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Ebenau bei Fuschl und seine Mühlen
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp, klapp: Ein wundervoll romantisches Szenario. Wie im Bilderbuch. Das Rattern der Räder, das leise Plätschern des Baches - eine gelungene Symbiose, um den Menschen zu "entschleunigen" wie man das heute gerne bezeichnet. Das Geräusch von sanft herabstürzendem Wasser ist eine wahre Wonne für die Ohren. Und dann noch das Klappern des Mühlrades. Als wäre die Zeit stehen geblieben. Und meist stehen ja die Mühlen auch nicht direkt in der Nähe von lärmenden Stadtzentren und hoch frequentierten Straßen, sondern etwas abseits. Eingebettet in eine ursprüngliche Landschaft. So ein Ort zwingt uns förmlich dazu, zu verweilen und ein wenig "das Gas runter zu nehmen". Burn-Out und Hektik haben hier keinen Platz. "Müllers" Mühlen stehen da als Mahnmal sozusagen, sich das Leben nicht allzu sehr entgleiten zu lassen und erweisen sich als historische Kleinode mit Romantik-Garantie.
Unermüdlich mahlt das Rad der Mühle
Noch gar nicht vor so langer Zeit aber waren die Mühlen unabdingbares Werkzeug zur Herstellung wichtiger Lebensmittel. Sie klapperten nämlich nicht nur, sondern sie mahlten auch. Ohne Unterlass. Immer dann, wenn das Wasser der Bäche sie antrieb. Die Vorgänger unserer Wassermühlen waren einst die Handmühlen, bei denen Stein auf Stein gemahlen wurde. Sie nutzten bereits die Germanen zur Herstellung von Mehl. Gelegentlich wurde auch die Kraft der Pferde eingesetzt, um einen Mahlstein in Bewegung zu bringen. Neben den Windmühlen fanden dann die Wassermühlen weite Verbreitung. Erst nach der Erfindung der Dampfmaschine Anfang des 19. Jahrhunderts wurden sie von den Dampfmühlen verdrängt. Heute werden die meisten historischen Wassermühlen überwiegend in Zusammenhang mit Veranstaltungen in Gang gesetzt, um oben geschildertes Glücksgefühl aufkommen zu lassen.
Zum Thema Glück. Im Salzkammergut gibt es über 200 ausgewiesene Glücksplätze, sprich Orte an denen man etwas besonders Schönes erleben kann. Dazu gehören auch die Wassermühlen am Mühlenwanderweg in Ebenau in der Nähe des Fuschlsees. Sie werden alljährlich am Tag der Mühlen in Betrieb genommen. Dann begleitet zünftige Musik das Rauschen des Wassers und in diesem urigen "Ambiente" gibt`s dazu eine bayerische Brotzeit mit Produkten aus der Region. Sie anschauen und verweilen kann man allerdings das ganze Jahr über. Sommer wie Winter. Sieben Mühlen reihen sich dort wie Perlen an einer Kette aneinander. Rund um die Plötz am mittleren Rettenbach. Die "Plötz" ist ein Naturdenkmal mit imposantem Wasserfall (ca. 50 Meter), umgeben von wildromantischen Schluchten mit Felsauswaschungen und Wasserstürzen. Auf 760 Metern Höhe bietet sich entlang des Weges bei schönem Wetter der Ausblick bis hin zum Watzmann.
Insgesamt sechs Kilometer lang ist der Rundweg mit einer Höhendifferenz von 130 Metern. Der leichte bis mittlere Schwierigkeitsgrad ermöglicht eine reine Gehzeit von ca. 2,5 Stunden. Allerdings wäre es ratsam, sich ein wenig mehr Zeit in den Rucksack zu packen. Zu viel gibt es am Wegesrand zu beobachten und auszuruhen, zu staunen und zu genießen.
Ausgangspunkt ist die 200 Jahre alte Waschlmühle. Drei Besitzer teilten sich einst das Anrecht auf die Mühle. Damit es gerecht zuging, wurde jeweils für drei Tage abwechselnd das Wasserrecht vergeben. Gemahlen wurde hauptsächlich für den Eigenbedarf. Bereits im 16. Jahrhundert entstanden die Pertill-Mühle, ebenso wie die Schroffenau-Mühle und die Hofbauer-Mühle. Ein wenig jünger sind die beiden Mühlen Eder-Mühle und Pertiller-Mühle. Sie stammen ca. aus dem Jahr 1700. Mit der ebenfalls 200 Jahre alten Schindlau-Mühle dienten sie hauptsächlich zum Mahlen von Hafer, Roggen, Weizen, Gerste und Mais. Zum einen als Futter für das Vieh, zum anderen zur Herstellung von Brot. Alle Mühlen waren noch bis mindestens 1950 in Betrieb.
Der abwechslungsreiche Weg führt durch schattige Wälder auf dem Wieselberg bis hin zu sonnigen Stücken über Feld und Wiesen. Abkürzen kann man die Strecke über die örtliche Kneipp-Anlage und verlängert jederzeit in der lieblichen Ortschaft Ebenau. Nur vierzehn Kilometer von Salzburg entfernt und doch eingebettet in eine malerische Berglandschaft mit saftigen Wiesen. Im "Dorf der alten Mühlen", in Ebenau auf einer Seehöhe von 607 Metern befindet sich das Museum im Fürstenstöckl, einst Fürsterzbischöfliche Waffenschmiede und heute Heimatmuseum mit Schmuckstücken aus der Region. Des Weiteren startet hier der Messingweg, ein historischer Rundwanderweg im Ort. Dort wird an sieben Schautafeln über die Geschichte Ebenau`s informiert. Der Ort war einst ein wichtiger Industrieort und erreichte seine Blütezeit vor ca. 200 Jahren durch Messing- Eisen- und Kupfererzeugnisse, wie z.B. der mechanische Teil des berühmten Salzburger Glockenspiels. Ein beliebtes Ziel ist auch der begehbare historische Wasserstollen an der Schwarzbachklamm im Ort. Das historische Kleinod wurde 2004 wieder freigelegt und bietet heute Gelegenheit für eine abwechslungsreiche Wanderung am Wasserweg in der Plötz.
Kontakt
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Tel. +43 (0) 61132 2690 90, info@salzkammergut.at - www.salzkammergut.at
Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.
Unsere Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich.
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