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Advent in Tirol
Alle Jahre wieder, wenn der Geruch von Glühwein und Bratapfel in die Nase steigt, dann verbreitet sich der Zauber der Adventszeit. Kerzen verbreiten heimeliges Licht und Plätzchen, Lebkuchen und Zelten werden gebacken, ja dann ist stade Zeit, die besinnliche Zeit im Jahr – die Adventszeit. Zehn Weihnachtsmärkte in sechs verschiedenen Orten in Tirol haben sich zusammengeschlossen um Brauchtum und Tradition in der Adventszeit zu zeigen. Kein „Jingle Bells“ wird lautstark geschmettert und kein Weihnachtsneonschmuck blinkt hektisch. Nein, auf den Tiroler Weihnachtsmärkten geht es traditionell zu. Das Thema ist: „So wie es früher war“. Anklöpfler, Gesangsgruppen in historischen Kostümen, ziehen durch die Städte und stimmen auf das nahende Weihnachtsfest ein. Vielerorts versuchen Perchten den kalten Winter für einen milderen auszutreiben. Kiachl mit Sauerkraut oder Preiselbeeren stehen auf der Speisekarte. „Made in China“ Produkte werden nicht angeboten, sondern nur von traditionellen Handwerkern gefertigte Waren. Und zu allem bilden die verschneiten Tiroler Berge für die Adventsmärkte die festliche Winterkulisse.
Hall
Hall hat die größte Altstadt Tirols und bietet somit eine authentische Kulisse für den Adventsmarkt. Täglich ab vier Uhr treffen sich die Speckbacher Stadtmusiker am oberen Stadtplatz zum Musizieren. Sie spielen altes Liedergut und besinnliche Weisen. Dann teilen sie sich in kleine Gruppen auf und ziehen musizierend durch die Gassen, in denen ihre Lieder widerhallen. Nach dem Einbruch der Dunkelheit, werden die Zahlen des Adventkalenders täglich in unterschiedlichen Farben auf die Häuserfassaden projiziert. So wird die Stadt bis zum 24. Dezember immer mehr in farbiges Licht getaucht. Der Adventsmarkt bietet nur traditionelle Artikel an, wie Krippenfiguren, Weihnachtsschmuck und Geschenke. An den vielen Glühweinständen kann man sich unter den Wärmestrahlern mit einem heißen Getränk wieder Aufwärmen. Kiachl mit Sauerkraut, Preiselbeeren, Knoblauchsauerrahm oder Zimtzucker sollte man unbedingt probieren. Für die Kinder gibt es ein Spielmobil und Märchenstationen vor dem Rathaus. Heiß begehrt ist der Streichelzoo mit Zwergziegen und Schafen. Die kleinen Ziegen lassen sich gerne kraulen. Kinder dürfen einen Esel durch Hall führen oder auf einem Esel ein Runde reiten. Wer es bequem und romantisch möchte, der lässt sich mit der Kutsche durch die Altstadt fahren.
26. November bis 24. Dezember 2010, Montag bis Freitag 15 bis 20 Uhr. Samstags und 8. Dezember 10 bis 20 Uhr. Sonntags 13 bis 20 Uhr. 24. Dezember 10 bis 13 Uhr.
Imst
Der kleine, aber feine Weihnachtsmarkt im Herzen von Imst hat sich zu einem geselligen Treffpunkt entwickelt. Neben den weihnachtlichen Köstlichkeiten, dem wärmenden Glühwein und Punsch, steht der große Adventskranz im Mittelpunkt des Marktes. Jeden Adventsonntag zündet nachmittags um sechs Uhr ein prominenter Gast die Kerzen an. Das besondere ist der Imster Krippenpfad. Im Freien, in den Fenstern von Privathäusern und im Museum im Ballhaus kann man von 27. November bis 16. Jänner 2011 historische Krippen bestaunen. Von der klassischen Variante im alpenländischen Stil bis hin zur orientalischen Version der Niederkunft zu Bethlehem erstrahlen die schönsten Exemplare, gefertigt in ungezählten Stunden liebevoller Kleinarbeit. Fixer Bestandteil der Adventszeit sind die finsteren Gesellen, die Krampusse. Mit dabei beim Nikolauseinzug veranstalten die traditionellen Krampusse am fünften und sechsten Dezember ein höllisches Spektakel. Kindertheater, Pferdekutschen, Bastelkurse und Malangebote sorgen für Abwechslung für die Kids.
