Regensburg rollen wollen.
Burg Falkenstein
Bei der Bushaltestelle mitten von Falkenstein beginnt die Radtour auf der Hauptstraße bis zum Ortsende im Normalfall. Ich fahr dagegen erst in die Ortsmitte, wo im Schatten der Falkensteiner Burg das Gasthaus „Alte Post“ einlädt. Der Radler-Tross aus Sinzing hat es sich bereits bequem gemacht und wählt aus deftiger Hausmannskost (Schlachtschüssel, frische Schwammerl, Kaiserschmarrn) zu volkstümlichen Preisen bereits aus. Nach einer Schwammerlbrühe mit Semmelknödel brech’ ich in Richtung Regensburg auf. Kurz hinterhalb der Gemeindegrenze beginnt der Radweg – für mich mit einem Schock. Zuerst geht es 200 m steil bergan und ich hab’ nicht rechtzeitig geschaltet. So schiebe ich mein E-Bikes den Berg hoch. Tatsächlich eignet sich der Radweg für die ganze Familie.
Allerdings wird meine kurze Anstrengung, es sollte die letzte auf der ganzen Strecke gewesen sein, durch einen wunderschönen Blick auf die gut erhaltene Falkensteiner Burg, die heute das „Haus des Gastes“ beherbergt, belohnt (Tipp im Sommer: Falkensteiner Burghofspiele im Innenhof). Nach zwei Kilometer Fahrt auf der Bahntrasse, die hier immer noch ganz leicht ansteigt, zweigt der Donautalradweg nach Süden ab und erreicht nach 5 km die Ortschaft Gfäll. Hier gibt es auch die Möglichkeit nach Brennberg und damit weiter in Richtung Donau abzubiegen.
Eingerahmt von Bäumen und Büschen geht meine Fahrt quer durch den Vorwald, wobei sich immer wieder herrliche Blicke in die Hügelketten bieten. Rastmöglichkeiten gibt es mehr als genug auf dieser Strecke, wie das Gasthaus Hahn in Schillertswiesen. Der Blick in die Wolfgangskirche lohnt eine Fahrtunterbrechung. 12 km habe ich inzwischen hinter mir, sobald ich die Abzweigung nach Hetzenbach mit seiner schmucken Wallfahrtskirche angesteuert habe (Einkehrmöglichkeit mit Biergarten).
Rossbach
Nach weiteren 2 km erreiche ich Rossbach: Hier zweigt ein Verbindungsweg nach Norden in Richtung Regental ab. Mich führt der Weg weiter zum Radlbahnhof bei Hauzenberg mit seinem singenden Wirt. Thomas Wild hat das „Wirtshaus im Wohnzimmerformat“ im November des vergangenen Jahres übernommen und sein Wirt Michael Schaffner kann nicht nur gut singen, sondern auch gut kochen. Schon seine Vorgänger haben den Radlbahnhof zu einer Perle der Gastronomie gemacht.
Auf dem weiteren Weg über Wenzenbach bis zur Stadtgrenze von Regensburg wird man von markanten Objekten des Pettendorfer Künstlers Ernst Hingerl begleitet.
Selbst viele Regensburger sind überfragt, wenn sie den Burgstall und Schloss Schönberg sowie das dortige Schlachtfeld einordnen sollen. Kurz vor Wenzenbach liegt hoch oben auf dem Berg die im 13. Jahrhundert errichtete Burg, die 1726 zum Schloss umgestaltet wurde. Das bedeutsamste Ereignis in der Geschichte des alten Gemäuers war die unweit geschlagene „Böhmische Schlacht“ am 12. September 1504, durch die der Landshuter Erbfolgekrieg entschieden wurde: Schönburg wurde durch das böhmische Heer erobert und von den Bayern zurück gewonnen.
www.ostbayern-tourismus.de - www.rvv.de (Fahrradbus noch bis 3. Oktober, Anmeldung 09 41/60 00 – 1 22, www.zur-post-falkenstein.de, www.falkensteiner-bockerl.de, www.bayernbike.de, www.ktm-bikes.at
Ein Beitrag für ReiseTravel von Ludwig Mario Niedermeier/MN-InfoText.
Ludwig Mario Niedermeier stellt für ReiseTravel Orte vor, wo Gemütlichkeit und Wohlfühlen im Vordergrund stehen.
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