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Wilhelm Hampel

Rund um die Uhr

Verzeihung – können Sie mir sagen wie spät es ist?

Die Beantwortung dieser Frage war nicht immer so einfach wie heute.

Unsere Altvorderen hielten sich zunächst schlicht an den Sonnenauf- und den Sonnenuntergang.

Auch die Länge des Schattens, den die Dinge werfen, machte gewisse Zeitangaben möglich.

Der Endpunkt dieser Entwicklung war die Sonnenuhr.

Das war ein gewaltiger Fortschritt.

Nur – was machte man bei verhangenem Himmel, bei Nebel, oder in der Nacht?

Bei diesem Stand der Dinge erfanden kluge Menschen die Wasseruhren. Es gab sie in unzähligen Varianten.

Das Grundprinzip war denkbar einfach: Ein Gefäß wurde mit Wasser gefüllt, das durch ein Röhrchen langsam abfloss. Damit war die Zeit – je nach Menge des abgeflossenen Wassers – messbar geworden. Das alles ist, sage und schreibe, fast dreitausend Jahre her.

Auch Kerzen-Uhren gab es. Man versah Kerzen mit einer Stricheinteilung. Je nachdem, wie weit sie heruntergebrannt waren, wusste man nun: Es ist Zeit für ein Rendezvous, Zeit, um die Pferde zu füttern, oder für andere Vorhaben, die „zeitgebunden“ waren.

Dann wollen wir auch die Sanduhr nicht vergessen. Sie sorgt in vielen Haushalten sogar heute noch dafür, dass ein Fünf-Minuten-Ei auch tatsächlich ein Fünf-Minuten-Ei ist.

Das berühmte „Nürnberger EI“, die erste Taschenuhr der Welt, baute Peter Henlein Anno 1500.

Davor allerdings hatten pfiffige Mitmenschen schon längst die Pendeluhr und den Regulator erfunden.

Wahre Meisterwerke der Uhrmacherkunst entstanden: gigantische Turmuhren, zauberhafte Kaminuhren, präzise Schiffschronometer.

Uhren, die den Stand der Gestirne anzeigten, Uhren die zur Zeitangabe zarte Melodien spielten – und so weiter, und so fort.

Noch etwas später, machte die fortschreitende Industrialisierung immer genauere Zeitangaben erforderlich und schuf ihrerseits die Voraussetzungen für den Bau immer besserer Uhren.

Heute sind wir in allen Lebensbereichen auf eine sehr exakte Zeitmessung angewiesen. Außerdem zählt die Zeit heutzutage zu den „Rohstoffen“, mit denen wir außerordentlich sparsam umgehen müssen.

Das ist auch der Grund, weshalb unser kleiner Ausflug in die Geschichte der Zeitmessung so kurz ausfallen muss.

Übrigen:

Wenn Sie heute wissen möchten, wie spät es ist –

Ihre Uhr gibt Ihnen immer die exakte Antwort!

 

Von Wilhelm Hampel

 

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