Täglich vom 26. November bis 23. Dezember, Montag bis Freitag 17 bis 21 Uhr, Samstag und Sonntag und 8. Dezember von 14 bis 21 Uhr.
Innsbruck
In Innsbruck gibt es gleich vier Adventsmärkte, doch jeder ist einzigartig. Am „Christkindlmarkt in der historischen Altstadt“ trifft sich Jung und Alt um die weihnachtliche Stimmung zu genießen. Besser kann die Kulisse nicht sein, denn der Markt ist umgeben von mittelalterlichen Fassaden vor dem Goldenen Dachl, dem Wahrzeichen der Stadt. Nach einem Streifzug an den Ständen gehört eine Kostprobe von Kiachl, Krapfen und heißem Glühwein einfach zu einem Adventmarktbesuch.
Der ideale Treffpunkt für die ganze Familie ist der „Christkindlmarkt am Marktplatz“. Hier zaubern ein Karussell, der Streichelzoo und die vielen Stände mit Spielzeug ein Leuchten in die Kinderaugen.
Wie der Name schon verrät, garantiert der „Panorama Christkindlmarkt“ auf der Hungerburg einen traumhaften Ausblick über Innsbruck und seine Umgebung. Eine Weiterfahrt mit der Panorama-Gondelbahn auf die Seegrube und das 2256 Meter hohe Hafelekar bietet ein ganz besonderes Highlight, denn die Lichter der Stadt Innsbruck dienen als Weihnachtsbeleuchtung.
Auch der vierte „Adventmarkt auf der Maria-Theresien-Straße“ präsentiert sich jung und dynamisch. Neue Stände, die moderne Beleuchtung und das außergewöhnliche Sortiment ergänzen perfekt das Adventangebot in Innsbruck.
www.christkindlmarkt.cc, www.innsbruck.info
18. November 2010 bis 6. Januar 2011
Kufstein
In Kufstein gibt es gleich zwei Adventsmärkte. 30 stimmungsvoll dekorierte Holzhütten verleihen im Stadtpark weihnachtlichen Zauber. Auch bei Kindern kommt keine Langeweile auf, denn es gibt ein historisches Karussell, eine Nostalgiebahn und Ponys zum Reiten. Täglich werden Adventsgeschichten vorgelesen. Am 5. Dezember kommt ab fünf Uhr der Nikolaus auf seiner Pferdekutsche mit Krampussen und Engeln in den Stadtpark. Kulinarisch kommt man bei Tiroler Schmankerln, wie Zillertaler Krapfen, Blattln mit Kraut, Pressknödeln oder heißen Maroni voll auf seine Kosten. Der Bummel durch den weihnachtlich geschmückten Stadtpark lässt aber nicht nur die Feinschmeckerherzen höher schlagen. Traditionelle Handwerkskunst bietet originale Filzpantoffeln, hausgemachte Schokolade, Silberschmuck und Christbaumschmuck an. Wenn täglich bekannte Kufsteiner Kinderbuchautoren wie Brigitte Weninger Weihnachtsgeschichten vorlesen, dann lauschen Jung und Alt gespannt.
Stadtpark: 26.November bis 12. Dezember und 17. bis 19. Dezember 2010 täglich wochentags von 15 bis 20 Uhr und Samstag und Sonntag und Feiertag 14 bis 20 Uhr
Das historische Ambiente der Festung in Kufstein verwandelt sich in der Adventszeit in eine Weihnachtswelt mit kulinarischen Köstlichkeiten und Kunsthandwerk. „Klasse statt Masse“ ist das Erfolgsgeheimnis. Staunend wandert man durch die Gänge der Festung, wo Händler ihre zumeist selbst gefertigte Ware zum Verkauf oder zur Verkostung anbieten. Man kann bei Kerzenziehern, Schnitzern oder Glasbläsern zusehen oder selbst einmal einen Versuch wagen. Unter dem großen Schirmdach der Festungsarena wird Glühwein, Kinderpunsch und ursprüngliche Tiroler Kost angeboten. Im traditionellen „Engerlpostamt“ können Briefe an das Christkind abgegeben werden. Anklöpfler sorgen mit ihren besinnlichen Liedern für eine weihnachtliche Stimmung.
Festung Kufstein 27., 28. November, 4., 5., 11., 12., 18. und 19.12. 2010 jeweils von 11 bis 18 Uhr.
