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HANNIBAL – das größte Bühnenstück der Welt
Das außergewöhnliche Gletscherschauspiel feiert am 15. April 2011 seine zehnte Aufführung: Wer das gesehen hat, kommt wieder: Pistenraupen als Elefanten, Hannibals Alpenquerung als zeitgenössische Choreografie. Die Koproduktion von Sölden, Red Bull und Lawine Torrèn feiert ihr zehnjähriges Jubiläum. Als Dietrich Mateschitz, Hubert Lepka und Ernst Lorenzi im Jahr 2000 die Köpfe zusammen steckten, um die Kulisse des Rettenbach Gletschers zu inszenieren, dachten sie wohl nicht daran, dass dieses Stück am Gletscher solch internationales Echo hervor rufen würde. Und in diesem Jahr zum Jubiläum gibt es Besonderheiten: Erstmals können all jene Wintersportler, die an der Geschichte Hannibals Interesse haben, aktiv als Darsteller teilnehmen. Geprobt wird nach einem Konzept, das die vier Söldener Skischulen gemeinsam erarbeitet haben.
“Abenddämmerung. Der Rettenbach Gletscher in Sölden im Ötztal bereitet sich vor, in wenigen Minuten als Darsteller im wahrscheinlich größten Bühnenstück der Welt aufzutreten. In unendlicher Ruhe taucht er seine weißen Flanken in eisiges Blau, um wenig später den Afrikanern Hannibals als schneebedecktes Schreckgespenst aus einer Lawine entgegen zu springen”, beschreibt Jack Falkner, Geschäftsführer der Bergbahnen Sölden das Projekts Hannibal und die Stimmung auf 3000 Meter kurz vor Aufführungsbeginn.
Das Künstlernetzwerk Lawine Torrèn, Spitzensportler und hunderte Einheimische erzählen unter der Leitung von Hubert Lepka dieses atemberaubende Gletscherschauspiel als eine moderne Parabel um Machtstreben, Liebe, Intrigen und Weltpolitik.
Für dieses Multimedia-Volksschauspiel bietet sich die beeindruckende Bergwelt des Ötztaler Rettenbach Gletschers als Bühne geradezu an. So unglaublich der Schachzug Hannibals anmutet, mit sechzigtausend Kriegern und 37 Elefanten den Alpenhauptkamm zu überqueren, so einzigartig ist die Inszenierung auf 3000 Metern: Eine donnernde und gleichzeitig feinfühlige Choreografie von Pistenbullys, Flugzeugen, Helikoptern, Motorcrossmaschinen, Skidoos, Fallschirmspringern, Skiläufern und Tänzern. 300 Mitwirkende, die gemeinsam mit bislang ungesehenem Lichtdesign, eindringlicher Musikkomposition, Braking News von Karthago-TV und szenischer Pyrotechnik die antike Geschichte neu erstehen lässt.
“In einer durchdigitalisierten Welt, in der Abenteuer nur noch durch Medien erlebbar sind, ist Hannibal der aberwitzige Versuch, unsere Geschichte Wirklichkeit werden zu lassen. Ich möchte die Zwiespältigkeit der abendländischen Kultur, die Vorläufigkeit einer Existenz, die auf ehemaliger römischer Dominanz beruht, am eigenen Leib in 3000 Metern Seehöhe und mit allen Sinnen – bei jedem Wetter – erlebbar machen”, beschreibt Regisseur Hubert Lepka sein Vorhaben.
Zehntausende staunende Besucher sind der Multiplikator einer spektakulären Show, die als unmittelbares Erlebnis der Sinne konzipiert ist. In einer Welt der Medien erhält dieses Naturschauspiel (inklusive einer künstlich ausgelösten Lawine), das in der atemberaubenden Bergkulisse des Rettenbach Gletschers unmittelbar vor dem Publikum spielt, eine zukunftsweisende Komponente. Ein wohldurchdachtes Abenteuer, das vollkommen analog und in Echtzeit alle Sinne berauscht.
Die Geschichte: 218 v. Chr. überquerte Hannibal aus Karthago in nur zehn Tagen mit 60.000 Mann und 37 Elefanten die Alpen. Er überwand steile Bergflanken, das sich plötzlich ändernde Wetter, die Lawinen und besiegte Italien. Trotz militärischer Überlegenheit verzichtete Hannibal jedoch auf die Eroberung Roms. Ein Verzicht mit historischen Konsequenzen: Dem Zögern folgte die Niederlage gegen die Römer unter Scipio in der Schlacht bei Zama. Rom stieg zur beherrschenden Macht im Mittelmeerraum auf, Karthago - auf dem afrikanischen Kontinent gelegen - versank in Bedeutungslosigkeit.
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Ein Beitrag für ReiseTravel von Gabi Dräger. Sie lebt und arbeitet in München
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