Lienz
Der Lienzer Adventmarkt gilt als einer der traditionsreichsten Märkte in Tirol. Offene Feuerstellen, liebevoll dekorierte Stände und die vielen regionalen Spezialitäten wie Kiachln und Lebkuchen zaubern vorweihnachtlichen Glanz. Regionalen Handwerkern kann man bei der Arbeit über die Schulter schauen und sogar mitarbeiten. Langweile kommt in Lienz nicht auf, denn Adventssingen, Lesungen, Krippenausstellungen und Hirtenspiele stehen auf dem Programm. Ein besonderer Anziehungspunkt ist der Kunstkalender am Lienzer Rathaus. 24 Künstler verwandeln die Fenster in Kalenderbilder. Für Kinder gibt es einen speziellen Kinderadvent mit Lesungen von Weihnachtsgeschichten und Märchen. Täglich um halb sieben Uhr ist der Adventmarkt Treffpunkt, um das Öffnen des Kalenderfensters mitzuerleben. Auch die Krampustage am dritten, fünften und sechsten Dezember stehen ganz im Zeichen alpenländischer Tradition. Verkleidet mit zotteligen Fellen und handgeschnitzten Masken garantieren die Krampusse, die höllischen Begleitern des Nikolaus, einen furchterregenden Auftritt. Einzigartig ist ab acht Uhr der Rundgang des Nachtwächters. Mit seiner Hellebarde sieht er täglich nach dem Rechten und beendet pünktlich um neun Uhr mit seinen Rufen das Marktleben. www.adventinlienz.at
26. November bis 24. Dezember, täglich geöffnet
Rattenberg
Rattenberg, die kleinste Stadt Österreichs steht zur Adventszeit ganz im Geiste der Ursprünglichkeit, der Ruhe und der Besinnung, so wie Weihnachten einmal war. Die mittelalterliche Stadt am Inn bietet den perfekten Rahmen. Es gibt kaum künstliches Licht, sondern Kerzen, Fackeln und offene Feuerstellen. Auf Verkaufsstände wird bewusst verzichtet, die Läden des ortsansässigen Handwerks stehen im Zentrum des Programms.
Wenn der Nachtwächter die Petroleumlampen in den Gassen anzündet dann beginnt die Herbergssuche. Maria auf einem Esel sitzend zieht mit Josef in Rattenberg ein und bittet an verschiedenen Stellen um Herberge. Doch sie werden abgewiesen und ziehen gefolgt von Zuschauern weiter. Den Adventswein, der an den Ständen ausgeschenkt wird, trinkt man warm und unverdünnt in eigens dafür angefertigten Gläsern. Rotwein wird mit Hollerblütensaft gemischt und geheimnisvolle Gewürze werden dazugegeben, mehr verraten die Rattenberger nicht. Dazu isst man Zillertalerkrapfen aus Kartoffelteig mit Graukas und Ziager, zwei Käsesorten, gefüllt. Beliebt sind auch die Kiachl, die in Fett ausgebacken werden. Den kleinen Besuchern wir in Rattenberg einiges geboten: neben dem traditionellen Weihnachtskugelblasen bei Kisslinger-Kistallglas und der Kinderbackstube im Café Hacker können die Kleinen selber Plätzchen backen. Um fünf Uhr beginnt das Programm auf der Bühne. Musiker und Schüler aus der Region bieten althergebrachte Lieder und Gedichte dar. Doch der absolute Höhepunkt des Tages, ist das Ave Maria, manche kommen nur deshalb nach Rattenberg. Carmen Dariz wird auf einer Schaukel sitzend in die Höhe gezogen, so dass sie jeder sehen kann. Das Bühnenbild könnte nicht besser sein. Oben über der Stadt ist die Burgruine illuminiert, die Stadt mittelalterlich beleuchtet, der große Christbaum hinter der Bühne funkelt und viele Zuschauer haben Wunderkerzen in der Hand. Man bekommt förmlich eine Gänsehaut, nicht vor Kälte, sondern vor Ergriffenheit. Wenn die letzten Töne des Ave Maria verhallen, schließt ein Funkenregen wie ein Vorhang die Bühne. Das dumpfe Beifallklatschen mit Handschuhen wird von Bravorufen übertönt.
www.alpbachtal.at/advent
26. bis 28. November, 3. bis 5. Dezember, 10. bis 12. Dezember, 17. bis 19. Dezember. Hauptprogramm jeweils Samstag ab 14 Uhr.
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Ein Beitrag für ReiseTravel von Gabi Dräger und Heidi Pfanzelt. Sie leben und arbeiten beide in München.
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